Söder – nie war er so ehrlich wie heute

„Woche der Wahrheit“ – Lukaschenko: Direktlieferung nach München – 3G, 4G, ach geh!

Das könnte eine bayerische Woche werden. Rechtzeitig zum Beginn der närrischen Hauptsaison ruft Dr. Markus Söder in seinem 3G-Kabinett (geimpft, getestet, genervt) die „Woche der Wahrheit“ aus. Und was war mit den Wochen davor?

Wir wissen nicht, ob im Plenum Heiterkeit verzeichnet wurde, andererseits ist das kaum zu erwarten, schließlich haben die Ministranten eine Heidenangst vor Söderus Augustus.

(Die Woche der Wahrheit? An dieser Stelle erlauben wir uns, das Programm kurz zu unterbrechen, um die geneigte Leserschaft auf das ergänzende „Buch der Wahrheit“ – die Blackbox 2021, die Sonntagskolumnen von Stephan Paetow – in unserem Shop hinzuweisen.)

Zunächst, so Söder, bedürfe es einer Regelung zur Haftungsfreistellung für Ärzte, um bereits fünf Monate nach einer zurückliegenden Impfung eine Auffrischungs-Spritze zu setzen. Wer haftet dann, wo doch die Impfdosenhersteller bereits von jeglicher Haftung freigesprochen sind? Na, egal, passiert schon nix.

Außerdem findet Söder, dass die neue Regierung schon jetzt alles falsch macht, obwohl sie noch nicht mal im Amt ist. Woraufhin Herr Habeck, demnächst Minister für Irgendwas, den Staatsfunk-Zamperoni bittet: „Erlauben Sie mir, auf Herrn Söder nicht zu antworten. Bayern hat die höchsten Infektionsraten. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.“ Was wiederum naiv ist, hatte doch Söder selbst im Wahlkampf seinen eigenen Kandidaten mit Pflastersteinen beworfen, als sei er bei der Antifa und nicht der Jungen Union groß geworden.

 

Ein G-Punkt, zwei, drei, vier G-Punkte, 4G-Punkt plus – ohne Epidemiologie-Habilitation ist man offensichtlich aufgeschmissen. Nicht mal Karl Lauterbach ist Epidemiologe, der Mann hilft also auch nicht weiter, obwohl er sich stets bemüht.

Was denn nun?

Natürlich kann der Laie versuchen, sich aus den widersprüchlichen Meldungen ein eigenes Gedankengebäude zusammenzuzimmern. Aber das ist eine Sisyphusarbeit (die nie ans Ziel führt).

Also: „Die Krankenhausgesellschaft warnt eindringlich vor einer Überlastung der Kliniken.“ Obwohl doch die Doppel-Impfung vor einer Krankenhauseinlieferung und Schlimmerem schützen soll „liegt der Anteil der Geimpften unter den Toten bei 41,7%“. (Bild) In Bayern ist ein steigender Anteil vollständig Geimpfter unter den Corona-Toten (30 Prozent im Oktober) (Welt). Trotz Panik-Auftrag wird einschränkend hinzugefügt, dass „Corona nicht unbedingt die Todesursache sein muss, um als Corona-Toter zu gelten“. Presse-Zombies?

Und jetzt sind Sie dran.

 

Zurück nach Bayern...
Der nette Mann vom Swislatsch

Dieser Lukaschenko ist, entgegen hiesiger Presseverlautbarungen, offenbar ein Mann mit Herz. Angesichts der vielen tausend Iraker, Syrer, Afghanen, Somalier, Nigerianer (Liste bitte selbst fortsetzen), die über sein Land in der EU nach Vollversorgung suchen, will er nun die störrischen Polen einfach umgehen und das Angebot der Stadt München annehmen, die Flüchtlinge mit der belarussischen Fluggesellschaft Belavia direkt nach München zu fliegen.

Die Idee kam ihm, weil die dritte Bürgermeisterin Verena Dietl – laut Fotos kräftige Zähne, Herz aus Gold, Sozialarbeiterin und natürlich SPD – im Namen der Stadt eine direkte Zuweisung von Geflüchteten durch übergeordnete Behörden nach München forderte.

