Screenshot Triop-Advisor

Ach, so schön ist Syrien!

Horsti und die „Flüchtlinge“

Die Astro-Woche (eine Art Spiegel plus Stern/e, nur objektiver und wissenschaftlich exakter) sagte für unseren Innenhorst (astrologischer Krebs) treffgenau für den Monat August voraus: „Vor allem in den ersten zehn Tagen des Monats und dann wieder ab der Monatsmitte, kommen Ihnen großartige Ideen.“

Und exakt in der Mitte des Monats August wurden wir Zeuge von einer von Horstis großartigen Ideen. „Wer als syrischer Flüchtling regelmäßig in Syrien Urlaub macht, der kann sich ja nicht ernsthaft darauf berufen, in Syrien verfolgt zu werden“, erkannte unser Innenminister. Sein Plan: „Dem müssen wir seinen Flüchtlingsstatus entziehen.“

Kritiker der Bundesregierung könnten jetzt anführen, dass die Reiseaktivitäten der „Flüchtlinge“ seit Jahren bekannt sind. Im Jahr 2017 gab die Landesregierung Baden-Württemberg zu (Innenminister: der Schwiegersohn vom Schäuble), von solchen Reisen zu wissen. Der Spiegel beklagte damals, dass die Sache von sozialen Netzwerken aufgebauscht würde, und das Bekanntwerden auf eine AfD-Anfrage im BaWü-Landtag zurückgehe. Aydan Özoguz, Integrationsbeauftragte von der SPD, forderte Verständnis von den schon länger hier Lebenden, die die Reisen der Neuankömmlinge in die alte Heimat frecherweise zu kritisieren wagten: „Wenn die Mutter im Sterben liegt und man sie noch ein letztes Mal sehen möchte, muss das sicher anders bewertet werden als eine Art Heimaturlaub.“

Der Staatsfunk (SWR) fasste seine Recherche-Ergebnisse damals so zusammen: Viele der Reisenden seien „vermutlich“ Rückkehrer, ein weiterer Reisegrund sind „offenbar“ familiäre Probleme. Denn nach offizieller Lesart der Werktätigen in Staatsfunk und regierungsnahen Medien herrscht in Syrien wahlweise Krieg oder Assad, der Russe marodiert, das Land liegt in Trümmern – wer will dahin schon zurückreisen, wenn er es doch hier so schön hat?

Warum sich die Bild-Zeitung nun erfrechte (leider hinter der Bezahlschranke), das Ausmaß der „Flüchtlings“-Reisen neu zu berechnen, muss zunächst ihr Geheimnis bleiben. Vielleicht ahnten die Redakteure, dass ihre Online-Leser auch andere Quellen zum Erkenntnisgewinn nutzen, und da wollte man nicht ganz so dumm dastehen. Denn ein kurzer Blick auf das Reiseportal Trip-Advisor konterkariert das Bild der Lage in Syrien, das unsere Schwarzmaler für die Wähler so pinseln: „Spielen Sie mit dem Gedanken, eine Reise nach Syrien zu buchen? Ob Sie einen Romantikurlaub, eine Familienreise oder ein All-Inclusive-Paket planen, die Pauschalreisen nach Syrien auf TripAdvisor machen die Reiseplanung einfach und erschwinglich.“ Hmm. Romantik, Familie, All-Inclusive.

Da muss nun schleunigst eine neue Sprachregelung her, wenn der zur Beerdigung des Onkels reisende „Flüchtling“ ausgedient hat. Die Welt hat einen genialen Vorschlag, der auch ganz prima zur Staatsdoktrin passen würde. „Es dürften vor allem Assad-Anhänger sein, die sich trauen, in den Botschaften die notwendigen Papiere zu besorgen.“

Potzblitz! Das muss so sein, weil sich die „Flüchtlinge“ schließlich „während ihres Heimataufenthaltes in Syrien offenbar sicher in jenen Zonen bewegen, die vom Regime in Damaskus kontrolliert werden“. Andererseits: War es nicht immer da sicher, wo die Assad-Regierung die Lage unter Kontrolle hatte – außer für Islamisten, IS-Mörder und andere Aktivisten? Und spielt die Welt da fahrlässig mit Pandoras Büchse, wenn sie die sibyllinische Frage stellt: Sind sie (die Syrien-Urlauber mit Flüchtlingspass und -knete) überhaupt wahre Flüchtlinge?

