Fake News, Spekulationen
und Nachrichtendürre

Hanau, Volkmarsen und Köln

Die Twitterer der Polizei Nordhessen wissen, dass der Wunsch nach umfassenden Informationen groß ist“ – diesem Wunsch nach umfassenden Informationen wollen sie aber offensichtlich nicht nachkommen.

Der Fahrer wurde festgenommen, seine Identität dürfte also mittlerweile zweifelsfrei feststehen, sein Zustand könnte konkreter als „nicht vernehmungsfähig“ beschrieben werden, ein Foto veröffentlicht. Aber nur mit der Nachricht, dass es sich um einen „deutschen Staatsbürger“ aus der Region handelte, war man pfeilschnell.

Anstatt also mit Fakten Ahnungen und Behauptungen zu unterbinden, lesen wir den Aufruf „Halten Sie sich zurück mit Spekulationen... Teilen Sie keine Falschnachrichten!“

Welche Falschnachrichten? Die vom Spiegel, wonach der Täter alkoholisiert war? (Laut Spiegel-Informationen ist in Ermittlerkreisen von erheblichem Alkoholkonsum des Fahrers die Rede.“) Der Generalstaatsanwalt Alexander Badle hingegen zu Bild: „Er war nicht betrunken!“

Verheerend auch die Öffentlichkeitsarbeit nach den Morden von Hanau. Dafür, dass Partei- und Staatsführung sowie angeschlossene Medienschaffende sechs Millionen Wähler direkt nach der Tat in moralische Geiselhaft genommen haben, kommen doch recht wenige Fakten ans Licht. Welche Rolle spielt der Vater des mutmaßlichen Killers, der dem grünen Milieu zuzurechnen ist? Seinem Sohn soll er ausländische Freunde verboten haben soll, wie ja auch viele Grünen-Politiker ihre Kinder nicht in Brennpunktschulen sondern in Privatschulen anmelden.

 

„Keine besonderen Vorkommnisse.“ Äh...

Verhaltene Berichterstattung auch zu den großen Karnevalszügen in Köln und Düsseldorf, außer dass die Karnevalisten für ihre politische Korrektheit gelobt werden. Schlimmstes verhindert wurde in Düsseldorf, wo „ein Hakenkreuz von einem Mottowagen entfernt werden musste“, das Polizisten auf der Brust des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro „erspäht hatten“. Sehr gut.

In Köln hingegen meldete die Polizei (wie seinerzeit Silvester auch) „keine besonderen Vorkommnisse“. Der Karneval sei, wie Henriette Reker („Armlänge Abstand“) es ausdrückte, „die Kölner Antwort auf diejenigen, die Angst, Schrecken und Hass verbreiten wollen“.

Damit waren natürlich nicht die Vorfälle gemeint, die es nur in die Regionalpresse schafften: „Massenschlägerei unter aggressiven Jugendlichen. Großeinsatz der Kölner Polizei. Viele Verletzte.“ Am Karnevals-Freitag wurde „gegen eine Gruppe von rund 500 Jugendlichen eingeschritten“. Am Karnevalssamstag das gleiche bei etwa „350 Jugendlichen“. Keine besonderen Vorkommnisse.

Nicht unterschlagen wollen wir noch eine gute Nachricht von der Düsseldorfer Polizei: „Die in diesem Jahr zahlreich zusätzlich aufgestellten Toiletten wurden gut angenommen.“

 

Keiner rein, keiner raus

Wir werden uns wohl sehr bald doch mit dem Coronavirus beschäftigen müssen. Der Berliner Innensenator Geisel, SPD, erwägt im Notfall die Abriegelung der Stadt. Kommen Merkel und Co. dann auch nicht mehr raus? Was passiert dann mit „Europa“ (also der EU)?

Für das große CDU-Festkomitee mit der Wahl eines Prinzen oder Prinzenpaares lassen wir uns noch ein wenig Zeit...

 

5 comments

  1. Bernhard Krug-Fischer 25 Februar, 2020 at 20:27 Antworten

    „Der Berliner Innensenator Geisel, SPD, erwägt im Notfall die Abriegelung der Stadt.“ Er soll warten, bis ich am Freitag nachmittags die Stadt Richtung Nürnberg verlassen habe. Ich habe dann nicht das Geringste dagegen, wenn er die Stadt abriegelt, und ich vorläufig dann nicht mehr einreisen darf. Ich glaube, Kollegen (m/w/d) von mir hätten auch nichts dagegen. Bleibt nur noch die Frage: Ist dann zwangsläufig Urlaub zu nehmen?

