Hic sunt Monstra –
die Monster sind unter uns

Aufstehen!

Feierstunde im Landtag vom Homeland NRW. Der Tag des Bekenntnisses (ab jetzt immer mittwochs, außer wenn Ferien sind) als Zeichen gegen Rechtsextremismus, wobei die Zeichenstifte gegen Rechtsextremismus längst aus sein müssten bei dem ununterbrochenen Gebrauch. Importware?

 

CDU und FDP weisen darauf hin, dass auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (62) und der Bürgermeister von Altena, Andreas Hollstein (56), Opfer von Angriffen wurden, melden die Journos. Nun passt der bedauernswerte Hollstein hier genauso wenig hinein wie die 83 Deutschen, die 2017 von Ausländern getötet wurden. Aber was nicht passt, wird – wenn gewünscht – passend gemacht.

Auch der Bundestag erhob sich aus Erleichterung darüber, dass es sich bei Lübcke wohl doch um die Tat eines Rechtsextremisten handelte.

In Bayern wollte man da nicht hintanstehen. Alle Aufstehen! Nur der AfD-Abgeordnete Ralph Müller blieb zunächst sitzen. Frechheit! Was hat er zu seiner Verteidigung zu sagen? Etwa: „Bei dem hohen Herren mag mir keine rechte Trauer aufkommen, das sage ich ganz offen für mich“? Nein, Sorry, das sagte weiland Joseph Fischer von den Grünen nach den Morden an Ponto, Schleyer und Buback durch die Rote Armee Fraktion. Müller sagte lediglich, ‚dass er „ein paar Sekunden“ sitzen geblieben sei, sei einzig einer Unachtsamkeit geschuldet, da er einen Text gelesen habe... Anders als von seinen Kritikern behauptet, habe er das Andenken an Lübcke sehr wohl geehrt und achte ihn mit Respekt.’ Trotzdem schlimm, oder? Vielleicht sogar noch schlimmer?

 

Kaum im Amt, schon stimmen die Zahlen. Ein Teufelskerl, dieser Thomas Haldenwang vom Bundesverfassungsschutz. Die Welt schreibt: Die Zahl rechtsextremer Verdächtiger stieg im Jahr 2018. Ihnen wird eine „hohe Gewalt-, Waffen- und Sprengstoffaffinität“ zugesprochen. Jetzt wo sie es schreiben – ist Ihnen, liebe Leser, bestimmt auch aufgefallen, es explodiert jeden Tag an jeder Ecke. Ach, Thomas, vielleicht klärst du noch ein paar kleine Ungereimtheiten beim Fall Lübcke? Dass da schon wieder derselbe Agent im Umkreis saß, der einst zur Tatzeit bei einem NSU-Mord im Internet-Shop saß, aber rein gar nichts mitbekommen hat. Du weißt wie leicht Verschwörungstheorien entstehen...

Weil sie im Augenblick so viel Freude mit all den Klimakindern haben, will die bayerische Staatsregierung das Schulfach „Alltagskompetenz und Lebensökonomie“ einführen. Es soll Wertschätzung und Wissen über Natur und Artenschutz, Landwirtschaft und Klimaschutz vermitteln. Es muss noch geklärt werden, ob die Vogelschredderanlagen jetzt gut oder schlecht oder notwendig sind. Außerdem dürfe, so Schülervertreter, das Fach auf keinen Fall am Freitag stattfinden (wg. Demo!). Und Biologie und Chemie können dann eigentlich weg, da werden womöglich die falschen Dinge über CO2 gelehrt.

Das erfolglose Format „Politiker fragen – Merkel antwortet“ soll demnächst abgesetzt werden...

 

 

2 comments

  1. Wolf Köbele 26 Juni, 2019 at 22:52 Antworten

    Es ist ja auch ein unglaublicher Erfolg, einen Täter, dem erst einmal nichts nachgewiesen werden kann, innerhalb weniger Tage, was sage ich: Stunden zu einem Geständnis zu bewegen. Wegen einer blöden Bemerkung, die Herr Lübcke vor vier Jahren unter sich ließ, wird einer zum Mörder? Wer’s glaubt! Nicht die Auswanderungsempfehlung muß Herrn E. wütend gemacht haben, sondern die Zerstörung weiter Teile des Reinhardswaldes. So wird ein Schuh draus!
    Der Ungereimtheiten sind derart viele, daß es mich bloß wundert, daß Herr Stephan E. seinen Ausweis, alternativ: Führerschein, nicht am Tatort deponiert hat? Zum Glück – für ihn – hat ja eine Reinigungsfachkraft (womöglich vom ASB, der AfD.Mitglieder nicht in Erster Hilfe unterweisen will) am Tatort saubergemacht. Ob sie dabei auch Projektil bzw. Hülse entsorgt hat, wurde nicht gemeldet.

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