Warum die SPD 2019 untergeht...

Wissenschaft

Die Spezialdemokraten wissen selber nicht, wer  sie eigentlich noch wählen soll. Die Morologie – die Wissenschaft von der Dummheit – kann wenigstens erklären, warum es zum Absturz kam und wo das endet.

Es war bei einem „Treffen nahe Telgte“ (kleiner Germanistenscherz), genauer in Osnabrück, wo ausgerechnet Sigmar Gabriel den Genossen riet, sich einmal darüber Gedanken zu machen, „wer uns eigentlich noch wählen soll“. Das wiederum inspirierte uns zu der noch interessanteren Frage: Kann die Wissenschaft Antwort geben, warum die SPD in diesem Jahr endgültig abstürzt?

Mittlerweile gibt es 19.000 Studiengänge in Deutschland, allein seit dem Jahr 2014 kamen 2000 dazu. Aber es ist nicht alles Wissenschaft was Wissen schafft, und bei unserer Frage helfen uns weder „Nachhaltiges Landnutzungsmanagement“, „Musikvermittlung in Sozialer Arbeit“ noch „Performative Künste in sozialen Feldern“, ja nicht einmal Klassiker wie Politologie oder Demoskopie wirklich weiter. Nein, es ist ein bislang sträflich vernachlässigtes Gebiet der Forschung, das ziemlich genau erklärt, warum es mit der SPD in Deutschland zu Ende gehen muss – die Morologie, die Wissenschaft von der Dummheit.

Die bisherige Forscherfaulheit zur SPD ist verwunderlich, denn der Fundus an Narretei aus dem sich die Einfaltspinsel der SPD auch 2019 wieder mit gewohnter Professionalität bedienen, ist geradezu unerschöpflich und wäre eine wahre Fundgrube für ernsthafte Morologen. Was versteht der Morologe – anders als etwa der gemeine Parteiprolet – unter Dummheit? Im engeren Sinne bezeichnet Dummheit die mangelhafte Fähigkeit aus Wahrnehmungen angemessene Schlüsse zu ziehen beziehungsweise zu lernen. Nehmen wir für die SPD als Beispiel das Thema „Europa“, sprich EU.

In diesem Jahrhundert lag die Wahlbeteiligung bei Europawahlen in Deutschland noch nie über 50%, zuletzt wurden 47, 9% gemessen. Was auf vielerlei Weise interpretiert werden kann, vor allem aber bedeutet, dass den Deutschen der monatliche EU-Wanderzirkus von Brüssel nach Straßburg und wieder zurück ziemlich am Allerwertesten vorbei geht. Das mag falsch sein, ja sogar unklug, bedeutet aber für unsere Untersuchung, dass mit dem Thema EU für die SPD kein Blumentopf zu gewinnen ist. Vor allem, weil sie keinerlei Alleinstellungsmerkmal aufzuweisen hat gegen die Grünen (Klimawahn, Flüchtlingsneurose) etwa, oder auch Teile der Union – außer den aus egoistischen Motiven zum Euroschwärmer aufgestiegenen Martin Schulz. Den führte die EU aus der Bedeutungslosigkeit in ein Schlaraffenland aus Fünf-Sterne-Restaurants, vielköpfigem Hofstaat und endlos sprudelnden Sitzungsgeldquellen, was bei Geringverdiener-Wählern wenig Begeisterung auslöste. Ansonsten steht die EU in Deutschland (außerhalb der politischen „Eliten“) für den Bittsteller Macron, Pleite-Griechen, Fahrverbote, Regulierungen, Korruption und Verschwendung.

Und was macht die SPD in der ersten Woche des Jahres bei ihrer Fraktionsklausur in Berlin? „Sie fordert so schnell wie möglich einen Haushalt für die Eurozone.“ Desweiteren „umfassende Regeln zum Schutz von persönlichen Daten" (trotz frischer, ärgerlicher DSGVO), sowie eine „weiter verschärfte europäische Strategie für Cyber-Sicherheit" – was immer das heißen mag.

Schulz, gerade wieder auferstanden aus Depressionen nach seiner Komplett-Demontage in Bund und Partei, erklärte die Europawahl zu einer „Schicksalswahl für unseren Kontinent im Kampf gegen die Rechtspopulisten“. Ach, das zweite tote Pferd, das die Spezialdemokraten reiten, ohne Rechtspopulisten geht es nicht. Und nicht ohne „Klima“, das der für Umweltpolitik zuständige Fraktionsvize Miersch für „nicht verhandelbar“ erklärte.