Weil der Wohnungsmarkt in Minsk im Gegensatz zu dem in München ein wenig angespannt ist, begrüßte der zu Sentimentalitäten neigende Staatschef von Belarus sofort die Initiative von Verena und würde sogar noch mehr Flüchtlinge liefern, wenn weiterer Bedarf besteht. Außerdem hat er wohl vom Fachkräftemangel in Deutschland gehört und will helfen, wo er kann. Vielleicht sollte die EU ihre Sanktionen gegen den netten Mann vom Swislatsch (Nebenfluss der Bjaresina) nochmal überdenken.

 

Taker, not a maker

Angesichts der Totenstille unter unseren Reichen zur großen Transformation (neues Wort für Marxismus-Leninismus unter Berücksichtigung der Wetterverhältnisse) wird Elon Musk langsam zu unserem Lieblingsmilliardär. Dem Sozialisten Bernie Sanders (eine Art Oskar Lafontaine, nur ohne Sahra) zwitscherte er ein fröhliches „Ich vergesse ständig, dass du noch lebst“ entgegen, nachdem Bernie den uralten Spezialdemokraten-Gassenhauer „Wir müssen verlangen, das die extrem Reichen ihren Anteil zahlen. Punkt“ losgetwittert hatte – als würden nicht gerade die Sozialisten in den USA regieren.

 

Ach so, Christine Lagarde, Kassenwärtin der EU, meint jetzt auch, die Inflation könne etwas länger andauern als erwartet. Ihre Chanel-Jäckchen (etwa 7 Riesen) sind wohl schon wieder teurer geworden.

 

Illustration: adborsche

9 comments

  1. Krufi 15 November, 2021 at 21:00 Antworten

    Södolf und die Stunde der Wahrheit. Ja, anscheinend hat er mal die Wahrheit gesagt, zu hören auf BR24. Söder betonte, der Katastrophenfall gebe “umfangreiche Möglichkeiten, die Steuerung der Krankenhäuser besser und runder zu organisieren, die Verlegung von Patienten, die Reaktivierung von Pflegepersonal, die Abstimmung unter den Krankenhäusern”. Sinngemäß hat er noch folgendes gesagt: Sie brauchen die Betten insbesondere für „Geimpfte, die an einer Herz-Kreislauf- oder bspw. einer Krebserkrankung leiden!!“ Meine Interpretation ist, dass durch die „Impfung“ doch diese Krankheiten verstärkt ausgelöst werden!! Man muss sich das anhören, z.B. auf dem Telegramkanal „Alles Ausser Mainstream“.

    Bevor wegen den Verhältnissen an der weißrussischen/polnischen Grenze der 3. Weltkrieg ausbricht, bin ich auch dafür, dass dieser Lukaschenko das Angebot der Stadt München unverzüglich annimmt, die Flüchtlinge mit der belarussischen Fluggesellschaft Belavia direkt nach München zu fliegen. Berlin hat sich ja auch angeboten, aber wegen BER ist das nicht so einfach. Lieber einen Bürgerkrieg in Deutschland als einen 3. Weltkrieg.

    • Hotte Schlag 16 November, 2021 at 08:37 Antworten

      Der 3. Weltkrieg hat längst begonnen.Er wurde nur nicht offiziell v on Regierungen ausgerufen, sondern von debilen Kindern (Öko-Faschisten) und Coro-Na-zis.
      Jeder Weltkrieg ist anders,erst Stellungskrieg, dann Blitzkrieg, mit der Antwort von “Bomber-Harris” und Co.Heute Selbstzerfleischung , Suizid aus Angst vor dem Tod.
      Deutschland wieder ganz vorn an der Front bei “Save the World ,kill youself”, vorher noch noch das Erarbeitete und Ersparte vom Klassenfeind an die armen Kinderreichen abtreten,weil Deutschland immer Schuld hat.
      Und wer regiert USA? Das alte Furzkissen und seine schwarze Strippenzieherin eher weniger,das Grosskapital hat noch jede Regierung auf Linie gebracht. Was hat Obama bin Maulheld erreicht? Dass er jetzt Multimillionär ist,verdankt er sicher nicht seinen “grossen Taten”.

