So war Silvester.
Inkl. Kriegserklärung vom Staatsfunk

Der Rutsch

Nachdem sich die Feinstaubschwaden verzogen haben und die Stadtreinigung mit der Säuberung öffentlicher Plätze begonnen hat, lohnt ein erster ordnender Blick in die Notizen unserer Medienschaffenden.

Auf dem Kölner Domplatz feierte angeblich Herbert Reul, Innenminister vom Homeland NRW, im Kreise seiner liebsten Polizeibeamten ins neue Jahr. Dort, wo zahllose brünftige Neubürger vor Jahren das in ihren Heimatländern beliebte „Taharrush Gamea“ (sexuelle Übergriffe durch Gruppen) einführten, herrschte gestern tote Hose, wenn man dem stets aufmerksamen WDR glauben kann. Auch ein Blick auf die Webcam am Roncalliplatz zeigt gähnende Leere kurz nach zwölf. Sind die jungen Männer inzwischen mit freiwilligen Begleiterinnen versorgt? Zeigen die Integrationskurse Wirkung?

Nur aus Flensburg wird der tödliche Ausgang des täglichen Aushandelns unseres Zusammenlebens vor einer Disko gemeldet. Die fünf bis sechs Täter sollen „alle dunkle Haare und einen dunklen Teint gehabt haben“, schreiben wenig kultursensibel die Lübecker Nachrichten.

Vielleicht haben aber auch 1.000 Linksextremisten in Leipzig die medialen Beobachter von Vorkommnissen in anderen Städten abgelenkt. Die bei vielen Pressbengels beliebten Antifanten lieferten sich „Scharmützel“ mit der Polizei, nachdem diese unverschämter Weise zwei Personen vor einem Linke-Treffpunkt kontrolliert hatte, wie die SED-Parteigenossin Julia Nagel empört berichtete: „Ekelhafte Polizeigewalt, überrennen unbeteiligter, wirre Einsatzmanöver, kalkulierte Provokation“, schäumte sie in eigenwilliger Orthographie.

Bei den linksextremen Krawallen wurde ein 38 Jahre alter Polizist „so schwer verletzt, dass er das Bewusstsein verlor und im Krankenhaus notoperiert werden musste“, meldete Bild, und ließ Sachsens CDU-Innenminister behaupten, die Justiz werde „die festgenommenen Täter zur Rechenschaft ziehen“. Da wird sie wohl schmunzeln müssen, die Justiz. Linksextreme zur Rechenschaft ziehen? Gabs ja noch nie, oder?

Hatten sich Thomas Haldenwang (Verfassungsschutz) und Holger Münch (BKA) über Silvester freigenommen? Und auch ihren Agenten bei den Rechten über die Tage Urlaub gegeben? Offensichtlich gab es in ihrem zentralen Dienstbereich Rechtsextremismus zum Jahreswechsel nichts zu tun.

Dafür brannte Berlin. Ein paar tausend Einsätze von Polizei und Feuerwehr, dazu „Schüsse und Angriffe auf Beamte, mehrere Verletzte“ (BZ). Bild konstatierte gar „Kriegsähnliche Zustände in Berlin“, aber das war bestimmt übertrieben. Das mit den kriegsähnlichen Zuständen kommt erst noch. Trotzdem hat die Berliner Presse ihren Humor nicht verloren. Mit der herrlichen Zeile „Mehrere Fahrzeuge in Berlin angezündet. Polizei vermutet Brandstiftung“ verabschiedete sich die BZ ins neue Jahr. Grimmepreisverdächtig!

Apropos kriegsähnliche Zustände. Offensichtlich befindet sich der Staatsfunk im Kriegszustand mit seinen Zwangsbeitragszahlern – denn anders als eine Kriegserklärung ist das Silvester-TV-Programm von ARD und ZDF nicht zu deuten.

 

2 comments

  1. Luisa Nemeth 1 Januar, 2020 at 21:46 Antworten

    Lieber Herr Paetow.
    Nun ist es soweit: 1. Januar 2020. Startschuß für Ihren Jahresrückblick 2019 mit der Blackbox KW 01 “Dem Wahnsinn keine Pause”. Da taucht doch gleich wieder Maddin auf mit Ihrer Frage, ob die EU sich noch immer einen Butler leisten kann. Weitere Köstlichkeiten, wie zB Grünschwabel Özdemir etc… lassen die 1. KW 2019 relativ ruhig erscheinen. Bin schon gespannt auf KW 02.
    Weiterhin blitzgescheite Einfälle, Gesundheit, Glück und Erfolg – das wünscht Ihnen aus der Ferne
    Luisa.
    Allen Mitforisten wünsche ich ebenfalls ein friedliches 2020 und bedanke mich für Ihre Beiträge.

  2. Scully 3 Januar, 2020 at 18:12 Antworten

    „Mehrere Fahrzeuge in Berlin angezündet. Polizei vermutet Brandstiftung“

    Also ich tippe auf “spontane Selbstentzündung”. Das ist ein Fall für die X-Akten. Mulder übernehmen Sie.

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