Macron: Letzter
Ausweg Rechtspopulist?

Tricks & Clicks

Macron zieht die nationale Karte. Sind sie alle blind, von FAZ bis Spiegel, von SZ bis Zeit? Sind sie taub? Sie rechnen nach, was Macron den Franzosen versprochen hat, 100 Euro hier, eine Steuererhöhung weniger da, sie fragen die französische Linkspartei und die Sozialisten, wie die Geschenke ankommen, sogar Le Pen darf was sagen (nicht überall natürlich!), aber den Pathos der 13-minütigen Rede Macrons vor 23 Millionen Zuschauern haben sie wohl nicht gehört.

Was war das dagegen für ein Geschrei nach „America First“ und „MAGA–Make America Great Again“ bei den Pressbengels. Man stelle sich vor, Trump hätte gerufen:

Unsere einzige Schlacht ist für die USA!

Es lebe die Republik, es lebe die USA!

Der Heiko hätte sein Antifa-T-Shirt übergezogen, und Merkel... ach, Merkel ist inzwischen ja eher egal. Genau mit diesen Worten hatte Macron seine Rede beendet:

Unsere einzige Schlacht ist für Frankreich!

Es lebe die Republik, es lebe Frankreich!

Ersetzen Sie „Frankreich“ durch „Deutschland“ – wem würden Sie solche Worte zutrauen von den gewählten Volksvertretern unseres Landes. Nehmen Sie sich Zeit. Es wird Ihnen keiner einfallen in CDUCSUSPDFDPLINKEGRÜNE. Keiner. Und der französische Polit-Gigolo setzt sogar noch einen drauf bei seinem Gebalze: „Meine einzige Sorge gilt dir (Frankreich), mein einziger Kampf ist für dich.“

Macrons Rede ist ein interessantes Dokument seiner Endzeit. Die Notlage in Frankreich „kommt aus weiter Ferne, aber (es) ist jetzt da“, jammert der französische Präsident, er sei ja leider erst eineinhalb Jahre am Ruder. „Ich habe Ihnen vielleicht das Gefühl gegeben, dass es mir nichts ausmacht, dass ich andere Prioritäten habe“ (europäische Lösungen, Klima), aber non, non. Jetzt möchte er vite, vite, „den wirtschaftlichen und sozialen Notstand ausrufen“.

Spätestens beim Satz „Ich möchte heute Abend ganz eindeutig sein“ wird Martin 100%-Schulz mit Tränen der Begeisterung aus seinem Sessel gehüpft sein: Ganz meine Worte! Und das ist das Problem. Der beau faiseur Macron (wie Schulz und Co.) ist nicht mehr Teil der Lösung, er ist Teil des Problems. Die Gelb-Westen bleiben, und mit jedem Tag schwächen sie auch die Anderen mit ihren „europäischen Lösungen“. Allons, enfants! +++

(Zitate aus der Übersetzung der Macron-Rede bei achgut)

+++ Die SZ hat herausgefunden, wie es zu den Gelb-Westen kam. Der Russ... nein, Facebook ist schuld, wegen der Algorithmen. Denn Zuckerberg hatte von den Vorwürfen, er habe Trump und Brexit erst möglich gemacht, die Nase voll und änderte seinen Algorithmus, der nun lokale Berichte vor geopolitischen bevorzuge. Damit, so die SZ, „verloren große Nachrichtenseiten massiv an Sichtbarkeit - die lokalen Wutgruppen dagegen wurden mit Traffic geradezu geflutet“. Voilà, les Gilets Jaunes! Sind die Vorwürfe der Protestierer gerechtfertigt, hat die Wut in den Ländern der EU einen Grund? Das lesen Sie dann wieder woanders, da wo der Algorithmus eben hinführt...+++

+++ Bei uns funktioniert die konzertierte Aktion der Volksverarschung offensichtlich noch ganz prima. Peter Altmaier bei Hart aber Fair. Merkels Peterlein weiß, dass Telefon und Internet in Polen besser funktionieren als bei uns, dass Amtskollegen in den Niederlanden mitleidig zum tönernen Riesen Deutschland hinüberschauen. Aber der Minister der verantwortlichen Regierung und Mitglied der Partei, die seit zig Jahren die Zustände im Land verursacht, schafft es in einer Stunde in vielen Sätzen mit treuherzigem Blick nur ein Wort zu sagen: „Upps!“

Plasberg ging dabei besonders behutsam mit dem Gast um, fügte zehnmal „nicht persönlich gemeint“ in die Klagen und Fragen ein, schließlich ist er Journalist, da will man es sich ja nicht mit den Prächtigen verscherzen. +++

 

Hört! Hört!

 

„Wie der Rechtsstaat in Deutschland ausgetrickst wird: Ein aufrüttelndes Buch zeigt auf, wie die arabischen Clans funktionieren“ (Vorspann einer Geschichte bei bazonline.ch. Nur, wen soll das aufrütteln? Unsere Volksvertreter doch wohl nicht...)

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