In Gottes Hand auf hoher See.
(und vorm Münchner Verw. Gericht)

Klima-Gretas Überfahrt

Vor Gericht bist du in Allahs Hand, weiß der gläubige Muslim, und wieder einmal sieht ein Afghane, der in einer griechischen Abschiebehaftzelle sitzt, diese Weisheit bestätigt.

Denn das Verwaltungsgericht München entschied, dass der Glücksritter direktemang ins Paradies nach Deutschland geholt werden muss, weil in keinem anderen EU-Land auch nur annähernd so weise über Asyl entschieden werden kann wie in Merkelstan.

Die Begründung des Gerichts, „dass die Zuständigkeitsbestimmungen der Dublin-III-Verordnung eine komplexe Materie darstellen, die von Nicht-Juristen bzw. darin ungeschulten Personen im Rahmen eines auf höchste Geschwindigkeit ausgelegten Einreiseverweigerungs- und Zurückschiebungsverfahren(s), nicht ausreichen geprüft werden können“ versteht weder der Afghane, geschweige denn Erfahrungsjurist Horst Seehofer, aber wer mag schon den Ratschluss Allahs oder des Verwaltungsgerichts München in Zweifel ziehen?

In göttliche Hände (und die einiger Skipper) hat sich auch Greta, die Jungfrau aus Schölefrö, auf ihrem Segeltörn nach Amerika begeben. Ein, zumindest in religiöser Hinsicht, nicht ganz ungefährliches Unterfangen. Denn die divine Zuständigkeit ist in unserer postfaktischen und posttheologischen Zeit ungeklärt. Der Gott der Segler, ein gewisser Poseidon, dürfte kein besonderes Interesse an Greta haben, und ein expliziter Wettergott mit dem speziellen Aufgabengebiet Klimawandel ist nicht bekannt.

Außerdem dürfte ein solcher, wenn es ihn denn gäbe, Gretas Reise nicht gutheißen. Denn, wie wir ausgerechnet in der taz lesen mussten: Greta hätte besser den Flieger genommen, wenn sie der Umwelt einen Gefallen tun wollte. Schließlich müssen etwa fünf Mitarbeiter extra in die USA geflogen werden, um die Yacht zurück nach Europa zu segeln. Sogar den Emissionsrechner schmissen die tazler an – Details interessieren uns hier nicht, nur die klare Diagnose: Gretas Trip ist ein Klimafrevel!

Aber wahrscheinlich ging es Greta und ihren Managern auch nicht darum, CO2 zu sparen, sondern einen Film von der Reise zu drehen und in die Kinos zu bringen. Passend zum Nobelpreis.

Weiteres aus dem Kindergarten.

‘Wie komme ich in die Zeitung?‘ fragte sich wohl ein gewisser Riexinger, Kommunist aus Baden-Württemberg und Chefintrigant der „Linke“, formerly known as SED. Vielleicht mit der Forderung, die erste Klasse bei der Bahn zu verbieten? Bravo! Die Genossen Medienschaffenden sprangen jedenfalls begeistert auf den Zug auf.

Auch die neueste bescheuerte Idee vom Scheuer Andi, CSU, darf nicht unterschlagen werden. Elektro-Tretroller sollen die Busspur benutzen dürfen. Jedenfalls ist der Unsinn billiger als Andis versemmelte Maut.

 

Tag 46* der SPD-Chefsuche (*wenn wir uns nicht verzählt haben)

Gestern nach Jahren extra mal wieder Tagesschau geguckt (Mein Gott ist die Sendung verstrahlt!). Kein Wort über die Ralf Stegner-Kandidatur. Ist wohl nur von regionaler Bedeutung.

Die FAZ berichtet, dass Franziska Giffey definitiv nicht als SPD-Chefin antreten will. Außerdem will sie ihren Kabinettsposten aufgeben, sollte die Freie Universität Berlin ihr den Doktortitel aberkennen. Mein Gott, Franzi, sei nicht so sensibel! Bei den speziell begabten Genossen im Bildungsnotstandsgebiet Berlin wirkt ein akademischer Titel eh affektiert. Außerdem ist in der SPD ein Migrationshintergrund der neue Doktor.

 

1 comment

  1. Teller 15 August, 2019 at 20:31 Antworten

    Thunfisch, Riexinger und Scheuer.. unterhaltsam und geschenkt. Aber verdammich: wofür bezahle ich Demokratieabgabe wenn Hr Paetow nichts zu berichten weiß??? Ist das ein Witz? Stegner und regional? Mein Favorit Stegner hat gestern den Knaller des Jahres gezündet, ist global, multikulturell, bunt, progressiv, divers, tolerant, engagiert, gegendert, feministisch, co2 neutral, gluten- und lactosefrei, vegan, Fahrradfahrer, nachhaltig, fairtrade, klimaneutral, ökologisch… und: antifaschistisch!!!

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