Haldenwang impft gegen rechts.
Und Merkel ist auf „Ast, der absteigt“

Merkels Deutsch, Söders Ethik, Haldenwangs Test, Klimakinders Diesel

„Kleines armseliges Würstchen“ kostet in Köln 1.600 Euro, in Berlin wohl nur ‘nen Fuffi. Was bei „Wuppertaler Würstchen“ fällig wäre, ließ sich auf die Schnelle nicht eruieren, also muss es ohne gehen, und wir fangen so an: In einer gerechten demokratischen Welt säße Thomas Haldenwang aus Wuppertal als Nachtwächter in einer Baubude mit Dixi-Klo. Und nicht als Präsident des Verfassungsschutzes in Berlin.

Ausgerechnet dieser Eumel, der angeblich zum Schutze der Demokratie eingesetzt wurde, tritt diese Demokratie mit Füßen, und stellt sich dabei auch noch so dämlich an, dass es eigentlich schon wieder lustig ist.

So lässt der blitzgescheiterte Verfassungsschutzpräsident derzeit seine Schlapphüte gegen „Rechtsradikalismus“ impfen, mit einer Schulung und anschließendem Test. Hierbei sind Fragen zu beantworten, wie diese:

„Sie sind auf einer Party eingeladen. Sie bekommen mit, dass der Gastgeber fremdenfeindliche Witze macht. Wie reagieren Sie?“

Die richtige Antwort ist anzukreuzen. Leider liegt uns der Test nicht vor, daher kennen wir die richtige Antwort nicht. Überhaupt hätten wir den Fragebogen gerne komplett abgedruckt. Da wüsste man schließlich, ob man schon immun ist.

Wer 80% solcher Fragen „richtig“ beantwortet, erhält eine Urkunde. Solche „Schulungen“ hält Haldenwang für „eine wesentliche Säule in der Abwehr von Rechtsradikalismus“. Wohlmeinende könnten nun glauben, diese Veranstaltungen wären eine Art alternativer Karneval, weil doch das übliche Programm derzeit verboten ist. Weit gefehlt. Vor einem Jahr forderte Haldenwang seine Mitarbeiter auf, sich vertrauensvoll an das Sicherheitsreferat zu wenden, falls es im Freundeskreis AfD-Wähler geben sollte. Sechs Millionen Wähler sind für diesen Kommissar also der Meldung wert. Und weil es so viel Spaß macht, kündigte der furchtbare Jurist gleich ein permanentes Prüfprogramm für alle Verfassungsschützer an: „Von der Einstellung bis zum Ruhestand.“

Das passt von Wortwahl und Attitüde schon mal mindestens in zwei deutsche Staaten der Vergangenheit.

(Der Test basiert auf den vertrauenswürdigen Recherchen von Josef Hufelschulte, Focus)

 

Natürlich hat Bayern einen Ethikrat, was dachten Sie denn? Der von seiner bayerischen Rohheit Markus Söder gegründete Bayerische Ethikrat berät den Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder und die gesamte Staatsregierung in den entscheidenden Zukunftsfragen unserer Gesellschaft, heißt es. Der diverse Rat (neun Frauen, jetzt noch acht Männer) begleitet die segensreichen Entscheidungen des Herrn Ministerpräsidenten mit gesalbten Worten, die dann in den Ethikunterricht an bayerischen Schulen eingehen können.

Deshalb musste auch dieser Professor Lütge da weg. Sätze wie „Die heutigen Beschlüsse machen fassungslos. Einfach nur fassungslos“ passen doch nun wirklich nicht in unsere Corona-Zeit, geschweige denn in ein Schulbuch! Und wie kann man dem Herrn Ministerpräsidenten „unverantwortliche Drohkulissen“ unterstellen? Kein Wunder, dass die Welt Lütge als „umstrittene Person“ bezeichnet. Entsprechend hat das Kabinett die Entlassung Lütges aus dem Ethikrat einstimmig beschlossen. Ave Caesar!

Nur die Süddeutsche mault ein wenig. Die Abberufung sei „eine politische Dummheit“, schreibt eine Edelfeder namens Kurt, denn „jetzt haben die Corona-Leugner einen Märtyrer“. Schwamm drüber. Der Maggus kann es schließlich nicht jedem Recht machen.

 

Das Merkel von Vorpommern spricht

Es ist die heilige Pflicht eines jeden Mediums, die Worte der großen Staatslenkerin zu verbreiten, wenn denn schon mal welche fallen. Da wollen auch wir nicht abseits stehen, wir sind ja nicht Nawalny in Russland, der immer gegen die Führung stänkert.

Also sprach Dr. Angela Merkel: „Wir haben in den letzten dreieinhalb Wochen die Fallzahlen immerhin halbiert“, lobte die Kanzlerin, wobei mit „wir“ vor allem sie und der Söder gemeint sind. Bravo. Ein wenig knacken wir noch an dem folgenden Satz der Kanzlerin: „Das heißt: Wir sind auf einem Ast, der absteigt.“ Eigentlich heißt es doch nichts Gutes, auf einem absteigenden Ast zu sitzen. Vor allem, wenn man den selber angesägt hat. Aber was verstehen wir schon.

