Macher oder Luftpumpen?

Heute mit Markus Söder und dem „Spiegel“

Unter dieser Überschrift bekäme man genügend Figuren für ein ganzes Buch zusammen. Aber heute wollen wir es bei wenigen belassen. Zunächst müssen wir ein ernstes Wort mit Markus Söder reden.

Wie wir hören sind sogenannte Solo-Selbstständige von der Corona-Sofort-Hilfe in Bayern ausgenommen. Nur wer gewerbliche Miete zahlt und gewerbliche Leasingverträge zahlen muss, wird unterstützt. Wer von zuhause für die gerade einknickenden Mainstreammedien zuarbeitet, geht leer aus. Da ist es für Solo-Selbstständige ja sogar beim Armin Laschet kommoder.

Wieder rufen wir dem Markus, der sich sicher zu den Corona-Helden rechnen wird, zu: Obacht! Solche Unterstützungsfinessen kommen nicht gut an. Und auch so larifari Aussagen wie „Söder sieht leicht positiven Trend“ gehören zum pseudowissenschaftlichen Bullshit-Bingo. Bei dem vorhandenen Zahlensalat kann man überhaupt nichts ablesen.

Übrigens, Markus, als Warnung: Der letzte Franke, der als bayerischer Ministerpräsident herumgurken durfte, predigt inzwischen bei Bibel-TV. Soll da in Zukunft bald die Sendung laufen: Beckstein und Söder und die zehn Gebote?

Kennen Sie Ulrike Protzer-Knolle? Frau Professor Protzer-Knolle sagte nun dassselbe, was die Kommunikationsexperten des Bundes dem Horsti empfohlen haeben (siehe SN gestern), und was nun auch der Söder sagt: „Ohne geschlossene Schulen und Ausgangsbeschränkungen wären eine Million Corona-Tote in Deutschland zu befürchten gewesen.“ Das klingt schwer nach Klimawahn.

Übrigens, Frau Protzer-Knolle schafft beim Helmholtz Zentrum München, einer GmbH, die zu 10% von Bayern zu 90% vom Bildungsministerium finanziert wird (Quizfrage: Wer ist Minster/in für Bildung in der BRD? Nicht schummeln und googeln!) und sich der „Erforschung des Einflusses von Umweltfaktoren auf die Gesundheit“ widmet.

Die einzige echte wissenschaftliche Erkenntnis bis heute: Es gibt zu wenig Masken und zu wenig Beatmungsgeräte (letzteres vor allem in Frankreich, Spanien und Italien). Weder das deutsche noch das europäische Gesundheitswesen (wenn es denn so was überhaupt gibt) sind auf Krisen jedweder Art vorbereitet – und zwar in allererster Linie wegen unfähigen Personals (leichte Quizfrage: Wie heißt der/die/das Gesundheitsminister, der sagte „Wir sind bestens vorbereitet“?).

 

Keine Angst vor der Wahrheit (Spiegel-Slogan)

Beim Spiegel ist’s ein bisschen wie bei VW. Der Autobauer entschied sich gegen den Zeitgeist, der nach SUVs verlangt, und stellte seinen Laden auf Elektroautos um, weil es Merkel und ihre Hobbyklimakinder verlangten. Dank Corona kann das Management die Folgen nun unter „Krise, unvorhergesehene“ verbuchen und nicht unter „Missmanagement, klares“.

Auch der Spiegel bemerkte den Zeitgeist nicht, der längst schon einen fairen, demagogiefreien Journalismus und wenigstens gelegentlich ausgewogene Meinungen erwartet. Stattdessen betreibt das einstige nur im Zweifel linke Nachrichtenmagazin nun seit Jahren eine billige rotrotgrüne Propaganda, lässt syrische Kinder von Angela Merkel träumen und beschreibt dramatisch fast täglich den verdienten Abgang von Donald Trump seit dessen Nominierung als Präsidentschaftskandidat.

