Boris, Brexiteer der Königin

Upps! He did it again!

Alle wieder da? Weihnachten erfolgreich abgehakt? Schön. Dann wollen wir uns den letzten Tagen des Jahres zuwenden. Das Böse schläft schließlich nicht und das geistig Poröse auch nicht, wie Sie gleich lesen werden.

+++ Wollte Dr. Angela Merkel nicht alle europäischen Skipisten schließen lassen? Und ist der Maggus Söder von Bayern nicht ihr treuester Knappe? Wie dem auch sei, bei den Lederhosen wird gerodelt. Zwar ohne Lift und Gondeln, dafür mit (Kunst-)Schnee und (Mords-)Spaß.

+++ Das Homeland NRW bekam unter Polizeischutz für seine 17,9 Millionen Einwohner (davon 1,2 Millionen über 80 Jahre alt) eine erste Tranche von 9.750 Impfdosen geliefert. In Stralsund wurde Impflingen (acht Mitarbeiter eines Pflegeheims) gleich mal die fünffache Dosis gespritzt, die Gedopten leben noch. Zuvor bekam Edith Kwoizalla (101 Jahre alt) in einem Seniorenzentrum in Halberstadt in Sachsen-Anhalt als erste Deutsche den „Pieks“ (Bild), wir sind gespannt auf die Langzeitwirkung.

+++ Während Amtsträger vom Papst bis zum SPD-Gesundheitsapostel den Impfbeginn mit Glockengeläut und Twitterregen feiern, wollen wir die andere Seite nicht unterschlagen, getreu unserem Motto audiatur et altera pars.

„Möglicherweise interessiert es Sie“, schreibt diesbezüglich unser Leser Thomas aus Hessen, „was aktuell in den Pflegeheimen – Stichwort ‘Corona’ – so abgeht“.

„Meine Mutter ist 94 und dement. Ich als ihr Sohn bin Bevollmächtigter. Am 21. Dezember um 17:29 traf eine Email vom Pflegeheim ein, mit der Forderung, bis heute (dem 22. Dezember), 16:00, also innerhalb von 22,5h, eine Erklärung (Zustimmung) die Corona-Impfung betreffend, abzugeben.

Ich sehe diese Vorgehensweise als schon „nötigendes“ Überrumpeln an.

Ferner muss ich eine zwangsweise Impfung meiner Mutter befürchten, denn meine Mutter zu einem „ja“ zu einem Sachverhalt zu bewegen, dürfte wegen der Demenz kein Problem darstellen. Ferner könnte mir meine Mutter anlässlich (m)eines Besuches auch nicht – demenzbedingt - von einer Impfung berichten – und eine körperliche Untersuchung auf Einstich-/Impfstellen kann ich auch nicht machen.

Zudem bekomme ich aktuell keinen Rechtsanwaltstermin mehr, frühestens in der 2. KW 2021.“

Den Hintergrund für diese und ähnliche Aktionen erklärt der Fachanwalt für Medizinrecht und Publizist Carlos A. Gebauer bei achgut:

„Ein Arzt, der seinem Patienten eine Spritze in den Arm rammt, begeht nach gefestigter juristischer Auffassung eine Körperverletzung. Die Parallele zum Raufhändel vor der Gaststätte hat manchen Doktor empört. Dennoch: So ist es. Da führt also kein Weg daran vorbei. Um nicht zum Straftäter zu werden, muss der Arzt also einen Rechtfertigungsgrund für sein Tun haben. Traditionell ist dies die Einwilligung.“

 

Lindner in die Produktion

Der Laie mag denken, nun sei die Stunde der Praktiker, der Ärzte und Schwestern (m/w/d) gekommen, aber weit gefehlt! Wie hieß es früher in der Zone: Politiker in die Produktion (oder so ähnlich). Besonders hierfür geeignet scheint Kamerad Lindner von der Lindnerpartei, die sich dem Wähler als wirtschaftskompetent andient. Lindner fordert nun „Änderungen in der Produktion“, schließlich gehe es um „Leben und Tod“.

Da ist die FDP offensichtlich nicht weit weg von der Linkspartei (auch unter dem Namen SED bekannt), die früher gewohnt war, ihren Worten uneingeschränkt Taten folgen zu lassen. Aber auch heute ließe sich prima ohne Opposition durchregieren, denn, so ein Linksparteiler: „Der Gesundheitsminister kann nach dem Ersten Bevölkerungsschutzgesetz Unternehmen zwingen, anderen Unternehmen eine Lizenz zum Nachproduzieren zu gewähren.“

 

Der Mann des Jahres 2020

Am 27. Dezember des Jahres 2019 hatten wir zum ersten Mal den Titel „Mann des Jahres“ (kann auch eine Frau sein) vergeben und versprochen, daraus eine Tradition zu machen. Was hiermit geschieht. Nennen Sie mich arbeitsscheu, aber der Gewinner 2020 ist derselbe wie schon 2019: Boris Johnson. Sicher, Donald war einer der Kandidaten, aber er hat seine Republikaner nicht auf Linie bringen können, und so müssen wir bis zum 6. Januar warten, ob nicht noch ein Wunder geschieht. Boris hingegen, der auch mit einer üblen Pressemeute zu kämpfen hat, brachte Parlament und Queen hinter sich und...

... anders als das Wembley-Tor von 1966 – der Ball war diesmal wirklich drin! Auch wenn EU-Ursel und Uckermark-Angela behaupten, sie hätten eigentlich das Brexit-Match (1.246 Vertragsseiten) gewonnen. Von Fisch bis Freihandel sieht die Sache anders aus.

