Strobl und die Idee mit der Klapse –
Neuer Sheriff in der Stadt?

Strobl, Bedford-Strohm, nachträgliches Ermächtigungsgesetz

Im besten Falle sind Politiker auch optisch gut unterscheidbar. Das erleichtert Karikaturisten die Arbeit und Wählern die Orientierung. Ich wähle die Raute – da müsste man niemandem erklären, wer gemeint ist. Jeder kennt den Dicken aus dem Kabinett und den schläfrigen Helge. Und wer wüsste nicht im Präsidium des Bundestages blitzschnell den bunten Papagei zu identifizieren, auch wenn diese Tiere in freier Wildbahn eher leicht sind, um fliegen zu können...

Leser mögen bitte davon absehen in den Kommentaren die noch anschaulichere Beschreibung letzterer Person durch H. M. Broder nachzureichen – die ist nämlich anscheinend gerichtsbewehrt. Lange Vorrede, kurzer Sinn: Heute beginnen wir mit dem Herrn Innenminister von Baden-Württemberg und Schwiegersohn von Wolfgang Schäuble, der in der öffentlichen Wahrnehmung trotz Amt und Verwandtschaft eher unauffällig geblieben ist, jetzt holt er aber auf. Sie wissen doch, wer gemeint ist? Ja, der, der in drei deutschen Jahreszeiten immer ein wenig zu gebräunt rüberkommt. Richtig. Thomas Strobl (Bild wurde im Solarium bearbeitet).

Minischter Stobl hat eine prima Idee aus Sachsen aufgegriffen, wo Sozialministerin Petra Köpping, SPD, schon im April auf denselben Gedanken gekommen war: Quarantäne-Verweigerer in die Klapse zu sperren. Ist die rote Petra inzwischen zurückgerudert? Keine Ahnung, da kommt man ja nicht mehr mit. Jedenfalls hat Minischter Thomas schon die entsprechende Lokalität ausgesucht (frühere Lungenfachklinik St. Blasien im Schwarzwald). Uiuiui, sagt die Gewerkschaft der Polizei, da komme viel Arbeit auf die Gesetzeshüter zu, aber Gewerkschafter jammern ja immer. Nur gut, dass die Polizei im Ländle kaum zu tun hat, außer am Wochenende mit der Partyszene in Stuttgart.

Jedenfalls wird’s Zeit, dass der (wir wollen immer schreiben ‘der Herr Doktor Strobl‘, weil er so aussieht, als wäre er einer, ist er aber nicht) Thomas langsam Gas gibt, wenn er auch außerhalb von Baden-Württemberg noch was werden will. Schließlich ist er auch schon 60 und wenn er sieht, welchen Popanz der Söder aufführt, um regelmäßig ins Staats-Fernsehen zu kommen, muss er noch ordentlich auf die Pauke hauen.

 

Auf leisen Sohlen...

Wegen Corona reichten gestern offensichtlich deutlich unter 100 anwesende Parlamentarier aus, ein Gesetz durchsetzen, nachdem nun auf Personalausweisen zwingend Fingerabdrücke vorgeschrieben sind. Der Abgeordnete Oster von der Satirepartei CDU scherzte anlassgemäß: „Der Personalausweis ist die Eintrittskarte in unser Land.“ Daher müsse der Ausweis so sicher sein wie möglich. Nä, wat hamwa gelacht...

Heute wird dann der „Entwurf eines Dritten Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ „diskutiert“ und bestimmt schnell durchgewunken. Schließlich ist die Regierung bisher nicht wirklich ermächtigt, derart in unsere Grundrechte einzugreifen, wie sie das wg. Corona tut. Deshalb muss ein Ermächtigungsgesetz nachgereicht werden. Was die epidemische Lage von nationaler Tragweite betrifft, die bestimmen auch in Zukunft immer Dr. Drosten mit Merkels Rasputin und Corona-Karl.

Vielleicht kann dann auch Bild verboten werden, Kassenärzte-Chef Andreas Gassen und die beiden Virologen Streeck und Schmidt-Chanasit zu zitieren mit solch teuflichschen Aussagen wie: kein zweiter Lockdown, keine unnötige Nachverfolgung von Infektionsketten durch die ohnehin völlig überforderten Behörden mehr, stattdessen ein besonderer Schutz der Risikogruppen, z.B. durch Schnelltests und Eingangsschleusen in Alten- und Pflegeheimen. Die bringen doch das ganze schöne Panik-Konstrukt ins Wanken!

