Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben...

Armin Laschet, Jens Spahn, SPD schöngerechnet, Karldinal Marx, Cash for Trash

„Alle reden von Mutanten“ schreibt als Einleitung tiefenüberzeugt die Süddeutsche Zeitung, was eine unumstößliche Wahrheit sein soll wie: Alle reden davon, dass Einfamilienhäuser verboten werden sollen, oder, noch besser: Alle wünschen sich höhere Steuern – nur um dann auf einen zu zeigen, der nicht wie alle von Mutanten redet. Einen Abtrünnigen, einen Ketzer, kurz, den ungläubigen Armin.

„Schludrig dahergeredet“ habe CDU-Chef Laschet vor Parteifreunden (auf unserem Bild mit Karnevalsmaske der letzten Saison), als er, digital natürlich, „einige Bemerkungen zur Pandemie“ machte.

„Man kann nicht immer neue Grenzwerte erfinden, um zu verhindern, dass Leben wieder stattfindet“ zitiert der Autor Merkels Armin, womit wohl Dr. Angela Merkels Inzidenz-Erfindung gemeint sein soll: 50-35-10.

Über Dr. Söder, Dr. Lauterbach und Dr. Leopoldina klagt Laschet:

„Populär ist, glaube ich, immer noch die Haltung: alles verbieten, streng sein, die Bürger behandeln wie unmündige Kinder.“

Mit solchen Aussagen hat Laschet bei der Süddeutschen jedenfalls „Irritationen ausgelöst“. Will der Kerl sich etwa bei den Wählern Lieb Kind machen? Unerhört!

 

Unterhaltsam wie die Inzidenzen sind stets auch die jüngsten Umfragewerte. So erzielt etwa die Union derzeit „das schlechteste Ergebnis seit elf Monaten“. Und, wirklich witzig und passend zur Karnevalszeit: Für die SPD geht es um einen Punkt rauf. Nä, wat ham wa jelacht.

Laut Insa-Meinungstrend (für Bild) landen CDU/CSU bei 33,5 Prozent, die SPD schafft – wie die Grünen – 17 Prozent (plus 1). AfD 10,5 Prozent. SED wie FDP 9 Prozent. Aber wir rechnen wegen Aschermittwoch schon mal die 3,5 % Unsicherheit logisch mit rein, schon steht die SPD wieder bei 13,5 %, und so wird ein Schuh draus.

 

Gute Nachricht für Corona-Freunde. Jens Spahn hat zwar den versprochenen Impfstoff für die Gläubigen noch nicht auftreiben können, dafür scheint wohl eine größere Lieferung Antigen-Tests gekommen zu sein. Schon plant der Jens jetzt kostenlose Schnelltests für alle (also natürlich nicht wirklich kostenlos, denn die Tests zahlt der Steuerzahler, außerdem sind ein paar Euronen extra fällig). Nebenwirkung: Mit den kostenlosen Schnelltests bleibt auch die Inzidenz bis zu den September-Wahlen schön hoch...

 

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es einem bösen Nachbarn nicht gefällt (Friedrich Schiller) – nicht zu verwechseln mit: Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn ihm die schöne Nachbarin gefällt (Roland Kaiser) – ein Lehrsatz, den die katholische Kirche besser kennt als jeder andere. Und nicht erst seit Twitter.

Jedenfalls hatte die progressive Twittertruppe unter Karldinal Marx freudig gezwitschert: „Wir freuen uns, dass es im Erzbistum neue Kirchenmusiker*innen gibt.“

Das hätte sich die fromme Twitterpressestelle auch nicht vorstellen können, dass ausgerechnet ein Sternchen direkt eine „Empörungswelle“ (Merkur; „Shitstorm“ wäre hier aus religiösen Gründen wahrlich nicht angebracht) auslösen könnte. Und obwohl die Drohung vieler Kirchensteuerzahler, den frommen Verein zu verlassen, durchaus ans Eingemachte geht, reagierte der Twitterbruder zunächst beleidigt auf die Einwände der Gegner der neusozialistischen Sprachverwirrung: „Wie dämlich. Willkommen in der Gegenwart.“ Bis wohl der bischöfliche Kassenwart zur Mäßigung aufrief, denn schließlich entschuldigte sich der Twitterbruder, aus Platzmangel „Kirchenmusiker*innen“ geschrieben zu haben.

Übrigens, Bruder Lustig, richtig willkommen in der Gegenwart bei deinen neuen Freunden bist du erst, wenn du schreibst: „Wir freuen uns, dass es im Erzbistum neue Priester*innen gibt.“

 

Nachdem allein im vergangenen Jahr 700 Polizeieinsätze (nach Adam Riese nahezu 2 pro Tag!) gegen eine bestimmte Klientel nötig gewesen waren, schwant es so langsam auch Osnabrücks Polizeipräsident Michael Maßmann, dass „die Clan-Kriminalität auch auf dem Lande angekommen ist“. Man sieht, der Mann ist nicht umsonst Polizeipräsident.

 

Die FAZ weiß auch nicht mehr, was sie schreiben soll, warum also nicht das: London droht der „kulturelle Ruin“. Wegen der Corona-Stilllegungen. Der droht längst auch Frankfurt, D‘dorf, München, Hamburg, Dresden, ihr Schlaumeier. Nur Berlin hat Spaß.

 

Cash for Trash

Manch einer wird sich fragen, wie es sein kann, dass nahezu die gesamte Presselandschaft seit der Flüchtlingswelle Merkel folgt wie ein Hündchen seinem Herrn? Beim Hundi ist’s klar, aus wessen Napf ich fress’, lalala.
Jetzt zu etwas völlig anderem: Seit 2015 schaltet die Bundesregierung Anzeigen in Print, Online und TV für insgesamt 184 Millionen Euro.
Nicht beim Staatsfunk übrigens, der darf doch keine politische Werbung annehmen.

 

Illustration: adborsche

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