Wiedervorlage von: Wer nicht
für Merkel ist, ist ein Arschloch

Werte-CDU – raus bist Du?

Es ist nicht viel hängengeblieben von Peter Tauber, außer dem Stuss: „Wer hier nicht für Angela Merkel ist, ist ein Arschloch und kann gehen.“ Der ehemalige CDU-Generalsekretär kann sich an den Spruch übrigens nicht erinnern, deshalb wiederholt er ihn wohl jetzt noch mal.

Am Wochenende ist CDU-Parteitag, und alle Unionisten sind schon ganz aufgeregt: Gibt der Friedrich Merz den argen Wüterich? Oder doch nur den Seehofer? Wie lange hält der Applaus für die Sitzende Angela? Und was ziehe ich an?

Die mediale Aufmerksamkeit um diesen eigentlichen Nicht-Event nutzt nun auch ein Mann, der schon als irgendein Staatssekretär in der hoch vergüteten Versenkung verschwunden war – Peter Tauber-Nuss (die Nuss hatten wir ihm als Ehrentitel angehängt, als der Tauber noch Generalsekretär der CDU war). Denn irgendwie hatte es beim Peter nicht dazu gereicht, der Heiko Maas der CDU zu werden, obwohl er nicht nur die Fahne stets besonders auffällig in den Wind hängte und glattzog, sondern sich buckelnd und tretend an die Große Vorsitzende heranwanzte, wie Diederich Heßling (aus Heinrich Manns „Untertan“) an seine Majestät, den Kaiser. An seinen berühmten Ausspruch „Wer hier nicht für Angela Merkel ist, ist ein Arschloch und kann gehen“, mag sich Tauber-Nuss zwar nicht erinnern, aber er ist hinreichend verbürgt.

Nun also Peters zweiter Versuch, in der Hoffnung, dass die Gnade der Kanzlerin wieder auf ihm ruhen möge: „Für eine Gruppe ..., die schon mit ihrem Namen unterstellt, alleiniger Lordsiegelbewahrer der Werte zu sein, ist kein Platz in der CDU.“ Auf CDU-Deutsch: Die Werte-Union, die sich innerhalb der Unionsparteien für eine konservative und wirtschaftsliberale Politik für Deutschland einsetzt, solle die nach links gemerkelte CDU verlassen... rausgeschmissen, rausgemobbt werden – wie auch immer, jedenfalls weg.

Nun hat die Kanzlerin vieles nicht, aber einen Macht-Instinkt, den hat sie. Da wird sie wohl kaum einem Mann trauen, der schon als Jung-Politiker einen Mobbing-Leitfaden unter dem Titel „Kaninchen-Jagd“ mitverfasste. Aber ein wenig bellen darf er.

+++ Und jetzt zu unserer anderen Lieblingspartei. Auch für Olaf Scholz geht es um Sieg oder Verschissmus – in der SPD. Noch zehn Tage stimmen die Genossen über den Parteivorsitz ab. Ein Welt-Redakteur zählt noch mal auf, was für den Olaf (plus Bgl.) spricht. Die sozialdemokratischen Erfolge der jüngeren Vergangenheit seien „nur schwer zu leugnen“: „Sowohl die Grundrente als auch das Klimapaket und die neue Soli-Gesetzgebung tragen eindeutig eine sozialdemokratisch-pragmatische, eine scholzsche Handschrift.“
Na bei solchen Freunden kann ja nichts mehr schiefgehen.

+++ Und noch eine Lieblingspartei. Bei den Grünen entscheiden ab sofort die Frauen darüber, ob diskutiert wird. Ganz wie zu Hause...

 

Zu komisch: Fake-News lernen mit dem Spieglein

+++ Fake News, Lügenpresse, Lückenpresse, Haltungsmedien – wer soll sich da noch auskennen? Und wie sollen Lehrkörper den Buben und Mädels beibringen, wahr von falsch zu trennen? Das soll jetzt anders werden. „In eigener Sache“ hat der Spiegel nun „gute Nachrichten für Lehrkräfte“. Denn beim Erkennen von Fake News und dem Finden von „vertrauenswürdigen Nachrichtenquellen“ bietet das Magazin „die neue, kostenlose Bildungsplattform SPIEGEL Ed“ zur Unterstützung von Lehrkräften beim Medienunterricht an.

Ach, da möchte man noch mal jung und dabei sein! Wenn im Unterricht die preisgekrönten Relotius-Artikel besprochen werden. Arbeitsaufgaben: Begründen Sie, warum die Spiegelredaktion nicht erkennen konnte, dass sie einer Fälschung aufgesessen war. Woran hätten Sie es gemerkt?

Gut, dass die tapferen Jornos nicht vor Scham im Boden versunken sind, sondern weitermachen wie bisher. Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommst du ohne ihr.

Glauben Sie nicht? Hier.

P.S.: Nein, der Affe steht natürlich nicht für den Dingens, sondern er zeigt den Relotiussern den Stinkefinger...