 

Käpt’n Heinrich auf Jesu Spuren

Also sprach der Pharisäer Heinrich Bedford-Strohm in der Welt: „Wir alle ringen – um es mal pathetisch zu sagen – um den richtigen Weg, Nachfolger Jesu Christi zu sein.“ Er selber ist bei dem Ringen schon recht gut vorangekommen und führt deutlich nach Punkten. Schon alleine wegen seiner Menschenfischerei im Mittelmeer. „353 Menschen gerettet – das spricht für sich.“ Ja, das muss ihm erst mal jemand nachmachen. Leider hat die Welt vergessen zu fragen, ob es Punkteabzug gibt, wenn unter den „Geretteten“ auch Terroristen wie der Kopfabschneider von Paris oder der Massenmörder vom Breitscheidplatz waren...

 

Illustration: adborsche

14 comments

  1. Luisa Nemeth 6 November, 2020 at 20:46 Antworten

    Schön. Bei so vielen elitären Klapsen-Anwärtern, bleiben uns auch wieder nur die billigen Plätze. Aber: Kompliment dem “Strohmer” – als Menschenfischer scheint er gar nicht so ungeschickt zu sein. Und zusammen mit Marx könnten die es noch weit bringen. Zumal “Tango Franz” (Paetow) die Globalisten-Gemeinde wohl führen will.

  2. Die Partei hat immer recht 6 November, 2020 at 21:12 Antworten

    “: Quarantäne-Verweigerer in die Klapse zu sperren.”
    Tolle Idee. Hat doch auch beim Mollath gut geklappt. Unbotmäßiger Störenfried für sieben Jahre entsorgt, denn Ruhe ist die erste Bürgerpflicht, nicht wahr? Der würde da wahrscheinlich heute noch hocken wenn es nicht öffentlich Stunk gegeben hätte.
    Ich erinnere mich noch gut an die BILD-Kurzmeldungen aus den Achtzigern, wenn wieder gemeldet wurde das ein Sowjetdissident in der sowjetischen Psychiatrie verschwunden war. Da wird einem richtig nostalgisch zumute… .

  3. Emmanuel Precht 6 November, 2020 at 22:36 Antworten

    Ja, ja – unser Bettfurz Strumpf. So ein Edler. Wenn der mal an die Himmelspforte klopft rufts von innen: “Bleib bloß weg, hier ist alles in christlicher Ordnung und das soll auch so bleiben”.

    • Klauspeter 7 November, 2020 at 15:00 Antworten

      Ja, dort oben hat man noch den Überblick und auch die Möglichkeiten, nur die einzulassen, die auch Einlass verdienen. Für Bettfurz und den dicken Marx ist aber bestimmt noch ein warmes Plätzchen in der Hölle frei. Da können diese sich am eigenen Weihrauch ergötzen.

  4. Hein Noog 7 November, 2020 at 09:03 Antworten

    Keine Sorge Herr Paetow, der Herr Strobel ist bestimmt schon im nächsten Kabinett Merkel als Minischter gesetzt. Ich glaube ich gehe recht in der Annahme, dass er sein Spezialwissen über die Partyszene demnächst anstelle von Drehhofer im Innenministerium ausbreiten darf, nach dem Motto, “wir können alles, außer Hochdeutsch”. Wir dürfen gespannt sein, der Schwiegerpapa ist bestimmt ein gewichtiger Fürsprecher bei Angela.

