Benzinpreise und andere Kleinigkeiten

10 Milliarden Nebenkosten • „Beitragstsunami“ • Yollari und Audi

Um zu sehen, dass der Tankrabatt wirkt, sollten Sie nicht länger an der Zapfsäule nachrechnen (Bsp. München: Diesel € 2,03/9; Super E10 € 1,96/9), sondern sich an das staatlich geförderte ifo-Institut halten. Die sagen, es wirkt.

Während Robert Habeck teures Erdgas in den entferntesten Regionen der Welt bestellt, und den Umweltschutz etwas hintangestellt hat, kappt Wlad die Gaslieferungen über Nord Stream 1 um 40 Prozent (technische Probleme bei Siemens, zwinker, zwinker). Macht nix, in ein paar Jährchen kann womöglich Israel Ersatz liefern.

 

Gazprom Germania heißt das Unternehmen, das mit Erdgashandel und Speicherung etwa 12 Milliarden Euro umsetzt. Manche Gaskunden kennen es womöglich unter „Astora“ – „sicher und störungsfrei seit über 20 Jahren“. Aber schon der Name Gazprom Germania veranlasste unsere politischen Verantwortungsgemeinschaft, hier streng einzuschreiten. Also wurde der Betrieb Anfang April unter die „treuhänderische Verwaltung“ der Bundesnetzagentur gestellt.

Nun, gerade mal drei Monate später wird der Bund 10 Milliarden in die Hand nehmen müssen, damit der Betrieb gewährleistet bleibt, denn die enteignete Muttergesellschaft stellte ihre Lieferungen wohl sehr zur Überraschung der Enteigner ein. Gut, dass das den Steuerzahler nichts kostet. Alles auf Pump.

Auch das wichtigste Problem wurde schnell gelöst: Gazprom Germania soll nun „Securing Energy for Europe GmbH“ heißen. Das verstehen die Amis und auch Europa kommt vor. Vorwärts immer, rückwärts nimmer.

 

Übrigens fehlen den Krankenkassen im kommenden Jahr bis zu 25 Milliarden Euro, weiß Bild. Entweder erleben wir kurzfristig einen „Beitragstsunami“ (DAK-Chef mit dem bezeichnenden Namen Storm), oder wir machen das auch auf Pump.

 

 „Wir planen, eine Pipeline in die Luft zu jagen“, sagte die Grüne Luisa Neubauer auf dem Copenhagen Democracy Summit. Sogar auf Englisch, berichteten unsere Medien. Aber das war, laut derselben Medien, natürlich ein Scherz. Jedenfalls hat Luisa darüber gelacht. Nur Beatrix von Storch von der AfD hat natürlich wieder mal keinen Humor und Strafanzeige gestellt…

 

Bei Volkswagen flattern die Regenbogenfahnen, da werden sie wohl auch bei Audi in Ingolstadt nicht fehlen. Die hausinterne Kommunikation ist jedenfalls längst auf dem neuesten Stand. Etwa wenn die Audianaerinnen schreiben, „Der_die BSM-Expertin ist qualifizierte_r Fachexpert_in“, ist alles und jedes inkludiert. Nur nicht Alexander B., der seine Persönlichkeitsrechte als Mann durch das Kauderwelsch verletzt fühlt und klagte.

Mein Gott, so der Richter in seltener salomonischer Weise, Audi könne dem Kläger doch künftig „halt normal schreiben“. Nein, nein, nein sagten die Audi-Anwältinnen entsetzt, „normal“ sei weder praktikabel noch handhabbar. Vorwärts immer, rückwärts nimmer.

 

Flüg, Vogel, flüg

Dass er nicht länger Repräsentant von Truthähnen (englisch: Turkey) sein will, hat Recep Tayyip Erdogan der Weltgemeinschaft unmissverständlich klargemacht, so dass nun auch im Englischen statt Truthahn Turkiye geschrieben werden muss. Nun will Erdolf der Prächtige auch den Namen Turkish Airlines überpinseln lassen. Neuer Schriftzug: „Türk Hava Yollari“. Deutsch etwa: fliegt bei jedem Wetter.

 

Bild ist überzeugt, dass sich viele Deutsche einen Diplomaten wie Andrej Melnyk  wünschen, der in seinem Gastland „den Mund aufmacht“ und sich weder an Etikette noch diplomatische Floskeln hält, um den Willen seines Heimatlandes durchzusetzen. Jedenfalls wünschen sich Bild-Schreiber so einen, auch wenn sie ihn nun korrigierten.

Man sollte sich in Deutschland Gedanken darüber machen, wieso viele Ukrainer, „keine Lust haben, hier zu bleiben“, forderte der Undiplomat im deutschen TV, und uns fielen da spontan einige Gründe ein (sympathische Mitflüchtlinge aus dem Orient, anhängliche Pseudo-Ukrainer etwa in einer Düsseldorfer Unterkunft), aber das ist natürlich nicht gemeint. Jedenfalls präsentierte Bild nun Ukrainerinnen, die sich hier ganz wohl fühlen.

 

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