So vergingen die Jahre und die Leser gingen mit. Die Merkel gemachte „Flüchtlings“krise, der EU-Irrsinn, die unfähigste Regierung aller Zeiten konnten die Spiegel-Journos nicht aus ihrer Wahrheits-Lethargie wecken, wahrscheinlich würden sie im Falle, dass Merkel den dritten Weltkrieg verursacht, auch noch zu den Waffen rufen, bis sie schließlich sang- und klanglos in der Pressegeschichte der BRD versinken.

Nun geht’s, wegen Corona, etwas schneller. Zum zweiten Mal in fünf Jahren steht eine Entlassungswelle ins Haus. Hausintern kursieren bereits Zahlen von 80 bis 100 Arbeitsplätzen, schreibt der Branchendienst Meedia. Seit 2015 wurden rund 150 der 727 Arbeitsplätze bis Ende 2018 abgebaut.

Als Sofortmaßnahme will Chefredakteur Klusmann angeblich „unter anderem auf Berater zu verzichten“. Berater? Oh Gott! Dann stehen sie ja wirklich vor der Wand. Wahrscheinlich haben die Berater geraten, das Layout von Spiegel online zu Verschlimmbessern, Heft und Website zusammenzulegen, statt an den Inhalten zu arbeiten.

Bei allem Corona-Verständnis: Ein gesundes Unternehmen muss eine Übergangszeit von drei, vier Monaten auch ohne große Blessuren überstehen können, wenn es gut gewirtschaftet hat. Außerdem hat Merkel bestimmt schon eine Gießkanne der Dankbarkeit in Vorbereitung.

 

Achtung, SPAET am SONNTAG!

Leser*** „treibt eine Frage seit Wochen um“, und er fragt, ob ich Folgendes herausfinden könne:

„Wie viel Tote hatten/haben die „Top“ 10 oder 20 Staaten mit den meisten Corona Toten, in den vergangenen 5 oder 10 Jahren, möglichst mit einer Unterteilung nach Todesursache im Vergleich zu heute“.

Nun, lieber Herr ***, klar könnte ich das. Ich müsste nur „Todesursachen in Deutschland“ googeln, und das dann mit für die anderen Länder auch machen, und dann die Zahlen vergleichen.

Aber leider ist mir der Prof. Dr. Jörg Meuthen (Eigenbezeichnung bei Twitter) dazwischen gekommen, der aus einer AfD eine Meuthen-AfD und eine Höcke-AfD machen will und dringend der Besprechung seiner Idee bei SPAET am SONNTAG bedarf. Ich danke für Ihr Verständnis. Vielleicht können ja andere Leser unserem Statistik-Freund weiterhelfen...

(Bild: Peggy und Marco Lachmann-Anke auf Pixabay)

 

9 comments

  1. Roland Müller 3 April, 2020 at 20:37 Antworten

    In Spanien sieht es mit dem politischen Personal deutlich besser aus als in Deutschland. Der spanische Gesundheitsminister ist kein gelernter Bankkaufmann, kann dafür aber immerhin ein abgebrochenes Philosophiestudium vorweisen.

    • Armin V. 3 April, 2020 at 21:35 Antworten

      Bei unseren Nachbarn hat es ein berufsloser Studienabbrecher sogar zum Kanzler geschafft.

      In der Politik von heute alles kein Problem.

    • Paule Maier 3 April, 2020 at 22:38 Antworten

      Ich lese regelmäßig die Todesanzeigen (eine Art Hobby von mir) und da lese ich gelegentlich ziemlich extreme Namen, die mich trotz des traurigen Anlasses nolens volens zum Lachen, Lächeln oder Schmunzeln nötigen. Wenn man bedenkt, dass die Verstorbenen ihren “originellen” Namen ein ganzes langes Leben lang Tag für Tag mit sich rumschleppen und ihn notgedrungen mit einigem Humor ertragen mussten, gewinnt man doch einen gewissen Respekt vor ihnen, auch wenn man sie gar nicht gekannt hat.

