Bodos Werk & Merkels Beitrag

Das langsame Sterben der CDU

Manchmal hat es den Eindruck, als stamme Bodo Ramelow gar nicht aus einem Kaff in Niedersachsen, sondern habe die goldenen Zeiten der SED von Wilhelm Pieck auf mitgemacht. Jedenfalls versucht Bodo, die CDU-Thüringen wie früher zu nützlichen Idioten der SED zu degradieren.

Die Union solle die frühere CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht für 70 Tage reaktivieren, und die solle dann über Neuwahlen den Weg für ihn, Bodo, freimachen, so sein jüngster Plan zur Machtergreifung. Der rote Bodo macht sich nicht einmal die Mühe, seine kleine Charade zu verstecken – wäre der Vorschlag aus der CDU gekommen und er hätte sich noch ein wenig formhalber geziert – die Journos hätten die Finte als Geniestreich gefeiert.

Aber Klugheit und diplomatisches Geschick wurden Bodo, dem Hammer, noch nie vorgeworfen. So konfrontierte er die Unterhändler der CDU, die „Inhaltliches“ besprechen wollten, mit seinem brandneuen Karriereplan, den die Unionisten doch nun wirklich nicht ablehnen könnten: Übergangsregierung mit Lieberknecht und ein paar linken Ministern, um die Wahl von Kemmerich rückgängig zu machen.

Zwei Frauen rücken da in den Fokus. Die Pastorin Christine Lieberknecht – auch Vater und Ehemann predigen die Worte des Herrn – ist per Du mit dem frommen Bodo, schließlich ist an Gottes Tisch jeder eingeladen, der nicht das falsche Parteibuch hat. Wir dürfen davon ausgehen, dass die Theologin, unter Absingen christlicher Gesänge, bereit ist, den Mummenschanz mitzuspielen.

Und noch ein zweites Pfarrerskind gibt seinen Segen zum krummen Deal. Dr. Angela Merkel war, laut Welt, „vor der Sitzung“ mit den überfallenen Unionisten von Bodo „ins Vertrauen gezogen“ worden – und hat damit der Demontage ihrer Partei (Unvereinbarkeitsbeschluss!) in Thüringen kalt lächelnd zugestimmt. Merkel, die die CDU nur als Vehikel ihrer Karriere nutzte – politisch konnte sie mit dem Markenkern der Union und deren Personal nie etwas anfangen – braucht am Ende derselben dieses Korsett nicht mehr. Die CDU hat ihre Schuldigkeit getan.

 

Always look on the bright side of life...

Die Gefahren übermäßigen TV-Konsums sind wissenschaftlich hinreichend dargestellt worden – er schadet Hirn, Herz und Seele. Beweis: Viele TV-Zuschauer sind beispielsweise felsenfest überzeugt, dass ein Moderator und Ratefuchs, der außer sieben Jahren Ministrantendasein und einem abgebrochenen Studium kaum etwas vorzuweisen hat, das Klügste sei, was Deutschland derzeit vorzuweisen hat.

Aber auch bei denen, die ständig auf der Mattscheibe auftauchen, bleibt das nicht ohne bewusstseinsverändernde Auswirkungen. So würde ein gewisser Rensing vom Rotfunk auch unter peinlichster Befragung nicht davon abgehen, zu behaupten, dass er ein erstklassiger Journalist sei. Das schönste Beispiel aber liefert gerade der CDU-Abgeordnete Norbert Röttgen. Immer wenn es gerade etwas peinlich werden könnte für die CDU, darf Röttgen als Partei-Vertreter in die dusseligen Talkshows von ARD und ZDF, was dazu führte, dass Norbert inzwischen von den TV-Zuschauern als enorm wichtiger Mann wahrgenommen wird.

Und bei sich selbst. Denn Norbert Röttgen hat sich als erster „Prominenter“ als Kandidat für den Parteivorsitz gemeldet. Und jetzt kommt‘s: Bei einer Blitz-Umfrage von Bild (angeblich 70.000 Teilnehmer) wurde der Kandidat Röttgen von einer Mehrheit als Parteichef der CDU favorisiert – er bekam mehr Stimmen als Spahn und Laschet zusammen, und liegt sogar vor dem Bild-Liebling Merz.

