What’s new, Pussycat?

Inventing Anne • Thilos Thesen • Superwomen

Twitter steht bekanntlich niemals still, solange nicht jemand den Stecker rauszieht. Am Sonntag trendeten in dieser virtuellen Proleten-Kaschemme, in der sich auch die feineren Kreise wohlfühlen, die Schlagworte #Schlaganfall, #Tränendrüse und #AnneSpiegel.

Kurz erklärt: Der Gatte hatte einen Schlaganfall, vier Kinder waren zu versorgen, da brauchte Anne Spiegel einfach mal vier Wochen Urlaub, so die ehemalige Umweltministerin von Rheinland-Pfalz und jetzige* Bundesfamilienministerin (im Weiteren: Bufami) in einem Video, das den Hashtag „Tränendrüse“ verpasst bekam, weil Anne Spiegel kräftig auf dieselbe drückte.

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Selbst Bundeskanzler und Feminist Olaf Scholz zeigte sich davon „bewegt und beeindruckt“, obschon während Annes Urlaub in ihrem Zuständigkeitsgebiet RP die Welt unterging, viele Menschen im Hochwasser umkamen, zahllose Existenzen zerstört wurden. Nicht einmal die grüne Landes-Rasselbande ahnte etwas von der Umweltministerin Urlaub, ihre Ausrede, an wichtigen Sitzungen aus der Ferne teilgenommen zu haben, war glatt gelogen.

Weil gerade Wahlen anstehen (Homeland NRW und Schleswig-Holstein) entschloss sich der Grüne Vorstand einstimmig und unter Tränen, Bufami Spiegel zurücktreten* zu lassen. So verliert die Regierung Scholz nun „eine unglaublich tolle Bufami“ (die unglaublich tolle Annalena), oder wie es der Chefgrüne Nouripour in der blumigen Sprache des Orients ausdrückte: „Anne Spiegel hat Fehler eingestanden – auf eine Art und Weise und mit einer Transparenz und Offenheit, wie es sie im politischen Betrieb so nicht gegeben hat. Dafür gebührt ihr unsere Anerkennung und großer Respekt.“  

Letzte offene Frage: Welche unglaublich tolle Bufami kommt jetzt? Ricarda? Hofreiter?

 

Apropos. Feministische Außenpolitik in einer Szene: Ursula von der Leyen in der Ukraine.

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Feministische Außenpolitik in einem Satz von Kim Yo-jong (34), Schwester von Nordkorea-Kim Jong-un, an Südkorea: „Unsere nukleare Streitmacht wird unweigerlich ihre Pflicht erfüllen.“

Feministische Außenpolitik, in Annalenas leicht verständlicher Sprache: „Jetzt ist keine Zeit für Ausreden, sondern jetzt ist Zeit für Kreativität und Pragmatismus“, soll heißen: „Die Ukraine braucht weiteres militärisches Material – vor allen Dingen auch schwere Waffen.“

 

Übrigens: Spanische Corona-Inzidenz: 0,0. Wie das? Einfach nicht testen, stupid!

 

Nun ist Deutschland auch noch gespalten bei der Frage: Mario Barth oder der Zugschaffner, der ihn von der Bundespolizei aus dem Zug expedieren ließ, weil er nicht ständig die Maske trug.

 

In Frankreich sind SPD (heißt dort Parti Socialiste) und CDU (Les Républicains) bereits marginalisiert. Am 24. April dann die Stichwahl zwischen Macron und Le Pen und die Beantwortung der Spargel-Frage: Die schönen Landschaften zubetonieren, oder gewinnt Marine Le Pen mit ihrem erklärten Verzicht auf die Windkraft?

 

Ja, alles ist irgendwie plötzlich ganz anders. Etwa hier: „Die Risiken von Fracking wurden häufig übertrieben“. (Bild)

 

Der (wohl doch nicht unfehlbare) Thilo Sarrazin schreibt: „Die populistischen Strömungen in den westlichen Ländern haben mit Putins Überfall auf die Ukraine ein Vorbild und eine Identifikationsfigur verloren.“

Für welche populistischen Strömungen soll Putin denn Vorbild oder Identifikationsfigur gewesen sein? Der Feind meines Feindes ist weder das eine noch das andere.

Russland und China gehen schon seit Jahrzehnten erneut in eine autoritäre Richtung.

Na ja, Genosse, gerade das chinesische Modell der Überwachung, Zensur und Kontrolle hat weniger bei populistischen Strömungen als vielmehr bei den Politicos in der EU zahlreiche Bewunderer, wie man etwa am Netzwerkdurchsetzungsgesetz und dem Abklemmen missliebiger Websites sehen kann.

Und auch hier ist wohl eher der Wunsch Vater des Gedankens:

Die unbestrittene Führungsmacht in diesem Block freier, demokratischer Industrieländer sind erneut die USA. Ihre drohende Abkopplung von Europa ist historisch revidiert.

Ihre drohende Abkopplung? Das Hauptspiel findet für die USA mehr denn je im Pazifik statt, in Europa setzt Washington stattdessen auf Polen und unsere Grünen als fünfte Kolonne, und die EU ist ein Paradebeispiel für die US-Großmachtpolitik „Teile und herrsche“, aber, die Frage sei erlaubt, wo führen sie denn? Meint der Thilo: in der Bild-Zeitung? Oder dass sie im Hintergrund die Strippen ziehen?

 

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