Langsamer Abschied von Frank-Walter

Dass in Zeiten, in denen bestimmte Buchstaben- und Zahlenkombinationen auf Autokennzeichen wegen Verherrlichungsverdacht verboten sind, ausgerechnet der 30. Januar zur Wahl des nächsten Bundespräsidenten (w/d) festgesetzt wurde, kann mit „etwas unglücklich“ nur unzureichend beschrieben werden.

Aber offenbar ist auch den angeblich geschichtsfesten Staatsanwaltschaften, die sich der möglichen Verwendung von NS-Symbolen und -Zitaten bei AfD-Politikern verschrieben haben, nicht aufgefallen, dass der 30. Januar in der dunklen Zeit ein nationaler Gedenktag war wie der 20. April (Staatsanwälte, gugeln Sie!).

Damit nie wieder ein beliebter oder gar verehrter Zeitgenosse von den Deutschen zum Präsidenten gewählt werden kann, wurde nach dem Kriege festgelegt, dass die (derzeit 630) Bundestagsabgeordneten den Wahljob gleich mitübernehmen sollen, und damit es nicht so ganz filzig aussieht, suchen die Parteien über die Landesregierungen nochmal genauso viele Wahlmänner (m/w/d) aus, die „das Volk“ darstellen sollen.

Inzwischen, nach 77 Jahren, könnte man die Wahl der Wahlmänner so zusammenfassen: Grüne schlagen Grüne vor, Rote schlagen Grüne und Rote vor, und Schwarze schlagen Grüne und Rote vor. Entsprechend wird die Wahl einzelner bekannter Wahlmänner kommentiert. Zuletzt mit Spott übergossen: Michel Friedman (der „schon Ukrainerinnen unterstützte, als das noch nicht in Mode war“) ebenso wie Naziopfer-Enkel Kerkeling und Deutschlands berühmteste Geografin Luisa Neubauer (man beachte die Kommentare). Viele andere Wahlmänner (m/w/d) sind den meisten Deutschen hingegen völlig unbekannt.

Bild ruft jedenfalls schon mal Ilse Aigner zur Bundespräsidentin Ilse I aus, weil die Union sich entschieden habe. SPD-Miersch und SPD-Klingbeil nicken gnädig, aber bis Januar fließt (wegen Klimawandel auch im Winter) noch viel Wasser den Rhein herunter.

Linke und Grüne lachen spätabends gerne einmal beim „ZDF Magazin Royale“, wenn es der bitterernste Kampf gegen rechts und gegen den Klimawandel denn zulässt. Nun, zum Ende des „investigativen Satireformats“ (ZDF-Beschreibung) hat Chef-Clown Böhmermann einen Kollegen in die Sendung eingeladen, der auch „im Fernsehen lange versucht hat, Leute zum Lachen zu bringen und Blödsinn zu machen“: Wolodymyr Selinskyj aus der Ukraine. Beide freuten sich über den Sieg der „Democrats“ in den USA, unkten über den „südafrikanischen Oligarchen“ Elon Musk und über deutsche Taurus-Raketen („Friedrich weiß, wie ich dazu stehe“). Und vielleicht hat das ZDF ja ein Einsehen und gibt Böhmermann ein passenderes Format. „Illner“ vielleicht. Oder „Lanz“.

Beim Thema Bildung versteht die CDU bekanntlich keinen Spaß. Und so stellte Hessens Kultusminister Armin Schwarz (CDU) unmissverständlich klar, dass die „Omas gegen Rechts“ selbstverständlich „Projekttage“ an Gesamtschulen und „Vorlesestunden“ an Grundschulen halten dürfen.

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3 Kommentare zu „Langsamer Abschied von Frank-Walter“

  1. Mehr als überfällig der bald anstehende Abschied von dem Schwadroneur und Spalter im Schloss Bellevue, der wirklich alles in seiner Macht Stehende getan hat, um Unfrieden zu stiften und weite Teile des deutschen Wahlvolkes gegen sich aufzubringen. Allezeit überflüssig wie ein Kropf hat er sich als die bislang erbärmlichste Fehlbesetzung in dem Amt erwiesen, wird aber gleichwohl noch nach Dienstschluss auf unsere Kosten mit Dienstwagen, Personal nebst Pipapo ohne Grund auf Lebenszeit fürstlich entlohnt.

    Klar, dass als Wahlmänner, Wahlfrauen oder welchen Geschlechts auch immer sich zugehörig fühlende Wahlakteure vornehmlich nur solche gesinnungsstarken Persönlichkeiten in Frage kommen, die sich, wie der Ukrainische Spezialbeauftragte, der komödiantische AfD-Verbotsexperte oder die klimarettend um die Welt jettende Reemtsma-Erbin, um die Belange Unserer Demokratie nachdrücklich verdient gemacht haben.

    Völlig nebensächlich, wer der nächste Präsident wird. Hauptsache, es ist eine Frau, weiterer Qualitäten bedarf es nicht, zumal die dekorative Nutzlosigkeit des dem Parteienschacher anheimgegebenen und eher schadenden als nutzenden Amtes außer Frage steht.

  2. Jetzt sollte Staatfunkclown Böhmermann auch einen Gegenbesuch beI Wlodo machen.Das gehört sich so unter Berufskollegen.Mit dem Flixbus könnte man in die Ukraine fahren(wenn nicht schon ausgebucht).Da würde selbst Putin das Lachen vergehen.Wir alle hoffen natürlich,dass Böhmermann unverletzt wieder zum Lerchenberg zurückkommt.Aber,Unkraut vergeht nicht.Vielleicht macht das Zdf nocht etwas Zwangskohle für Wlodo locker.Oder Böhmermann spendet etwas von seinen 700000 Euro Jahresgehalt.Wlodo ist das eben so gewohnt,wenn der reiche Onkel aus dem Westen kommt.

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