Was fragen Sie? Wofür Röttgen inhaltlich steht? Ganz einfach: „Es geht nur europäisch.“ Bevor jetzt manche über Norbert lachen: Schon Gerhard Schröder brauchte nur Glotze und Bild in seiner Amtszeit. Und, übrigens, Günther Jauch würde sofort gewählt, wenn Kanzler oder Präsident direkt gewählt werden könnten – wetten?

 

Morgen vielleicht: Warum trotz aller Tricks eine Neuwahl in Thüringen ungültig sein dürfte – außer das Verfassungsgericht spielt wieder Verstecken...

 

9 comments

  1. Frank Danton 18 Februar, 2020 at 20:12 Antworten

    “Bevor jetzt manche über Norbert lachen” Man könnte meinen der Autor sitzt einem gegenüber. Auch der Vergleich mit Schröder kann die manische Inhaltsleere des: “es geht nur europäisch” eines Röttgen nicht mehr toppen. Da kann man Humoristisch nichts mehr auf die Spitze treiben, das ist das Ende der Fahnenstange.

  2. Herbert Priess 18 Februar, 2020 at 20:54 Antworten

    Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen wie die Damen und Herren der CDU und SED das deichseln ohne gegen die Thüringer Verfassung zu verstoßen. Wenn die etwas nachgedacht hätten und nicht gleich mit Kadavergehorsam gegenüber der Großen Führerin und dem “Protest” der “ganzen Bevölkerung” hätte ihnen aufgehen müssen, daß selbst die “Abdankung” eines gewählten MP kurz nach der Wahl Probleme aufwerfen muß! Nix da, das Unsagbare ist geschehen und die AfD stimmt für einen Liberalen was nie und nimmer geschehen durfte. Daß die nicht mal den Funken eines Schimmeres hatten was gespielt wurde bewies, daß sie das Spiel einfach abbrachen und beim Stand 1:0 dem Sieger nicht die drei Punkte anrechnen wollte. Der AfD kann ich nur sagen, so oder so die Thüringer werden schon noch merken was ihnen vorgespielt wird. Wie gesagt, ich kann es kaum erwarten zu sehen mit welchen illegalen Tricks die SED wieder an die Macht kommt. Schönen Abend.
    Übrigens, der Röttgen ist mit die größte Pfeife in der CDU Politorgel.

  3. Tobi K. 18 Februar, 2020 at 22:18 Antworten

    Ich kann einfach nicht mehr verstehen, wie es sein kann, dass sich dieses Land faktisch in wenigen Jahren in ein Dummland verwandelt hat und Dreiviertel der Menschen nicht kapieren, was hier abgeht. Du wirst von Politik und Medien so offensichtlich belogen und hintergangen, dass es eigentlich jeder selbst mit dem IQ einer Stubenfliege merken müsste. Sind die wirklich alle bereit, ihr bisheriges gutes Leben für eine sozialistische, kommunistische, marxistische oder wie auch immer “große Transformation” aufzugeben? Naja, die alten weißen Männer und Frauen werden auf jeden Fall bereits Asche sein, wenn diese Ich-weiß-alles-besser-Generation das alles gnadenlos auslöffeln muss, was sie sich selbst eingebrockt hat. Je nachdem wie knüppeldick es kommt, ist das vielleicht sogar wünschenswert. Leider wird es aber auch (wie immer) Unschuldige treffen.

  4. Ein Jünger 19 Februar, 2020 at 10:53 Antworten

    Kassandra Paetow.
    Herr Paetow, meine Bewunderung Ihrer Fähigkeiten wächst ins Unermessliche. Am 18. prognostizieren Sie das dualpastörliche Verhalten und gerade mal einen Tag später tritt Ihre Prognose punktgenau ein (Lieberknechts bodokonform-CDUphobes Verhalten).
    Wären es Ihnen evt. auch möglich, uns ein paar Aktientips zu geben? Ich würde sie alle kaufen….

  5. Reinhard Wilde 19 Februar, 2020 at 13:03 Antworten

    Alles was jetzt passiert wurde schon vor 5 Jahren von PEGIDA(den Deutschland Aktivisten) vorausgesagt. Keiner von den Mainstreammedien hat die Rufer in der Wüste ernst genommen. Wie schade!

  6. Dobbi 19 Februar, 2020 at 19:30 Antworten

    Mission nahezu accomplished…. Nach dem Absaufen des moribunden CDU-Wirtes kommt Merkels Legislatur 5. Dazu brauchts keine volatilen Wahlen, nur noch einen notstandsbegründeten Parlamentsbeschluss. 100 pro!

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