Who is it?
„Walter Steinmeier!“ „Stimmt.“

Heiteres Politiker-Raten. Luisa Neubauers Medienfreunde

Wahrscheinlich befinden wir uns in einer Blase, verehrte Leser, denn der vergangene Samstag machte wieder einmal deutlich, dass das Theater, das unsere politische Elite zur Aufführung bringt, an vielen Menschen völlig vorübergeht. In einer Quizsendung sollten zwei Damen aus der Mitte der Gesellschaft unsere Bundesregierung identifizieren, das war ein Spaß...

Claudia Effenberg (in München wohnhaft) und Carmen Geiß (irjendwo in Monaco) sind zwei rheinische Frohnaturen, deren Gatten in der Fußball- und Modebranche zu Geld und Ansehen kamen. Die zwei sollten die Mitglieder unserer Regierung nach Fotovorlage identifizieren.  Zwar erkannten sie auf Anhieb Dr. Angela Merkel und auch den kleinen Heiko, aber beim korpulenten Wirtschaftsminister (no offence, aber zur Identifizierung ein wichtiges Merkmal) taten sie sich lange schwer:

„Walter Steinmeier“, sagte Frau Effenberg schließlich. „Stimmt“, meinte Frau Geiß. Frau Effenberg hatte zuvor bei einer anderen Aufgabe auch „Annalena Mehrbock“ richtig erkannt.

 

Wie der Horst das immer macht!? Vom bayerischen Löwen zu Merkels Bettvorleger in kürzester Zeit, sein dauernder Prespektivwechsel brachte ihm den Ehrentitel Drehhofer ein, und nun legt er sogar im Gesundheitsbereich einen echten Drehhofer hin. Erst Mitte April ließ er sich impfen, jetzt sagt er, er habe Corona. Was die ihm wohl gespritzt haben? Biontech oder ein Produkt aus dem Hause „Placebo Frisch und weg“?

Apropos Corona. Angeblich wurden Daten von Geimpften nicht erfasst. Dürfen die nicht erfassten Geimpften nun Shoppen, oder nicht? Im Homeland sucht die Kriminalpolizei einen Spritzendieb, der 6 Einheiten der Firma Moderna gestohlen hat. Was will er damit ohne Impfstempel?

 

Denunziantin Luisa und ihre Freunde bei der Presse

Wenn Beiträge in der sogenannten Qualitätspresse nicht namentlich gezeichnet werden, gibt es dafür eigentlich nur wenige Gründe – zu groß ist die Eitelkeit der Gewerbeschreibenden. Ein möglicher Grund: Der Artikel ist eher ein kurze Meldung. Ein weiterer: Er zitiert wörtlich und ausschließlich einen Agenturbericht.

Sonst bleibt nicht viel. Vielleicht ist ein Autor sauer, weil er die Meinung seines Chefs wiedergeben muss und will das nicht auch noch unter seinem Namen tun. Oder, noch seltener, ein investigativer Beitrag soll den Journalisten schützen vor mächtigen und unberechenbaren Objekten der Recherche.

Warum aber in der Causa Maaßen – Klima-#Göre Luisa Neubauer hatte den Ex-Verfassungsschutzpräsidenten als antisemitisch und rassistisch denunziert – diese Vorsicht gelten könnte, erschließt sich nicht. Vielleicht liegt es am Inhalt der Beiträge.

So glaubt ein Namenloser in der Welt einen Beleg für Neubauers unglaubliche Unterstellung gefunden zu haben. Maaßen habe das Wort „Globalisten“ verwendet, für den Namenlosen ein Begriff, der „als ein Code gesehen (wird), hinter dem – ähnlich wie ‘Eliten‘, ‘Weltregierung‘ oder ‘Bilderberger‘ – ein antisemitisches Weltbild steht“.

Außerdem habe Maaßen auf einer Veranstaltung der Werte-Union von einer Allianz aus „Kapitalisten aus Davos mit Leninisten“ gesprochen. Eine Äußerung, die den Namenlosen Weltenschreiber „an die ‘jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung‘ erinnert“.

Im Fachblatt für Eliten und Singles mit Niveau, Spiegel, waren solche Kombinationsurteile zu erwarten. Und siehe da, auch der Spiegel fand „viele Belege dafür, dass Maaßen sich mit seiner Wortwahl und Äußerungen zumindest in sehr zweifelhafter Gesellschaft befindet“.

So habe Maaßen sogar vom ‘Great Reset‘ gesprochen, „also jener Verschwörungsideologie, wonach die Coronakrise von Eliten genutzt werde, um einen ‘großen Neustart‘ des globalen Wirtschaftssystems vorzunehmen“.

Warum zeichnet auch beim Spiegel niemand mit Namen?