  2. Barbara Blume 25 Februar, 2020 at 20:57 Antworten

    Als alte Kölnerin kann ich nur sagen:
    in den letzten Jahren waren die Wagen des Rosenmontagszuges in Köln mehr als “weichgespült” !
    Wenn ich daran denke, was man früher an manchmal tatsächlich “grenzwertig gebauten Themen-Wagen” em Zoch gezeigt hat… das jetzt ist dagegen einfach nur “PillePalle”.

    Es gabt oft genug Galgen, ein Erschießungskommando u. ähnliches in satirischer Form dargestellt.
    Heute wäre das undenkbar. :-(((
    Alles wird nur noch durch die PC-Brille gesehen – früher eher durch “die WC-Brille”… ;-)))
    Nä, dat is nit mehr mi aaal Kölle !!!!!

    Von Massenschlägereien, wie jetzt am Zülpicher Platz in Köln, war früher auch nichts zu sehen oder
    hören.
    Einzig, die “Messer-Einschüchterungs-Methode” von z.B. türkischen Jüngelschen gab es auch vor 50 J.
    schon – selbst an Weiberfastnacht erlebt und verdrängt. Kam aber nach “der Kölner Silvesternacht”
    wieder hoch. Fühlt sich schon toll an, ein Messer vor dem Gesicht und wegen Kneipenüberfüllung keine Fluchtmöglichkeit… -:(((
    Na ja, hat trotzdem nicht verhindert, dass ich 1 J. später einen (europäischen)Ausländer geheiratet habe…. -:)))

  3. Wolf Köbele 26 Februar, 2020 at 09:14 Antworten

    Correctiv hat’s nicht so mit Logik: “An der Verbreitung mancher Falschmeldungen waren auch Fehler in Medienberichten des ZDF oder der Lokalpresse beteiligt. So hieß es in einem ZDF-Bericht am Donnerstagmorgen (20. Februar), die Polizei habe einen rechten Hintergrund des Anschlags dementiert. Dem war nicht so – die Polizei hatte lediglich gewarnt, Gerüchte zu verbreiten.” Gut, war ein “Fehler”; aber der Meuthen ist ganz schlimm: “Ebenfalls irreführend ist die Theorie, die unter anderem von AfD-Chef Jörg Meuthen verbreitet wurde, dass die Tat kein rechter Terror sei oder es kein politisches Motiv gebe, weil Tobias R. offensichtlich psychisch krank sei. – Dem widersprechen die offiziellen Angaben der Behörden: “Wir gehen von einem zutiefst rassistischen Weltbild des mutmaßlichen Täters aus. Wir haben aufgrund von Äußerungen von ihm in Videosequenzen auf seiner Homepage sowie einer Art Manifest […] dieses Weltbild feststellen können”, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank auf einer Pressekonferenz.” Widersprachen sie auch der “irreführenden Theorie”, daß der mutmaßliche (soviel Genauigkeit muß sein) Täter psychisch krank sei? Und was ist mit der ebenso irreführenden Theorie des Generalbundesanwalts, daß sich in der Novemberfassung des “Manifests” noch keine rassistischen Motive fanden? Correctiv, ermitteln Sie!

  4. Peter Pascht 6 März, 2020 at 16:17 Antworten

    Was passiert mit Europa wenn Berlin abgeriegelt wird? Na gar nichts, bleibt alles beim alten.
    Europa ist doch schon seit 15 Jahren in Geiselhaft in Berlin.

  5. Peter Pascht 6 März, 2020 at 16:35 Antworten

    Zum Täter aus Hanau Tobias Rathjen geboren 1977, wie man in “BILD” lesen konnte, sagt ein Jugendfreund, ist der schon durchgedreht ab dem 15. Lebensjahr als er den Jugendfußball aufgeben musste, hat in der Öffentlichkeit mit einer Schreckschusspistole rumgefuchtelt und wirrendste Behauptungen von sich gegeben, die man unter anderem auch als “rechts” einordnen könnte. Allerdings war dies zu einer Zeit, für jeden der beim Rechnen die Grundschule geschafft hat, zu der es die AfD gegründet 2013 noch gar nicht gab.
    Es bleibt da nur eine mögliche Schlussfolgerung, der Täter von Hanau war ein Zeitreisender, der in seiner Jugend in die Zukunft gereist ist, sich da bei der AfD eine “rechte Grippe” holte und dann wieder in die Vergangenheit zurück reiste, um da zu warten bis 2020 um dann seine “rechte Grippe” los zu werden. Man kann für alles eine Erklärung finden, man muss sich nur bemühen es zu wollen.

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