Das Auswärtige Amt (AA) warnt übrigens vor Reisen nach Syrien, allerdings nicht wegen Assad, sondern weil „Ausländer ebenso wie syrische Staatsbürger Opfer gewaltbereiter Dschihadisten werden“ können. Und noch genauer: „Die Terrororganisation IS hält seit März 2019 keine Gebiete mehr in Syrien, bleibt aber aus dem Untergrund aktiv und ist nach wie vor in der Lage, überall im Land Anschläge zu verüben. Die Al-Kaida-nahe Hayat Tahrir al-Sham (vormals Dschabhat Fatah al-Sham bzw. Dschabhat al-Nusra) kontrolliert insbesondere weitgehend die Provinz Idlib sowie nördliche Gebiete der Provinz Hama und westliche Gebiete der Provinz Aleppo.“ Das passt nun so gar nicht zur Welt-Theorie.

Wer hätte gedacht, dass unser Heiko mit seiner Reisewarnung für Syrien mal näher bei uns als bei der Welt sein könnte?

P.S.: Da kann der Horst übrigens aberkennen, was er will. Der juristisch-aktivistische Komplex freut sich schon auf die Verfahren.

(Quellen Bild, Welt, Spiegel, Merkur, Trip-Advisor. Ach ja, und die Astro-Woche. Foto: Screenshot Trip-Advisor 2019)

Polen will mal reden...

Polen nutzt schnell die Gelegenheit – solange die komische Angela noch bei uns an der Macht ist – die Oder-Neisse-Grenze und den Verzicht der Deutschen auf Schlesien und Ostpreussen in Frage zu stellen. Sie hätten lieber Cash, solange es den Euro noch gibt und die Deutschen zahlungsfähig scheinen. Sie dachten an 850 Milliarden. Das ist doch fair, oder?

 

3 comments

  1. Vertriebener Schlesier 19 August, 2019 at 20:16 Antworten

    Die Polen sind doch jetzt unsere Verbündeten im Kampf gegen die bösen Putinisten. Die wollen gen Westen heißt es. Bislang ging’s immer gen Osten. Zuerst der Franzose unter Napoleon, dann die Germanen unter dem Österreicher. Dabei will Putin garnicht gen Westen marschieren, er will nur seine Grenzen sichern und schützen. So wie wir unsere auch. Was fehlt ist das gegenseitige Vertrauen. Für eine zukünftige Zusammenarbeit ist Russland sowieso interessanter als Polen. Die Polen haben Ansprüche an DE, von Ansprüchen an Russland wegen des Verlustes Ostpolens ( jetzt Ukraine) habe ich noch nichts gehört. Die doofen Deutschen werden schon zahlen, wegen der Vergangenheit.

  2. Teller 19 August, 2019 at 20:42 Antworten

    Lieber Schlesier. Ihren Pessimismus kann ich gar nicht teilen. Die 850 Mrd sind doch egal. Bei 2 Bill Target2 ist das wurscht. Ob 2 oder 3 Billionen? Gefragt ist ein kühler Verhandler. Gibts momentan nicht – weiss ich. Bei 850 Mrd kanns auch bisschen mehr sein. Für 850 Mrd gibts 50% Ostpreussen (den Rest Königsberg und Gumbinnen hat olle Jelzin mal für 70 Mrd D-Mark auf den Markt geschmissen), Schlesien geht zurück. Offen ist noch Obersçhlesien, das Memelland und Westpreussen (Thorn, Bromberg, Danzig, Gotenhaven) sowie Pommern mit Stettin und Swinemünde. Wir sollten zuschlagen und den Polen unsere Target2 Salden überlassen. In 1 Jahr chrasht der Euro. Dann können sich die Herren die Büros damit tapezieren. Viele Grüsse. Meine Familie kommt aus Angerburg (Masuren, Ostpr)

  3. Heike Schöler 20 August, 2019 at 12:33 Antworten

    Der Heimaturlaub der “Flüchtlinge” ist doch tatsächlich nicht neu und ich vermute die Zahl wird höher sein, als man denkt. Eine syrische Familie mit drei Kindern ist bei uns gegenüber seit 2015 in einer größeren Wohnung untergebracht. Die waren zusammen ab 2016 jedes Jahr für drei Wochen in den Sommerferien in Syrien zum urlauben, selbst als Syrien bei uns noch als hochgefährlich galt. Die Größere der drei syrischen Kinder geht mit unserer Tochter in eine Klasse. Von daher bekomme ich hin und wieder auch schöne Bilder bei Instagram zu sehen. Zu sehen unter anderem auch eine schicke Kleinstadt aber ohne die von unseren Medien verbreiteten Bombenschäden und Chaos. — Aber was ich mich immer frage, wer finanziert diese Urlaubsreisen? Bei zwei Erwachsenen und drei Kindern kann man sicherlich Hin- und Rückflug plus Extrakosten nicht mit Hartz4 oder ähnlichen Leistungen bezahlen.

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