Ratten, Schmeißfliegen und Aasgeier

Politischer Stil – Wo bleibt die Pille danach? – Kriegsgeschrei

Na gut! Weil unser Herr Karl ja nun mal der Liebling der Presse ist, wollen wir nicht abseits stehen und werden jeden Tag eine seiner besten Aussagen aus Vergangenheit und Gegenwart zum Besten geben. Auf dass ein jeder wisse, was er an Karl hat. Heute: „Ich muss eine Nacht im Club sein, um in drei Wochen an Covid zu sterben.“ (Karl, Oktober 2021, laut RND)

Wie recht Herr Karl mal wieder hatte, zeigt eine dreitägige Tanzveranstaltung Anfang Dezember in Münster mit 2G-Plus-Regel. Bei mindestens 14 Teilnehmern wurde eine Corona-Infektion festgestellt. Das beweist: Herr Karl lag beinahe zu 5% richtig! Gut, die drei Wochen waren vielleicht etwas knapp bemessen, und gestorben ist auch (noch!) niemand, aber sonst stimmt alles. Chapeau!

Medizinische und politische Laien rund um den Globus rätseln, warum die Corona-Wunderpillen aus dem Hause Pfizer und Merck immer noch nicht zugelassen sind. Dabei zeigen „erste Studienergebnisse“ die Wirksamkeit der neuen Covid-Tablette gegen die Virusvariante Omikron. Zudem soll die Einnahme einen schweren oder tödlichen Verlauf bei Hochrisikopatienten sehr unwahrscheinlich machen. Mehr sagten die Spritzenstudien damals auch nicht aus – selbst die Erfolgsprozentzahlen sind so hoch wie bei der Intramuskulärpampe zu Beginn der Notfallzulassung.

Und weil die Tablette kurz nach Auftreten der ersten Symptome eingenommen werden soll, würden auch die hunderte Millionen nicht Befallenen vor Politikerwillkür und Spritzenwahn geschützt. Aber vielleicht dauert die Zulassung ja deshalb so lange?

 

Die Ursel wieder. Das Imperium hatte im Mai einen Kaufvertrag über 1,8 Milliarden Impfstoffdosen von Pfizer/Biontech unterzeichnet, das entsprechende Schriftstück sogar veröffentlicht – Transparenz! –, wesentliche Verhandlungsdetails waren jedoch geschwärzt. Da wäre doch interessant, was unsere Ursel mit dem Pfizer-Chef so alles via SMS bekakelte, aber, so teilte die Kommission auf Anfrage mit, SMS oder Nachrichten via Messengerdienst seien „von Natur aus“ kurzlebig und werden von daher nicht archiviert.

Deshalb hat Ursel ja auch die vielen SMS auf Nimmerwiedersehen verschwinden lassen, die sie als Verteidigungsministerin mit diversen Beraterfirmen austauschte. Zur Sicherheit. Was da rausgekommen wäre!

 

... und sie geifern Seit’ an Seit’

Kann ein netter Opa mit Dienstwagen und Mordspension ein schlimmer Hetzer sein? Doch, das geht. Winfried Kretschmann, grünlackierter Genosse Ministerpräsident von Baden-Württemberg, bezeichnete „Demonstranten, die Coronaproteste zur Diffamierung staatlicher Institutionen nutzen“ (Spiegel), als „Aasgeier der Pandemie“.

Als Franz Josef Strauß politische Wirrköpfe wie den jungen Kretschmann 1978 als „Ratten und Schmeißfliegen“ beschimpfte, analysierte die Süddeutsche Zeitung geschichtssicher: „Ratten und Schmeißfliegen stammen aus dem Wörterbuch des Unmenschen, faschistische Vokabeln, für die es keine Entschuldigung, keine Rechtfertigung, keine Absolution geben kann.“

Zu „Kretschmann und Aasgeier“ findet sich bei der Süddeutschen laut Google nichts.
Übrigens, CDU-Pappkamerad Hagel (Ba-Wü) hatte AfD-Abgeordnete zuvor als „politische Aasgeier der Pandemie“ bezeichnet. Wieder einmal sind die Reihen fest geschlossen.

 

Hatte Polen anno 39 tatsächlich „zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium ...“? Stand jedenfalls damals so in der Zeitung und war auch im Volksempfänger zu hören. Was dann folgte, ist allgemein bekannt.

Heute steht in den Zeitungen, „der Russe“ stehe kurz vorm Einmarsch in die Ukraine, und der hierzulande beliebte Boxer Klitschko (zur Zeit Bürgermeister von Kiew) lässt nach eigenen Angaben seine Behörden bereits die Rekrutierung und Ausbildung von Reservisten der Territorialen Verteidigungsbrigade intensivieren.

Die Zeiten ändern sich, die Presse anscheinend nicht.

 

„Mutmaßlich linke Demonstranten werfen Scheiben von Moschee ein“ schreibt vorsichtig die Welt. Linksradikale auf Zerstörungstour in Leipzig, Begründungen für die Attacke auf die Moschee finden sich im linksradikalen indymedia (teilweise verboten, aber trotzdem putzmunter) – was müssen die Mutmaßlichen denn noch tun, um endlich auch statistisch und pressemäßig wahrgenommen zu werden?

 

Für die Akten (weil viele Presseliesels und -fritzen anscheinend auf teure Archive verzichten müssen)

4.3.2016: „Kliniken schlagen Alarm: Notaufnahmen sind überbelastet“
7.2.2017: „Grippewelle sorgt für überlastete Kliniken“
10.2.2017: „Grippe in Halle (Saale): An der Uni-Klinik geht nichts mehr“
25.7.2017: „Auf Intensivstationen fehlen tausende Pfleger“
9.3.2018: „Grippe sorgt für überfüllte Kliniken – Unfallopfer konnten nicht aufgenommen werden“
16.3.2018: „Notaufnahme wegen Grippewelle kurz vor dem Kollaps“
9.1.2000: „Krankenhäuser überfüllt – Patienten liegen auf Pritschen in den Gängen“

(Dankenswerterweise zusammengestellt vom ehemaligen Bild-Schlachtross Peter Bartels)

 

Morgen vielleicht: Ricarda Lang (klick für Foto) will Grünen-Chefin werden, und was das für McDonalds bedeuten könnte...

 

Pssst. „Putzi“, gerne würde ich Ihre Blackbox 2021 mit einer Widmung versehen, allein mir fehlt Ihr Klarname....

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