  2. Armin V. 3 April, 2020 at 23:36 Antworten

    AfD… ja, es waren schöne erste Jahre. Die Aufbruchstimmung, das etwas Chaotische. Es gab soviel Hoffnung auf etwas wirklich Neues an dem man mit vielen anderen arbeitete. Es gab soviel ungewohnte Freiheit. Jeder war so enorm motiviert. Jeder hat viel Zeit und auch viel Geld investiert um das Projekt AfD ans Laufen zu bringen. Und dann kam der Erfolg und alles ging rasend schnell bergab. Es wurde “professionalisiert”, was nichts anderes bedeutet als “das machen was alle anderen Parteien auch machen”. Eine kleine Clique machte sich die Partei zur Beute. Sie verteilten unter sich und ihre Familienmitglieder Mandate und bezahlte Posten. Führten das Delegierten-System ein um ihre Macht, Geld und Posten zu sichern. Als einfaches Mitglied hat man keinerlei Freiheit mehr, keinerlei Mitsprache. In einem rasenden Tempo wandelte sich die Partei zur Jüngsten der Altparteien. Für diese Clique ist die Partei nur ein Geschäftsmodell. Man wird das sagen was wir als Wähler hören wollen. Aber nicht aus Überzeugung oder Herzblut. Nein, aus kaltem Eigennutz. Sie Lügen uns frech an. Die Überzeugung ist eine Ware, ein Geschäft. Solange mit dieser “rechten” Überzeugung gutes Geld zu verdienen ist, Vorteile und Macht zu erwerben ist, solange wird man von diesen Menschen die Phrasen hören, die wir von ihnen hören wollen. Aber keiner bei klarem Verstand sollte von dieser Clique ernsthafte Veränderungen erwarten. Dann würde man sich selber belügen.

    Gerade in der Israel-Frage hat sich klar gezeigt, aus welchem Holz die AfD geschnitzt ist.
    Ohne mich!

    • Libkon 4 April, 2020 at 03:03 Antworten

      Danke für Ihre klaren Worte. Ich habe nichts anderes von jeglichen Parteien erwartet. Da sind (auch nur) Menschen tätigig. Da passt der “Witz” gut: der liebe Gott schuf Menschen – sie waren aber auch danach.

      Jeder muss darüber schmunzeln und weiss doch: Menschen haben Charakterfehler, die sie nicht wirklich ändern können, da eingebaut. Den schlimmsten Charkter-Flaw (Unzulänglichkeit) hat sogar so gut wie jeder: Selbstsucht, auch Egoismus genannt.

  3. treu 4 April, 2020 at 13:34 Antworten

    Im Grunde will man und bedeutet das eine Spaltung in AfD-West und AfD-Ost. Aber wenn überhaupt, könnte nur eine geeinte AfD irgendeine ernsthafte Oppositionsrolle spielen. Eine AfD-West wäre ein FDP-Ersatz und damit nur eine Kleinstpartei und vielleicht noch, wenn man sich genügend den sog. „Etablierten“ unterworfen und angebiedert hat, in Zunkunft un politisch unbedeutender Mehrheitsbeschaffer, eine FDP-2 eben. Eine AfD-Ost(Flügelpartei o. ä.), würde in Ostdeutschland sicher zur stärksten Partei aufsteigen, aber hätte auf Bundesebene keinen Einfluß. Damit wäre insg. die AfD, als derzeit einzig nennenswerte Oppositionspartei, praktisch zerschlagen und politisch bedeutungslos.

  4. Luisa Nemeth 4 April, 2020 at 21:37 Antworten

    Und sie lügen, lügen, lügen
    und wir zahlen, zahlen, zahlen.
    Und sie lügen, lügen, lügen schamlos weiter.

    Und wir?
    Angenehmes Wochenende allerseits!

    • Fritz Fischer 5 April, 2020 at 12:44 Antworten

      Apropos Lügen, Lügen. Lügen: “Wenn es ernst wird, muss man lügen.”
      Mit diesem Satz hat Juncker (=EU-Schnee von gestern) garantiert nicht gelogen.
      Vielleicht war es ihm noch nicht ernst genug? ,-)
      Angenehmes Rest-Wochenende auch.

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