      • Krufi 16 November, 2021 at 19:17 Antworten

        Ja, das mit dem 3. Weltkrieg kann man schon öfter lesen. Ich bin „konservativ“ und meine den 3. Weltkrieg mit Bomben, Flugzeugen, Panzern etc., also wo es dann richtig kracht!

  2. Putzi 15 November, 2021 at 22:16 Antworten

    Lieber Herr Paetow,
    da hat doch heute mal wirklich Herr Knauss, bei seinem Artikel auf TE, ein besseres Bild von dem großen Södolf verwendet als Sie! Dort kommt er so ungemein “Shining” (Film) gemäß herüber! Das passt zu dem Theaterstück, das er aufführt. In diesem Sinn, finde ich die spanische Übersetzung des Zitates aus dem Film, „All work and no play makes Jack a dull boy“ mit „Auch wenn man früher aufsteht, wird die Sonne nicht früher aufgehen“ am besten.

  3. Franck Royale 15 November, 2021 at 22:45 Antworten

    Die üblichen Schlepper hatten 2018 auf dem Odeonsplatz ja schon mal die Akzeptanz für einen Sklavenmarkt getestet – die Aktion kam damals sehr gut bei den betuchten Münchnern an. Nun wird eben geliefert, geimpft und versteigert. Lieferdienste wie Gorillas suchen händeringend Mindestlöhner, um die grünbewegte Schickeria bei Laune zu halten.

  4. Michaelangelo 16 November, 2021 at 00:09 Antworten

    In der „Woche der Wahrheit“ muss auch mal auf den Tisch, unter welch gehörigem Druck die bitterarmen Pharma-Giganten stehen, die sich kaum noch einen glaubhaften Politiker leisten können. Dafür gibt’s eine Runde Mitleid: ooooooooh!!!
    Schon im Jahr 2002 schrieb ein Mediziner im Deutschen Ärzteblatt hellsichtig (im Text unter Punkt 11): „Der Wettbewerb zwingt zur Erschließung neuer Märkte. Das Ziel muss die Umwandlung aller Gesunden in Kranke sein, also in Menschen, die sich möglichst lebenslang sowohl chemisch-physikalisch als auch psychisch für von Experten therapeutisch, rehabilitativ und präventiv manipulierungsbedürftig halten, um „gesund leben“ zu können. Das gelingt im Bereich der körperlichen Erkrankungen schon recht gut, im Bereich der psychischen Störungen aber noch besser, zumal es keinen Mangel an Theorien gibt, nach denen fast alle Menschen nicht gesund sind.“
    (Wer’s nicht glaubt, hier die Quelle):
    https://www.aerzteblatt.de/archiv/32976/Gesundheitssystem-In-der-Fortschrittsfalle
    Tja, das muss man anno 2021 einfach verstehen, dass der zunehmende Wettbewerb im Gesundheitswesen die Akteure auch zur Erschließung von Pandemiemärkten zwingt, zu einer neuartigen Kolonialisierung der menschlichen Gesundheit, bei denen 33 % Noch-Nicht-Konsumenten einfach nur „krank im Kopf“ sein können und deshalb auch noch „behandelt“ werden müssen!

  5. zaungast 16 November, 2021 at 10:30 Antworten

    Der fränkische Caudillo handelt nach den bajuwarischenVerfahren der Gschaftlhuberei – es muss irgend etwas geschehen, Hauptsache es kracht. Das Tolle ist, dass der Krawall zum Erfolg führt. Jüngst wurde mir von einem promovierten Pädagoge versichert, dass Söder genau die energische Führungsfigur sei, die unser Land braucht. Mal sehen, wenn sich Söder als ebenso kundiger Klimaforscher betätigen wird wie zur Zeit als Corona-Experte. Viel wird von der bayerischen Landschaft nicht übrigbleiben: weißblaue Windräder, Monokulturen aus Mais und Raps und dann und wann eine orientalische Diasporaortschaft mit Solarzellenminaretten. Ich befürchte, einem Karl Valentin wäre zu dieser Figur deutsch-autoritärer Befindlichkeit nicht mehr eingefallen als das legendäre “I sog nix, des wird man ja noch sagen dürfen.”

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