Von Karl dem Großen bis zu Armin dem...

Teutsche Helden, digitale Analphabeten und Puff-Regeln

O Mann! Jetzt hat er gerade etwas aufgeholt (wg. Superwahlsieg im Homeland NRW/ minus 2,5%-Punkte), da müssen wir uns schon wieder Sorgen um Armin Laschet machen. Er glaubt, von Karl dem Großen abzustammen. Und damit von Pippin dem Kurzen. Und Karl dem Kahlen. Nun also Armin der Zukurzgekommene.

Vielleicht lässt sich das ja ambulant heilen. Er läuft schließlich nicht mit blankem Schwert herum und lässt sich Majestät nennen. Das lässt er doch nicht, oder?

Wie kommt Armin darauf, dem Geschlecht der Karolinger entsprungen zu sein? Maske zu lange aufgehabt? Kopf gestoßen? Nein.

Sein Bruder hat sich in die Ahnenreihe hineingefuchst und ist sich absolut sicher. Außerdem kommen die Laschets aus Aachen. Und wessen Thron steht da? Ebend. (Manu-Schwesig-Deutsch)

 

Digitale Schande (offiziell und inoffiziell)

Zuerst die inoffizielle: Vor zwei Jahren erklärte Merkel ihren Plan für Deutschlands digitale Zukunft, und alle Journos haben brav mitgeschrieben. Natürlich war es die Tinte nicht wert. Heiße Luft, ohne Maske. Der Hacker-Angriff auf die Uniklinik Düsseldorf zeigt erschreckend, dass eine digitale Kompetenz in Allemannja so gut wie nicht vorhanden ist, trotz der Einwanderung von Millionen Internet-Spezialisten in der Merkel-Zeit.

Denn der Krankenausbetrieb konnte erst wieder voll aufgenommen werden, nachdem die Hacker der ermittelnden Behörde, die auf den großspurigen Namen ZAC (Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime) hört, die Zugänge zu Daten und Betriebssystemen wieder freigaben. Die Hacker wollten offensichtlich die Uni lahmlegen, nicht die Uniklinik. Die Journos weisen auf den digitalen Offenbarungseid nur am Rande hin. Im Mittelpunkt steht die Meldung, dass eine ältere Patientin, die wegen des Angriffs verlegt werden musste, gestorben war.

Ohne den freiwilligen Rückzug der Hacker und die Wiederfreigabe der Daten wäre die Industrienation Allemannja nicht in der Lage gewesen, die Hacker zu stoppen. Obwohl neben Europa Digitalisierung in keinem Merkel-Vortrag fehlt. Setzen! Sechs! Vielleicht sind ja bei den Neuzugängen aus Moria ein paar Spezialisten dabei.

Jetzt die offizielle: Wenigstens Chats lesen können sie im Homeland NRW. Deshalb sind gestern 29 Polizisten wegen „Mitgliedschaft in rechtsextremen Chat-Gruppen“ suspendiert worden. Die hatten Adolf-Hitler-Bildchen geteilt. Vielleicht auch gemeinsam Youtube-Videos mit Hitler-Reden geschaut. Jedenfalls ist der alte Sheriff Reul „entsetzt“, Marshall Seehofer spricht wieder von „Schande“.

 

Der feine Jürgen

Natürlich nimmt Jürgen Resch, der Chef vom Verein „Umwelthilfe“, der den Deutschen den Verbrennermotor mies macht, für einen Trip von Berlin nach Stuttgart (631 km) den Flieger! Ja soll er etwa mit dem Elektroauto fahren?

Für eine vergleichbare Strecke – 638 Kilometer von Berlin nach Aachen – brauchte ein Testfahrer mit dem neuen e-Golf inklusive Ladestopps und Pausen fast 12 Stunden.

Die abenteuerliche Reise sollten Sie unbedingt lesen, bevor Sie Ihren feinen Diesel durch Reschtechnik ersetzen!

 

Neue Verkehrsregeln gelten ab sofort in den Puffs im Homeland NRW. Räume, in denen sexuelle Dienstleistungen erbracht wurden, müssen für 15 Minuten gelüftet werden. Das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen zwischen Kunden und Prostituierten ist „zwingend und konsequent geboten“ – das wird wohl eine Atmungszulage kosten. „Vorher und nachher“ Hände waschen!

Ganz neue Geschäftszweige erschließen sich durch diesen Teil der Verordnung: Kunden müssen ihren Namen, ihre Adresse und ihre Telefonnummer hinterlassen, die von den „Prostituierten oder Bordellbetreibern vier Wochen lang vertraulich aufbewahrt werden sollen“. Nun ist die politische Elite im Homeland NRW ja nicht völlig debil. „Die Kontaktnachverfolgung ist in einem Bereich, wo es ein Stück weit um Diskretion geht, schwierig“, hatte etwa Vize-MP Joachim Stamp bemerkt. Da muss er eben schreiben „J. Stamp“ und Adresse. „FDP“ und „Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration“ kann er ja weglassen. (Mehr zum politischen Meisterstück hier)

 

Apropos FDP. Inzwischen versammeln sich an unserem kleinen Lagerfeuer die Überlebenden vieler Parteien, um sich ein wenig an Texten zu erwärmen, die es früher auch anderswo, heute aber dort nicht mehr gibt und geben darf. Konservative und SPD-Renegaten, selbst erwachte Grüne finden sich in unserem kleinen Kreis. Manche lassen uns an Hoffnungsschimmern in ihren Altparteien teilhaben, auf dass auch das Gute, das es ja überall noch vereinzelt gibt, nicht unter den Tisch falle. So ist es einem hartnäckigen Liberalen wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Regierungsfraktionen im sächsischen Landtag (CDU, SPD, Grüne) eine deftige Diätenerhöhung für den ersten April 2021 planen – natürlich nicht im Scherze! Die FDP ist grundsätzlich dagegen, schreibt der Liberale stolz, und verweist darauf, dass, als die FDP noch im Landtag war, diese ihre Diäten deckelte und vom Überschuss kleine Projekte von Vereinen, Schulen und Sportvereinen unterstützte.