Das Wichtigste aber: Boris hatte versprochen, Großbritannien aus der EU zu führen und er hat sein Wort gehalten. Es gibt also auch in Europa – gemeint ist der Kontinent, nicht das Imperium – Politiker, die halten, was sie versprechen. Das macht Hoffnung.

Weil es so schön war, hier noch einmal, was wir vor einem Jahr über Boris Johnson geschrieben haben:

Wahlen können durchaus etwas ändern – wenn auch wohl nur außerhalb von Allemannda – wie unser Mann des Jahres, Alexander Boris de Pfeffel Johnson, eindrucksvoll bewiesen hat. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass ausgerechnet der Spiegel, der einst unter britischer Lizenz und Aufsicht Demokratie lernte, jeden Anstand, jede Aufrichtigkeit und jede Integrität bei der Kommentierung der Wahl von Johnson vermissen ließ. „Die Gänse haben für Weihnachten gestimmt“, höhnten die Pressbengel. Und ein gewisser Jörg Schindler erarbeitete im Spiegel gleich eine ganze Liste von Schmähungen:

„Da belügt also einer (Boris) – vom ersten Tag im Amt an – sein Land und seine Königin.“

„Das Parlament verhöhnt er...“

„... verspricht ... urplötzlich das Blaue vom Himmel. Nachfragen dazu weicht er aus – oder beantwortet sie mit neuen Lügen.“

Andere führten Schindlers Liste fort. Sie raunen von „russischen Großspendern für die Partei von Regierungschef Johnson“, für den Staatsfunk hat Boris „nur durch das Wahlsystem gewonnen“, für das Handelsblatt ist er schlicht „eine Witzfigur“, die nicht einmal weiß, „was eine Wurst im Blätterteig kostet“ (wieder Spiegel). Durch Dauerberieselung verblödete Leser und TV-Zuschauer müssen glauben, dass entweder ein Diktator oder „ein Idiot“ (Claus Kleber) Englands neuer Premier geworden ist.

Etwas leiser sind unsere Schriftgelehrten und Sterndeuter inzwischen schon geworden.

 

Illustration: adborsche

5 comments

  1. Martin 28 Dezember, 2020 at 20:51 Antworten

    Aus der EU mögen die Briten ja raus sein, aber ob sie sich dem Great Reset entziehen können, wird man sehen. Charly ist doch mit dem Schwab ganz dicke. Vom Regen in die Traufe …

    Gegen die Impf-Trupps kann man sich mithilfe der Klagepaten wehren. Diese haben einen Generator zur Erzeugung von Widerspruchschreiben auf ihrer Website: https://klagepaten.eu/generator-widerspruch-zur-impfung-im-alten-oder-pflegeheim/

    Ansonsten besten Dank an Sie, Herr Paetow und guten Rutsch!

  2. Rainer Berg 28 Dezember, 2020 at 21:19 Antworten

    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie einen guten Rutsch, alles gute im neuen Jahr und Ihren Lesern, dass Ihnen die genialen Wortschöpfungen nie ausgehen mögen.

  3. Nyx 28 Dezember, 2020 at 21:26 Antworten

    Aber, aber Impfstoff unter Polizeischutz Homeland NRW? Und ich war der Meinung, die Bundeswehr, Schrotthaufen und nicht einsatzfähig, hätte den letzten Leo, watfähig zum Untertauchen, in Marsch gesetzt, begleitet von Infantrie mit G37 3/8.

    Die Lieferung passte wohl in einen 3 1/2 Tonner,
    oder größeren Kombi, Bollerwagen war zu klein!

    Wie dem auch sei, Minister Spahn, auf der Höhe der Zeit, setzt selbstverständlich japanisches kanban ein, auf deutsch Just in Time!
    Ich mein, wer kommt schon auf die absurde Idee Vorratshaltung zu betreiben? Die Zulassung war sicher, wäre also einfach gewesen eine Monatsproduktion einzulagern und man hätte nicht über Tausende sondern über Millionen Dosen verfügen können.

    Angebote gab es.Gerüchteweise wartete man auf die Grande Nation, Sanofi, wir brauchen ein Jahr länger oder so, früher Hoechst.

    Immerhin die ex SEDler wollen die Erfinder nicht mehr an die Wand stellen sondern nur noch enteignen. Fortschritt wohin man blickt.

    Laut Presse sind die letzten im Dezember 2021 dran, zum impfen nicht zum erschießen oder doch?
    Prost 2022.

  4. Mad Siraps 28 Dezember, 2020 at 22:15 Antworten

    Wer Altgriechische Gedichte aus dem FF auf der Bühne zitieren kann und auch noch gegen eine Professorin aus Cambridge in der Sendung “Intelligence Squared” gewinnt, ist nicht blöd.

    Was kann unsere Kanzlerin so?

  5. W. Hoffmann 29 Dezember, 2020 at 08:05 Antworten

    “anderen Unternehmen eine Lizenz zum Nachproduzieren zu gewähren.“ Da der Impfstoff eine Wirksamkeit hat, die der von Leitungswasser nur ganz knapp überlegen ist*, melde ich hiermit eine Produktionsmöglichkeit an. Die Effizienz meines Wirkstoffs kann ich glasklar (!) mit statistischem Rauschen belegen.

    *https://www.achgut.com/artikel/unstatistik_des_monats_der_impfstoff_ist_zu_90_prozent_wirksam

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