 

8 comments

  1. Tobias K. 19 November, 2019 at 23:25 Antworten

    Was soll bei dem CDU-Parteitag schon herauskommen, außer wieder das gleiche Gelaber wie immer. Keiner der Mitglieder, von ganz oben bis runter zu den Ortsvereinen, scheint zu begreifen, dass sie durch Merkels Politik (oder was immer das sein soll) langsam und stetig von den Grünen assimiliert werden. Die ehemals konservative Mitte lässt es zu, sich auch noch das letzte Blut aussaugen zulassen. Im Gegenzug klatschen sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit die AfD an die Wand, die als einzige Partei noch für die Werte steht, für die die CDU bisher bekannt war und ja, auch gewählt wurde. Wie blöd ist man eigentlich? Merkel zieht samt der Sozen und der Grünen dieses Land immer extremer nach links, dass für andere Meinungen überhaupt kein Platz mehr sein wird. Die täglichen Forderungen und Meldungen zeigen bereits, wie weit wir schon von dem entfernt sind, was sich einmal stabile Demokratie nannte. Aber die Sesselfurzer und Parteibuchträger sollen später nicht sagen, sie hätten das alles nicht kommen sehen. Warnungen gibt es en masse, auch wenn die medial auf das Äußerste zerissen werden.

    • Th.F. Brommelcamp 20 November, 2019 at 13:18 Antworten

      Der Wähler wählt und es ist nicht zu übersehen, dass er Linksgrün mag. Wer liebt nicht die soziale Gerechtigkeit und schützt nicht gern die Umwelt.

      • Tobias K. 20 November, 2019 at 18:57 Antworten

        Dann scheinen diese Wähler schlicht dumm zu sein. Die Grünen haben mit Umwelt so viel am Hut, wie Merkel mit Kinderkriegen. Dabei müsste man sich nur die Folgen des ganzen Windmühlenwahnsinns vor Augen halten. Abholzung von ganzen Waldstrichen, Bodenversiegelung durch riesige Betonfundamente und das Shreddern von Piepmätzen, wo manche unter Artenschutz stehen. Das sind nur einige Beispiele. Und das vereinbart sich mit Umweltschutz? Und die Linken? Jeder, der in Geschichte aufgepasst hat, sollte wissen, dass ausnahmslos alle “sozialen Gerechtigkeitssysteme” linker Politiken gescheitert sind. Und warum? Kurz gesagt, weil ihnen das Geld fremder Leute irgendwann ausging und niemand mehr da war, der die üppige Gerechtigkeit bezahlen konnte. Was folgte, waren Mangel und Umweltzerstörung, weil alles nur noch auf Verschleiß gefahren werden konnte. Fragt mich mal, der seine ganze Kindheit in der DDR in Sichtweite von Europas dreckigstem Kohlekraftwerk verbracht hat.

  2. Peter Patzig 20 November, 2019 at 10:21 Antworten

    “Für einen Tauber …, der schon mit seinem Namen unterstellt, eine noch taubere Nuss zu sein als der Rest der CDU-Truppe, ist jederzeit Platz in der CDU.“

    Oder um mit Trapattoni zu “formulieren”:
    Was erlaube Tauber? Wie eine Flasche leer.
    Ich habe fertig!

  3. treu 20 November, 2019 at 10:55 Antworten

    Und, läuft die WU nun Sturm gegen diesen Mann oder den innerparteilichen Kadavergehorsam und die Disziplinierung, die ja nicht nur von Leuten wie Tauber oder ehemals Kauder betrieben werden? Vielleicht sogar tatsächlich ein Austreten und die Neugründung einer kleinen, feinen und wahrlich christlich-konservativen bürgerlichen Partei? Oder der Übergang vielleicht zur CSU? Von einem Übertreten zur AfD ganz zu schweigen. Ganz sicher nicht. Alles feige und obrigkeitshörige Parteisoldaten, die auch nur dranbleiben wollen, an den begehrten Privilegien und Posten und Pöstchen, die Merkel und ihre Partei immer noch bieten können. Auch nur Profiteure dieser Parteienoligarchie und des Politiktheaters, die dem Bürger als Demokratie verkauft und vorgespielt wird.

  4. Wolfgang Paetow 20 November, 2019 at 17:32 Antworten

    Herr Paetow, Sie kennen doch Ihre Fan-Gemeinde und müssten wissen, dass Ihre Leser mit dem Namen Diederich Heßling auch ohne Klammererklärung etwas anfangen können! Aber gut, es gibt vielleicht auch Neueinsteiger…
    Es tut so gut zu wissen, dass an jedem Morgen vor Dienstantritt Zeilen zu lesen sind, die die Verzweiflung über die Hilflosigkeit, mit der man der Verdummung durch die politischen Instanzen und den Staatsfunk gegenüber steht, lesen zu können und zu erleben, dass wir eben doch nicht allein sind.
    Verbesserungsvorschlag: auch am Wochenende schreiben!

    Vielen Dank für‘s Weitermachen, Wolfgang Paetow [sic]

    • Willi Wupper 21 November, 2019 at 09:35 Antworten

      Hihi… ich glaube, dass möglicherweise auch so mancher Alteinsteiger für die Klammererklärung klammheimlich recht dankbar ist. Würde natürlich keiner zugeben. Wie man zum Beispiel an mir sieht, gibt es sogar bei den Spaet-Nachrichten Leser, die im Laufe ihres Lebens nicht wesentlich über das Niveau der Einfachen Sprache hinausgekommen sind (trotz sogenannter akademischer Bildung und alledem und alledem). 🙂

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