  5. P.Bläser 7 November, 2020 at 19:07 Antworten

    Die Lungenfachklinik St. Blasien (höchstgelegene Lungenfachklinik Deutschlands) zieht aktuell nach Waldkirch um (habe ich auf deren Website gelesen), sodass die entsprechenden Lokalitäten in St. Blasien offenbar bald leer stehen. Ich weiß nicht, wieviele “Quarantäne-Verweigerer” man da unterbringen und “therapieren” kann (“Einer flog über das Kuckucksnest” kommt mir gerade in den Sinn), aber sicher eine ganze Menge. Für St. Blasien wäre das bestimmt ein gutes Geschäft (neue Arbeitsplätze, Steuern, Miete, Subventionen vom Staat etc.). Problem: Wie schützt man die Bürger von St. Blasien davor, dass diese potentiellen Mörder aus der Klinik ausbüxen und den schönen Schwarzwaldkurort in eine Corona-Todeszone verwandeln. Stacheldraht? Wassergraben? Mauer/-Schützen? Auf jeden Fall muss ein 24/7-Wachdienst her mit Schäferhunden und wass man sonst noch alles so braucht bei derart gefährlichen Insassen. Keine Sorge: Als Weltmeister im Wirschaffendas schaffen wir auch das.

    • Roland Müller 7 November, 2020 at 21:47 Antworten

      Die Lösung der von Ihnen beschriebenen Probleme kann man in Mödlareuth, von den Amerikanern Klein-Berlin genannt, besichtigen. Also Mauer, Stacheldraht, Alarmzaun, Wassergraben, Hundelaufzone und Minen.

  6. caesar 7 November, 2020 at 20:52 Antworten

    Neu ist die Idee nicht Menschen mit abweichender Meinung in die Klapse zu sperren.Ist eine bewährte Methode diverser Diktaturen.Der große Vorteil gegenüber Gefängnis ist der Verlust aller bürgerlicher Rechte.Der “Patient” kann sich auch nicht gegen die Behandlung mit diversen “Medikamenten ” wehren und hat keine reale Chance wieder freizukommen.

  7. Ignaz Lichtl 8 November, 2020 at 23:11 Antworten

    Man hat eigentlich den Eindruck, die auffällige Gesichtsfarbe des Herrn Strobl käme von einer anderen Passion her …

    Mayer-Vorfelder lässt grüßen?

    Ich kann mich natürlich auch irren.

  8. Tayllerand 9 November, 2020 at 11:12 Antworten

    St. Blasien ist aus natürlichen Quellen radioaktiv ziemlich verstrahlt, der Uranabbau ist zwar eingestellt, aber wenn die Corona Missetäter schon keine Angst vor Viren haben, werden sie doch hoffentlich vor den Bequerels in den Lüften erbleichen und schleunigst sich bekehren. Schlauer Fuchs, der Strobel.

  9. K. Buerger 9 November, 2020 at 13:10 Antworten

    Fingerabdrücke im Personalausweis… wozu soll das gut sein? Früher wären insbesondere die Grünen und die FDP wohl Sturm gelaufen gegen solchen Schwachsinn. Ja FRÜHER…
    Aber heutzutage werden selbst die schlimmsten Überwachungs- und Unterdrückungsgesetze von unseren sogenannten “Volkvertretern” allenfalls mit einem Gähnen zur Kenntnis genommen und einfach kommentarlos durchgewinkt.
    Wie zwingt man Bürger, ihre Fingerabdrücke abzugeben, wenn sie das nicht wollen? Mit immer höheren Bußgeldern? Mit Zwangsvollstreckungsmaßnahmen? Mit Beugehaft? Mit zwangsweiser Abnahme von Fingerabdrücken wie bei Straftätern? Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, den Zwangsmaßnahmen auch nicht. Und wozu das alles?

    • Tobi K. 9 November, 2020 at 19:24 Antworten

      Wozu das alles? Für den zu jedem Zeitpunkt perfekt steuerbaren Menschen. Einfach mal den Blick nach China richten. Ja China, das Habecksche “Demokratiemodell der Zukunft”. Dort gehst du quasi nicht einmal unkontrolliert aufs Klo. Der Staat weiß alles, regelt für dich alles und kann dich beschenken oder bestrafen. Läuft bei denen über ein Punktemodell, so ähnlich wie früher bei uns in der ersten Klasse mit Bienchen im Heft. Die ganz Bösen werden aussortiert. China hat die höchste Rate an Todesstrafen weltweit. Weit über 1000 jährlich glaube ich. Okay soweit wird Merkel nicht gehen oder? Und die Impfungen erst. Damit kann man Geburten regeln, den Altersüberschuss, … hach mir wird so richtig warm ums Herz.

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