Bevor das Parlament übermorgen in den wohlverdienten achtwöchigen Sommerurlaub geht – Sonnencreme nicht vergessen! – gabs nochmal eine Regierungserklärung vom Fritz. Eigentlich könnte es gar nicht besser laufen, fasste er die „Arbeit der Koalition“ zusammen. Allein von Januar bis Juni seien 3.000 neue Firmen gegründet worden, so der Kanzler stolz. Dass im selben Zeitraum 12.900 Firmen Insolvenz angemeldet haben (höchster Stand seit 2013), hat ihm mal wieder niemand gesagt. Außerdem klänge dann sein Vorhaben, „aus der Mitte der Gesellschaft unsere Zukunft zu gestalten“, nur halb so schön.
Inzwischen glauben dem Fritz selbst die eigenen Leute nicht mehr. In der Unionsfraktion fürchten sie sich vor dem „Horror-Sommer“, und das nicht aus Angst vor dem Wetter. „Eigentlich müssten wir in Notwehr aus der Koalition raus“ wegen Klingbeil & Bas, jammern Namenlose. Offen sprechen wollen die Abgeordneten nicht. Noch hält die Omertà.
Auch vom Nato-Gipfel hatte Merz nur Gutes zu berichten. Schon bald darf er sich Tomahawk-Marschflugkörper in seinen Vorgarten stellen, beziehungsweise in Ihren Vorgarten, verehrte Leser, damit der Putin auch ein gescheites Ziel hat, wenn’s losgeht. Von Tayyip Erdogan bekam Fritz, wie alle Staatsgäste, einen scharfen Sarsılmaz SR 38 Revolver geschenkt – mit eingraviertem Namen (Die Wumme, nicht die Kugeln!). Ist mal was anderes.
Wo wir schon beim Zwischenmenschlichen sind. Islands Regierungschefin Kristrún Frostadóttir darf man seit Ankara ohne Übertreibung die neueste Küstenbarbie, also die schönste Spezialdemokratin Europas, nennen, auch wenn, laut Bild, alle Augen auf das türkise Kleid von Charlotte Merz gerichtet waren. Wichtiger Styling-Hinweis an unseren Lars Klingbeil: Weiße Turnschuhe zum dunklen Anzug bei einer Gala: Nicht empfehlenswert! In Ankara wurde Klingbeils albanischer Genosse Edi Rama deswegen übel verspottet.
Übrigens. Die Abi-Abschlussrede einer Schülerin des Robert-Stock-Gymnasiums in Hagenow – „An die, die unserem Jahrgang die Durchfallquote gönnen – ganz ehrlich: Fickt euch einfach nur alle!“ – fand deutlich mehr Aufmerksamkeit als der Vortrag vom Fritz im Bundestag. Selbst die Dorfzeitung fragte bei der Schulleitung nach, wie es sich erklären lässt, dass so viele Schüler in einem Jahrgang (34%) durchgefallen sind. Obwohl ein Großteil der Betroffenen, „immer stabile Noten hatte.“ Eine Antwort der Schulleitung blieb bisher aus. Sind die Lehrer unfähig? Die Schüler zu dusselig? Das lässt sich aus einem dpa-Bericht nicht erschließen. Verdächtig: In MeckPomm regiert die alte SED (heute Linke und SPD)…
„Ein breites Bürgerbündnis mit Gelsenkirchens Ex-Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) und Kirchenvertretern“ hat ein AfD-Video als demütigend und rassistisch kritisiert. Wie überraschend und neu.
Die CDU in Berlin bereitet sich auf das Ende ihrer Regierungszeit vor, weil ihr Frontmann Wegner es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt und auch sonst so viel Fortune im Amt hat, wie der große Chef Merz.
2 Kommentare zu „„Seid Ihr bereit?““
8 Wochen politische Sommerpause.
Den Bürger freut’s, er macht ’ne Sause …
… Politik kann anstrengend sein, vor allen Dingen für diejenigen, die ausbaden müssen, was die Politik so alles auskaspert.
Die Vorstellung, jetzt 8 Wochen von jeglichen politischen Eskapaden verschont zu bleiben, ist ja wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag an einem Tag zu erleben. Dieses Vergnügen wird uns zwar nicht vergönnt sein, aber man darf doch mal ein bisschen träumen …
… Gute Nacht!
Mehr von Kater Moritz –
SATIRE • KRIMI • FANTASY – gibt’s auf:
https://www.katermoritzspricht.de
Ich muss Sie enttäuschen. Die politische „Arbeit“ wird in den Talkshows nahtlos fortgesetzt…