Ein Politiker wie aus dem Bilderbuch: Wo er hinkommt, bilden sich Trauben von Menschen (wer denkt da nicht an Willy Brandt). Wie bei Helmut Kohl ist „ein enormes Namensgedächtnis eines seiner größten politischen Talente“. Er ist „sehr erfolgreich bei Frauen“ (Kennedy?), „sieht immer gut aus – und weiß das“ (Klar, Helmut Schmidt).
Einen solchen Politiker findet man nicht nur im Bilderbuch, sondern jetzt auch im Spiegel, und Ulrich Siegmund heißt dieser Supermann. Der Spiegel wäre er nicht der Spiegel, wenn er nicht etwas billigen Wein in den edlen Tropfen mischen würde, und so wird nicht verschwiegen, dass dieser Siegmund im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt „einen Witz über den Klimawandel gemacht“ hat, so dass einige Leute „ziemlich angeschlagen“ gewesen sein „sollen“.
Schwamm drüber, so sind sie halt, die Pressbengels. Der Siegmund nimmt den aktuellen Spiegel-Titel jetzt jedenfalls mit auf Wahlkampftour und verteilt signierte Exemplare an die Fans. Wie? Der Titel „Der gefährlichste Mann Deutschlands“ ist eine Frechheit? Also bitte! Der Spiegel muss seine Hefte schließlich verkaufen, da darf man schon mal übertreiben. Trump ist Hitler, Deutschland verbrennt oder Kölner Dom unter Wasser (Klimawandel). Sowas glaubt doch auch keiner. Und Grusel sells.
Deutschlands Linke schäumt. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende von Essen-Frohnhausen/Altendor sieht in der Titelgeschichte ein „Wahlgeschenk für die AfD in Sachsen-Anhalt“, ein TV-Aktivist erkennt auf Verrat aus Geldgier, weil die Macher an der Relotiusspitze den „gefährlichsten Mann“-Titel nutzen wie eine Energydrinkfirma fett aufgedruckte Warnhinweise absatzfördernd für ihr Produkt. Ein SEDler fürchtet, die Wähler würden dann doch eher Leute, die Autos in den CSD fahren lassen für gefährlich halten als Ulrich Siegmund, der sich beim Spiegel herzlich bedankt: „Bessere Wahlwerbung kann man für uns gar nicht machen.“
Dabei hätten Grüne und SPD, die in Sachsen-Anhalt an der 5%-Hürde kratzen, solch eine Hilfe vom Spiegel viel dringender gebraucht. Da ist die 600.000 Euro teure Plakataktion der Links-Aktivisten von Campact (SPD wählen, Grüne wählen) vergleichsweise weniger effektiv.
5 Kommentare zu „Deutschlands dümmste Journos?“
Wenn ’s im Blätterwalde rauscht,
wird meistens etwas aufgebauscht …
… dabei kann es passieren, dass die Sache nach hinten losgeht und damit das Gegenteil von dem erreicht wird, was eigentlich angestrebt war. Ein solcher Rohrkrepierer scheint gerade wieder losgelassen worden zu sein. Immerhin belebt das die Zeiten bis zum Urnengang …
… Gute Nacht und ein schönes Wochenende!
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Das das viele Geld für Campact gut angelegtes Geld ist, darf bezweifelt werden. Campact eilt der Ruf voraus, das es sich um eine Propagandaschleuder handelt.
Vielleicht ist das viele Geld von Campakt doch gut angelegt, nämlich als Unterstützung der AfD.
Das ist Klasse, das Herr Siegmund nun die Spiegel-Hefte signiert und an seine Fans verteilt. Ganz großes Kino.
Demnächst hat die relotius-postille endlich wieder gelegenheit, das zu werden, was sie früher auszeichnete: regierungskritisch ;-))
(wegen der titelgeschichte hab ich dieses drecksblatt zum ersten mal seit vielen, vielen jahren wieder mal gekauft. 14 mark kostet dieser schund inzwischen)