Wie im richtigen Leben?
Proll-Liesl Andrea Nahles

Nockherberg

Unseren nicht bayerischen Lesern müssen wir das erklären: Seit alters her ist es der Bajuwaren Brauch, ihrer politischen „Elite“ beim Starkbieranstich die Meinung zu geigen. Also nicht gleich mit dem Holzhammer, aber auch nicht so mau wie beim rheinischen oder Mainzer Karneval. A bisserl mehr darf’s denn doch scho sein. Den brutalst komischen und erschreckenden Auftritt hatte eine (Fake-?) Andrea Nahles...

 

Bei Bierkrug und Brezel sitzt die bayerische Prominenz am Nockherberg, vom Ministerpräsidenten bis zu Uli Hoeneß. Zuerst liest ein Kabarettist den anwesenden Herrschaften – Erscheinen Pflicht! – die Leviten (in den letzten Jahren machte das bravourös Luise Kinseher als „Mama Bavaria“). Dann folgt ein Singspiel mit fiktiver Handlung, bei dem die wichtigen Personen der (bayerischen) Politik durch Lookalikes dargestellt werden. Wer keine Rolle hat ist nicht mehr wichtig. Ein Programm, das – in der Rückschau betrachtet – seherische Fähigkeiten hatte.

Nach der langen, notwendigen Vorrede nun die wichtigsten Erkenntnisse des gestrigen Abends: Der Horst war nicht da. Also in personam. Wahrscheinlich wusste er schon, dass er im Singspiel übel abgewatscht würde, und selbst Söder sagte später auf bayerisch: Das war too much. Aber es ist halt, wie es ist. Innenminister hin oder her, der Horst ist in Bayern abgemeldet. Quasi unbekannt verzogen. Wobei wir das hier nur so dramatisch herausstellen, weil uns der Drehhofer Horst in der Vergangenheit so viele Pointen lieferte. Der brutalste Abgesang des Abends traf die früher verschonte Splitterpartei SPD.

Im Publikum sahen wir als Gäste aus dem fernen Berlin Katharina „die traurige Gestalt“ Barley neben dem windigen Oppermann. Fast versteckt die schmallippige Regional-Frontfrau Natascha Koenen (Umfragen sehen die Bayern-SPD bei 6%). Auf der Bühne spielte Natascha schon keine Rolle mehr. Die SPD wurde dargestellt durch eine, man muss schon sagen asoziale Proll-Liesl Andrea Nahles. Das heißt dann ja wohl, dass selbst für den linken Bayerischen Rundfunk, der die Veranstaltung auf dem Nockherberg ausstrahlt, die SPD nicht mehr gebraucht wird und weg kann. Selbst der Genosse vor Ort – als Oberbürgermeister ist sein Erscheinen auf der Bühne wie im Saal gesetzt –, ein gewisser Reiter, fiel der Vorsitzenden in den Rücken, indem er feststellte, die wahre Nahles sei „gut getroffen“. Mannomann, das muss ein Nachspiel haben.

Auf dem Nockherberg begann einst die Inauguration der bayerischen Grünen in die bayerische Politik und die unfassbare Roth und Pöbel-Hofreiter waren Stammgäste, oben und unten. Diesmal saß Roth nur im Publikum und Hofreiter blieb gleich ganz fern. Stattdessen spielte Quietsche-Ente Katha Schulze, die bayerische Katha-Strophe, eine Hauptrolle, quasi als zukünftige Koalitionspartnerin der CSU. Denn Schwarz ist das neue Grün, wie Söder sagte, da kann man bald gut zusammengehen. Noch koaliert der Markus mit dem Aiwanger Hubert (müssen Sie nicht kennen) von den Freien Wählern, was auch gut klappt, denn der Hubert bekam einen Dienstwagen mit Chauffeur und eine schöne Rolle im Singspiel, seither spurt der wie ein Eins.

Sie fragen nach der AfD? Weil die mehr Stimmen als die Spezialdemorkaten hatten und haben? Doch, die war irgendwie immer mit dabei, allerdings nicht mit Personen, so ähnlich wie bei den meisten Polit-Talkhows. Weiter ist die Libertas Bavariae noch nicht.

Übrigens: Nur noch eine Nebenrolle auf der Bühne (im Publikum eh nie): Merkel. Gar nicht vorhanden: Annekret, was ein sehr schlechtes Zeichen für die Zukunft der Krämpin ist. Selbst die kommende Niederlage bei den Europawahlen nimmt man anscheinend gelassen im Bayernland. Der CSU-Spitzenkandidat Weber Manfred spielte auf der Bühne am Nockherberg keine Rolle.

Die ganze Show finden Sie hier.

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