Die Beispiele „Mehr Europa“, „Klima“ und „Kampf gegen Rechts“ sind für die Morologie ein schöner Beleg, dass „Dummheit erlernt werden, gar zur Dummheit erzogen werden kann (sog. „Verdummung“), z. B. durch weitergegebene Vorurteile, sogenanntes Gruppendenken im Team oder mediale Einflüsse sowie durch Mangel an Anregungen von (erwachsenen) Personen“.

Der Mangel an „erwachsenen“ Personen in der SPD-Parteiführung zeigt sich besonders schön am Partei-Naivchen Franziska Giffey, das die Kindersprache ("Gute-Kita-Gesetz") in die „Sacharbeit“ einführte und deshalb als Hoffnungsträgerin gilt. Dass selbst der Deutsche Kinderschutzbund Giffeys "starkes Familiengesetz" „fast schon Realsatire", das besser „starkes Bürokratie Gesetz" heißen sollte, nennt, tat da bei der Parteispitze um „Bätschi“-Nahles keinen Abbruch.

Mediale Einflüsse wie Gruppenzwang führten Steinmeier, Maas, Nahles, Oppermann, Gabriel, Barley, Dreier, Stegner und Weil schließlich zu einem wahnhaften Kampf gegen Rechts, bei dem sie sich sogar in altgediente eigene Kader wie Sarrazin oder Buschkowsky verbissen.

Und jede Bildungsoffensive der Spezialdemokraten wird ad Humorem geführt, wenn man sich vor Augen hält, dass Parteichefin Nahles ihr zwanzigsemestriges Germanistikstudium mit dem Thema „Die Funktion von Katastrophen im Serien-Liebesroman” beschloss. Schluchz.

Aus dieser bizarren Mischung ergibt sich das, was Immanuel Kant den „Mangel an Urteilskraft“ bezeichnet, also „das, was man Dummheit nennt“, und der verblichene Königsberger Großdenker postulierte lange, bevor es eine SPD überhaupt gab, dass „einem solchen Gebrechen … gar nicht abzuhelfen“ sei.

Mit Verweis auf die Entropie, das die schlichte Tatsache beschreibt, dass Dinge auseinanderfallen wie eine Sandburg durch eine Meereswelle, lässt sich ebenfalls beweisen, dass für die SPD Hopfen und Malz verloren sind. Denn die Entropie kann niemals abnehmen in einem System, das in keiner Wechselwirkung mit seiner Umgebung steht. (Ja, hier hilft die Schäublesche Inzuchtthese weiter)

Aber auch ein Dummkopf kann gelegentlich Kluges sagen. „Wenn wir da abschmieren“, sagte Martin Schulz mit Blick auf die Europawahl, „schmieren wir nicht nur da ab“. Vielleicht trafen sich deshalb Vertreter der zwei größten Landesgruppen der SPD-Bundestagsfraktion, die aus dem Homeland NRW und Niedersachsen/Bremen schon vor der Sitzung in Berlin, um womöglich Schlimmstes zu verhindern. Jedenfalls sind kluge Wortbeiträge überliefert. Einer von René Röspel aus dem Wahlkreis Hagen. Ein Ortsbürgermeister aus Rumänien wolle gern dorthin zu Besuch kommen, weil inzwischen die Hälfte seiner Einwohner in der deutschen Stadt lebe – allerdings mit einigen sozialen Problemen. Was die Rumänen als Vorteil der EU sehen, empfänden viele Deutsche als Belastung, erkannte sogar der Sozialdemokrat.

Siggi Gabriel rechnete den Genossen schließlich vor, ob Deutschland 2030 oder „2034,3“ aus der Braunkohle aussteige, sei „für das Weltklima völlig irrelevant“. Und die Arbeiter bei VW am Werkstor (er war bestimmt nicht wirklich da, am Werkstor) sagten ihm bezüglich des Abschieds vom Verbrennungsmotor, dass „die Sozis“ sich erneut „auf die falsche Seite der Geschichte“ stellten.

Nach unserer Langzeitbeobachtung der Spezialdemokraten, und eingedenk der Erkenntnisse der Morologie sind wir ganz sicher, dass diese Worte von der SPD-Führung in Berlin nicht begriffen wurden.

(Quellen "Welt", Henry Glass, Dan Brown, "Spiegel", Wikipedia, Süddeutsche

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