Gut, wenn da einer wie bei Bild einen Zusammenhang hergestellt hätte von Gates, Scheidung und Epstein, dann hätte man die vornehme Zurückhaltung verstehen können. Außerdem sollte solch ein Zusammenhang im Spiegel überhaupt nicht vorkommen. Der Bill ist schließlich so was wie ein Mäzen und Geschäftsfreund.

 

Illustration: adborsche

9 comments

  1. Tobi K. 10 Mai, 2021 at 20:36 Antworten

    Ich warte ja auf den Tag, wo es in der Causa Epstein mal jemanden gibt, der den ganzen Dreck, der da auf der B…insel mit Minderjährigen gelaufen ist, öffentlich macht. Wie man seit längerem munkelt, soll auf dieser Insel ja unter anderem auch Deutsch gesprochen worden sein …

  2. Michaelangelo 10 Mai, 2021 at 21:41 Antworten

    Vor kurzem noch „krude Verschwörungstheorie“, inzwischen als normaler Teil der Berichterstattung akzeptiert: frühere persönliche Treffen von Bill Gates mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Angeblich sei es da nur um Fragen der Pädo-, ach Quatsch, der Philanthropie gegangen, beschwichtigen einige sofort, denn Mediensponsor Billy Boy hat schließlich ein dickes Portemonnaie.
    Hey, wo bleiben denn plötzlich eure Faktenchecks, eure Haltung und eure Cancel Culture, wenn dem Bekannten eines verurteilten Sexualstraftäters eine Bühne geboten wird? Noch dazu einer, der merkwürdig schweigsam über Details seiner Verbindung (Mitflug im „Lolita Express“?) zu einem Sexualstraftäter ist? Aber dann beim Zampanoni neun Minuten schwurbeln dürfen: „Wir werden sieben Milliarden Menschen impfen“ und so (tagesthemen, 12.04.2020).

  3. Phil 10 Mai, 2021 at 23:23 Antworten

    Zu meiner Zeit war der Spiegel immer das Blatt für Dr. Lieschen Müller! Heute halt nur noch für Frau Müller oder Meier!

    • Ostfale 14 Mai, 2021 at 12:39 Antworten

      Frau Müller oder Frau Meier, mit oder ohne *Dr. – ist doch piepegal. *Frau bleibt *Frau, da macht der *Dokter ooch nischte dajejen. Ch.

  4. K.-J. Gadamer 11 Mai, 2021 at 10:16 Antworten

    Meiner Erinnerung nach war der namenlose der bei den Lesern “beliebte” Herr K…mann (Name von SP leicht geändert 😉). Der extrem tendenziöse Beitrag wurde von vielen Lesern kritisiert. Alle Leserkommentare, die den Artikel kritisieren und alle in dem der Name des Autoren auftauchte, wurden gelöscht.

    Viele Grüeß nach München
    aus Stuttgart.
    Vielleicht gibts ja mal ein Nachcorona,
    dann treffen wir usn wieder in Frankfurt.
    lese deinen Blog täglich, um besser drauf zu kommen.

  5. weihnachtsmann*frau*lein 11 Mai, 2021 at 10:39 Antworten

    Drehhofer: ist schon ‘mal jemand aufgefallen (insbes. politclowns und grundrechtebeugungen duldenden schrecklichen unrechtsrichtern),
    1) wie viele (besser: wie wenige) meldungen über erkrankungen „prominenter“ es seit beginn des zirkus‘ gab ?
    2) ob davon auch nur ein einziger schwer betroffen war ?
    3) was uns das zur bedeutung der die grundrechteaushebelungsorgie angeblich erfordernden infektion sagt ?

  6. Trampolinäffchen 11 Mai, 2021 at 10:57 Antworten

    Wir brauchen unbedingt ein paar neue Verschwörungstheorien! Unsere alten sind leider fast alle wahr geworden.

    • Krufi 11 Mai, 2021 at 19:26 Antworten

      Es ist doch heute ganz einfach, Verschwörungstheorien bei der Thematik Coronapandemie zu kreieren. Man nehme Stellungnahmen von Politikern oder amtliche Aussagen und behauptet das Gegenteil. Hilfreich ist noch, wenn man zwischen den Zeilen lesen kann. Fertig ist die Verschwörungstheorie. Beispiel gefällig: Spahn: es gibt keine Impflicht (noch nicht, kommt noch); Merkel: Dauer des Lockdowns (wird regelmäßig verlängert); Altmaier: wegen Corona gehen keine Arbeitsplätze verloren; Gesundheitsministerium: angekündigte Lockdowns in den alternativen Medien sind Fake news. Ach, man könnte noch wesentlich mehr anführen, habe aber keine Lust zum Recherchieren.

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