Die Tränen der Krokodile

Staatsfunk

Es ist ja nicht so, dass die treuen Kämpfer an der Propagandafront nicht unter den Vorfällen leiden würden, die aus Gründen der Staatsräson allzu oft dem leicht irritierbaren Zuseher und Zuhörer vorenthalten werden müssen. Die Staats-Journos haben schließlich auch Gefühle! Aber sich deshalb von Emotionen leiten lassen? Im Dienst? Niemals.

 

Deshalb schaffte es der Syrer/Libanese/Palästinenser (wer weiß das schon genau?), der einen Menschen in Stuttgart auf offener Straße mit einem „Samurai“-Schwert abschlachtete, nur Stunden, nachdem ein Eritreer einen 8-jährigen Jungen am Frankfurter Bahnhof tötete, eben nicht in Tagesschau und Deutschlandfunk.

Ziel des Staatsfunks ist schließlich die propagandistische Beeinflussung der Bevölkerung, damit diese erkennt, wie segensreich die Migration und wie klein die damit verbundenen Probleme sind. Und da wäre der Machetenmann nun wirklich kontraproduktiv.

Trotzdem geht das tägliche Grauen auf unseren Straßen und Bahnhöfen auch an den Männern und Frauen der Propaganda nicht spurlos vorüber, wie jetzt der Deutschlandfunk selber kundtut: „Das Verbrechen von Stuttgart ist grausam und erfüllt auch unsere Redaktion mit Trauer und Fassungslosigkeit. Die bundesweite und gesamtgesellschaftliche Relevanz sehen wir aber derzeit nicht.“ (Trauer, Fassungslosigkeit und lauerndes Schweigen? Genauso stellen wir Laien uns Krokodilstränen vor.)

Ähnliches dürfte auch für die Tagesschau gelten. Die hatte ihr älteres Stammpublikum mit der Tat des Machetenmannes verschont und selbst den Frankfurter Kindsmord zunächst nur kurz erwähnt, nach einer ausführlicheren Berichterstattung über die Wahlen in Afghanistan, die natürlich eine ganz andere bundesweite und gesamtgesellschaftliche Relevanz haben.

 

Det is Balin!

Auch die Wirklichkeit in der Hauptstadt des Verbrechens und Versprechens wird viel zu selten vom Staatsfunk abgebildet. Dabei ist das durchaus von bundesweiter und gesamtgesellschaftlicher Relevanz, weil ebenda die Rosaroten, die Knallroten und die Grüngetarnten gemeinsam regieren – da sieht man, was auf einen zukommt.

Nun gut, dann begeben wir uns alternativ eben mit der BZ (Berliner Zeitung) auf einen Rundgang durch einen ganz normalen Donnerstag in Crazytown:

*Erst Wohnung abgefackelt, dann folgte Verfolgungsjagd mit der Polizei (Täter aus Psychiatrie geflohen)

*Mann niedergestochen – Mordkommission sucht Zeugen (Berlin-Britz)

*Nach Messerattacke am Blochplatz – Tatverdächtiger in U-Haft (Berlin Gesundbrunnen)

*Mann (21) tritt Polizisten und Kontrolleure – mehrere Verletzte! (S-Bahn Friedrichstrasse)

*Zwölf Autos in Kreuzberg und Tiergarten in Flammen

 

Der transzendentale Büroleiter.

Ein feines Essay von Thorsten Hinz in der JF über Frank-Walter, den Spalter, hat uns eine Sekunde nachdenklich gemacht. Und zwar vor allem der Absatz über die Zweifaltigkeit von Frank-Walter. Hinz schreibt:

Ernst Kantorowicz hat in der voluminösen Studie (über Sonnenkönig Ludwig XIV, Anm. SP) „Die zwei Körper des Königs“ herausgearbeitet, wie die ewige Dimension des Staates in der Leiblichkeit des Staatsoberhaupts konkret wird und diese zugleich transzendiert.’

Frank-Walter ist also nicht nur der Genosse Büroleiter, den wir regelmäßig durch den von ihm selber angerührten Kakao ziehen, sondern in seiner Leiblichkeit könnte die ewige Dimension des Staates konkret werden? Ach, komm jetzt, Frank-Walter, nicht wirklich, oder? Wir kennen dich doch noch als Büroleiter von Gerhard Schröder in Niedersachsen. Und diese Leute, mit denen du dich immer umgibst! Ne, ne, für uns bleibst du Frank-Walter, der Spalter, und damit stehst du auch transzendental für die gesamte Republik. Das Hinz-Essay finden Sie übrigens hier.

 

Tag 33 der SPD-Chefsuche

Wieder nix. Wir haben sogar in dunkelsten Quellen nachgesehen, „beim Russen“ (Sputnik News), der doch immer alles weiß, was bei den Spezialdemokraten so vorgeht. Dabei fiel uns dann dieses ein Fundstück vor die Füße:

Lecker essen mit der SPD. Nudeln mit Ketchup, nach „Europa“ die zweite Antwort der SPD auf alles. Na, wenigstens kein Schweinefleisch.

 

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