 

Illustration: adborsche

8 comments

  1. Krufi 17 September, 2020 at 20:59 Antworten

    Lieber Herr Paetow, jetzt haben Sie mir aber einen Schrecken eingejagt. Lese wie fast jeden Abend mit Vergnügen Ihre „Spaet-Nachrichten“ und dann das: „Denn der Krankenausbetrieb konnte erst wieder voll aufgenommen werden, nachdem die Hacker der ermittelnden Behörde, die auf den großspurigen Namen ZAC (Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime) hört, die Zugänge zu Daten und Betriebssystemen wieder freigaben.“ Zuerst die Augen gerieben, nochmals wiederholt gelesen und dann erfreulich festgestellt, dass dies unter die „inoffizielle digitale Schande“ geschrieben war. Uff! Denn offiziell steht ZAC für Zeitungs-Abo-Card. „Mit der kostenlosen Karte, die ausschließlich Abonnenten der Nürnberger Nachrichten mit den angeschlossenen Heimatzeitungen sowie der Nürnberger Zeitung bzw. Nordbayerische Zeitung vorbehalten ist, können Sie sich diese vorteilhafte Service-Leistungen und überaus zahlreiche Vergünstigungen sichern.“ Weitere Einzelheiten bitte googeln. Oder unterstütze ich mit dem Abo der Fürther Nachrichten und Besitzer einer ZAC-Karte eine „geheime Hackertruppe“, die unter der “Tarnbezeichnung” Nürnberger Nachrichten agiert? Eher unwahrscheinlich.

    Zu dem Abschnitt „Apropos FDP“ empfehle ich einen Beitrag heute auf der Achse von Anabel Schunke. Dabei auch die Leserbriefe lesen.

    https://www.achgut.com/artikel/die_selbstaufgabe_der_fdp

    • H. Morgenhunger 18 September, 2020 at 08:47 Antworten

      Ich denke, hier bei Paetow auf die Achse und auf Anabel Schunke zu verweisen, dürfte dem sprichwörtlichen Tragen einer Eule nach Athen ziemlich nahe kommen. 😉
      Wer die Spaet-Nachrichten liest, liest auch Tichys Einblick, wer Tichys Einblick liest, liest auch die Achse des Guten, wer die Achse des Guten liest, liest auch die Artikel von Anabel Schunke. Wer die Artikel von Anabel Schunke liest, liest auch die Leserbriefe zu Anabel Schunke. 😉
      Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass Anabel Schunke früher für Tichys Einblick schrieb. Keine Ahnung, warum das nicht mehr der Fall ist. Jetzt ist sie halt auffer Achse. Für mich macht das keinen großen Unterschied. Allzu viele Möglichkeiten, nicht mainstreamkonforme Artikel in den Medien zu plazieren, hat man als Merkel- und migrationskritischer Journalist heutzutage ja auch gar nicht mehr. Gottseidank gibt’s TE und die Achse.

      • Krufi 18 September, 2020 at 15:56 Antworten

        Sehr geehrter Herr Morgenhunger, im Prinzip gebe ich Ihnen Recht. Wer die Spaet-Nachrichten liest, liest auch Tichys Einblick und auch die Achse des Guten. Aber vielleicht gibt es hier den einen oder andern Leser, der für den Hinweis dankbar ist.

  2. Ich 17 September, 2020 at 21:32 Antworten

    Apropos Kontaktlisten.

    Was in Kneipen schon nicht funktioniert, wird garantiert in den professionellen Beischlafquartieren konsequent eingehalten!

    Gestern u.a. in der Kontaktliste einer Berliner Kneipe gelesen:
    Bonnie Parker & Clyde Barrow
    Donald Trump
    Wladimir Putin
    Brad Pitt.

    Wobei ich mir von Eingeweihten habe sagen lassen müssen, dass die beiden Politiker zeitgleich in sehr vielen Berliner Etablissements gleichzeitig aufgetreten sind, schaut man aufmerksam in die Schummelisten.
    Wofür man, schon wegen des Unterhaltungswerts und der Kreativität einiger Zeitgenossen, sich ruhig Zeit nehmen sollte, zumal nichts dagegen spricht, dass man während des Ausfüllens des Papiers, nicht schon sein erstes Bier trinken kann.

  3. Beff Jezzos 18 September, 2020 at 09:15 Antworten

    Ich trage stets den Namen vom Nachbarn ein. Der hat als linksgrüner Gutmensch mit weltrettungsambitionen bestimmt ichts dagegen 🙂

  4. chris 18 September, 2020 at 12:43 Antworten

    17.03.2020:
    Altmaier: „Kein Arbeitsplatz muss wegen Corona verloren gehen“

    19.09.2020, bei Illner:

    Scholz: Wie viele Kurzarbeiter am Ende in der Arbeitslosigkeit landen werden, könne überhaupt niemand seriös sagen

    Wirtschaftsweise Schnitzer: schätzt, dass nicht viel mehr als drei Millionen Menschen ihre Arbeit verlieren würden

    Für mich der wissenschaftliche Beweis für Geisteskrankheit in der Regierung.

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