Wenigstens kann nun niemand mehr sagen, er habe das mit dem Inzidenzwert nicht verstanden, denn Dr. Angela Merkel erklärte das so:

„Wir haben zwei Zahlen. Wenn man die 50 überschreitet, muss man umfassende Schutzmaßnahmen treffen. Unterhalb der 50 gibt es noch die Zahl 35. Das ist eine Vorsichts-Zahl, bei der man schon erste Schutzmaßnahmen machen soll oder im Umkehrschluss, wenn man sie unterschreitet, darf man schon wieder an größere Öffnungsschritte denken.“

Ah, jetzt ist alles klar. Wir wollen nicht unterschlagen, dass diese wichtigen Aussagen von Dr. Angela Merkel allein der gewieften Fragetechnik von Marietta Slomka zu verdanken sind. Bei Marietta ist Angela immer besonders locker, und auch Marietta mag die Kanzlerin gern, weshalb Neider*Innen und *außen sie sogar schon Marionetta Slomka nennen. Gemein!

 

Ohne Diesel geht es nicht.

Auch in Graz tanzen die Klimakinder, und um allen Zuschauern auch die wichtige Botschaft vermitteln zu können, dass die Menschheit auf fossile Brennstoffe zu verzichten habe, wurde eine Lautsprecheranlage eingesetzt. Die Kiddies sind ja nicht von gestern. Leider war Ökostrom nur zu „unvertretbar hohen Preisen“ verfügbar, deshalb, so eine Alena von FFF Graz, habe man auf ein Dieselaggregat zurückgreifen müssen. Reality is a Bitch, weiß der Diplomingenieur, aber den Klimakindern wird der tiefere Sinn dieser kleinen Geschichte auf immer verborgen bleiben.

 

Illustration: adborsche

6 comments

  1. Krufi 12 Februar, 2021 at 22:26 Antworten

    „Vor einem Jahr forderte Haldenwang seine Mitarbeiter auf, sich vertrauensvoll an das Sicherheitsreferat zu wenden, falls es im Freundeskreis AfD-Wähler geben sollte.“ Das ist in meinen Augen ein offizieller Auftrag zum Denunziantentum. Ja, wir brauchen mehr Denunzianten, allerdings solche, die zu Whistleblowers mutiert sind. Dann könnte der Fragebogen mit Antworten zufällig irgendwo im Netz auftauchen.

    Wenn die anderen Mitglieder des Ethikrates noch ihre Eier in der Hose hätten (zugegeben, bei Frauen schwierig), müssten sie geschlossen aus Solidarität zum Kollegen zurücktreten bzw. das Amt niederlegen!!
    Auch Tichy beschäftigt sich mit dem Thema und hat den Facebook-Kommentar von Kubicki im Wortlaut veröffentlicht:
    „Söders Nerven liegen offensichtlich blank. Jetzt hat er ein Mitglied seines Ethikrates rausgeworfen, nachdem sich dieser kritisch zu Lockdown-Maßnahmen geäußert hat. Das, was wir in den letzten Tagen erleben, ist, dass der bayerische Ministerpräsident das Vertrauen in den Rechtsstaat und in die Freiheit der Wissenschaft komplett ruiniert. Wenn es nur noch darauf ankommt, Wissenschaftler zu konsultieren, die die eigene politische Agenda stützen, kann man Einrichtungen wie Ethik- und Sachverständigenräte auch abschaffen. WK“

  2. Torsten Last 12 Februar, 2021 at 22:57 Antworten

    Ich suche immer noch den Ausgang aus diesem Theater… Meine Erinnerung daran, wann, wo und wofür ich die Eintrittskarte erworben haben soll, ist erloschen! Ich möchte einfach nur noch ‘raus…

  3. Jupp Zitter 13 Februar, 2021 at 00:38 Antworten

    Dieses ewige “wir” der Kanzlerin geht mir ja sowas von auf den Senkel, und die ganze Person sowieso. Sie ist seit Jahren eine einzige Zumutung . Wenn es in einer Woche jahreszeitlich bedingt 15 oder 20 Grad wärmer ist als heute und die Viren in der Sonne nur so dahinschmelzen, wird sie garantiert vor die Kameras ihrer Haus-Sender treten und behaupten: “Wir haben die dunkle Zeit nun siegreich überwunden und das tödliche Virus mit unserer konsequenten Lockdown-Politik in die Knie gezwungen. Nun gehet hin und lasset Euch alle impfen, damit wir den Menschen Monat für Monat mehr Freiheiten schenken können.” Halleluja halleluja halleluja.

  4. Talleyrand 14 Februar, 2021 at 16:29 Antworten

    Wenn man die Inzidenzkurve extrapoliert, wird sie über kurz oder lang die X-Achse schneiden und in negative Dimensionen vorstoßen. Was passiert denn dann? Müssen wir uns dann gegenseitig gesetzesgestützt anhusten, um wieder auf Null zu kommen? Oder permanent über die Stränge schlagen, und zwar verpflichtend?

  5. Oink 15 Februar, 2021 at 04:48 Antworten

    “Ausgerechnet dieser Eumel, der angeblich zum Schutze der Demokratie eingesetzt wurde, tritt diese Demokratie mit Füßen,…”
    Andernfalls hätte er den Job auch sicherlich nicht bekommen…

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