Fernsehbosse stellen sich der Gegenöffentlichkeit

Leider nicht im TV

Schlechtes Bild, der Ton wie zu Zeiten der Erfindung des Fernsehens, aber der Inhalt war brillant. Die Macher des Staatsfunks stellen sich der Diskussion in Dunkeldeutschland, um mit Pastor Gauck zu sprechen. Im Folgenden eine hurtige Zusammenfassung:Fernsehzuschauer, die glauben das öffentlich-rechtliche TV berichte objektiv über kontroverse Themen wie Eurorettung, Migration oder Dieselchaos, müssen schon reichlich naiv sein. Auch ist es den Journos nicht gelungen, über die AfD zu berichten, ohne die Partei als gefährlich rechts zu beschreiben.

Da ist es umso eindrucksvoller, dass sich der ZDF Chefredakteur Peter Frey und der Tagesschau-Chef Kai Gniffke nach Sachsen aufmachten, um mit der AfD ins Gespräch zu kommen. Die zwei saßen auf dem Podium mit Klaus Kelle, Publizist, Nikolaus Fest, AfD und Michael Klonovsky, Journalist, Autor und Berater von Alexander Gauland. Das kann ja heiter werden!

Damit konfrontiert, die Mädchenmorde von Offenburg und Freiburg als lokale Ereignisse und irrelevant für die Tagesschau abzutun antwortete GNIFFKE ausweichend:

„Wofür ist die Tagesschau da? Was ist für dieses Land heute wichtig? Es fällt nicht leicht, das auf Relevanz abzuklopfen. „Bei 400 Tötungsfällen im Jahr“ könne man nicht „jeden Tag über Mord und Totschlag berichten, sonst würden die Zuschauer sagen: Das ist nicht mehr meine Tagesschau.“

FREY bedankte sich „für die Einladung“, der er gefolgt sei, „weil sie auch Beitragszahler sind“. Und er beklagte sich über den „Ton, den Teile ihrer Partei gegen die Presse anschlagen“. Klonovskys „höhnische Kritik an meinen Kollegen Slomka und Kleber“ habe ihn besonders geschmerzt.

Der Fall in „Freiburg berührt mich sehr, ich kenne den Vater, aber der wollte nicht ins heute-journal“.

Haben beide den Kern der Frage nicht verstanden? Durchaus, sie eiern sich nur langsam heran.

GNIFFKE: Wir müssen auf allen Seiten wegkommen von den Reflexen. Ja, es gab 2015/16 den Reflex, Straftaten von Migranten anders zu behandeln. Im Sinne von Muss man verstehen, die hatten eine schwere Kindheit. Den Reflex können wir uns verkneifen. Auf der anderen Seite der Reflex. War ein Migrant, die sind ja alle so. (Was niemand gesagt hat...) Auch falsch. In jeder Gruppe gibt es einen kleinen Anteil „Armleuchter, Leute mit schlechten Manieren, Kriminelle, Gewalttäter, so was alles.“

FREY blieb derweil im Ätherischen, erklärte wie Nachrichten entstehen, was der Rundfunkrat sagt, und will auch auf gar keinen Fall „Vorurteile schüren“. Aber er zeigte sich einsichtig, was Migrantenkriminalität betrifft. „Wir berichten da jetzt öfter, weil wir auch gesehen haben, welche Entwicklungen das gab."

Auf die Trump-Berichterstattung angesprochen, erhielt GNIFFKE die ersten herzhaften Lacher im Publikum. Es sei „ein journalistisches Grundprinzip, dass man beide Seiten hört“. (Wobei Gniffke wohl dachte, das Gelächter beziehe sich nur auf das Thema Trump)

„Es ist nicht unsere Aufgabe Ihnen nahezulegen, was gut und was schlecht ist. Wir haben ihnen die Fakten zu liefern... (Bei einem Comedy-Format würden hier auch Lacher eingeblendet.)

FREY gab zu, man habe bei Trump „im Vorfeld Fehler gemacht“, aber nur, weil das amerikanische Fernsehen und die Forscher sich geirrt hätten. (Es ist hier nicht die Stelle ins Detail zu gehen, wie das ZDF Trauer trug, als ihre Hillary abstürzte, die Antworten stehen für sich.)

Für das „AfD-Framing“, die Vorführung eines stotternden Abgeordneten, die Bezeichnung von Maaßen als „Schädling“ haben „wir uns entschuldigt“, (FREY), sogar „Welke himself“, aber „von Herrn Gauland noch keine Entschuldigung gehört“

FEST wechselte dann zum Mord in Offenburg, der es nicht in die Tagesschau geschafft habe. Der Mord an einem Staatsanwalt in Argentinien, einer Journalistin auf Malta, in Russland hingegen schon. Und dass Migranten genauso kriminell seien wie die Deutschen – ist das nicht eine ideologische Verdrehung? Selbst für FAZ und WELT seien das keine „Einzelfälle“ mehr. "Diskutieren Sie das? Oder sind für Sie Menschen alle gleich?"

KLONOVSKY ergänzte den „angeritzten Bürgermeister“, der bei den Öffentlich-Rechtlichen ein erstanliches Echo gefunden habe.

FREY lenkte geschmeidig ab auf „den Fall von Köln“ (Reker). Und er verwies auf „heute. de“ unter „Transparenz“ gelange man zu „Korrekturen“. Seitdem „werden noch weniger Fehler gemacht beim ZDF“.

KLAUS KELLE hatte „als Volontär gelernt, sich immer eine zweite Meinung zu holen. Nach Chemnitz, wo es zwei Demonstrationen gab nach dem Messermord, eine große mit 8.000 Teilnehmern und eine kleine für ein buntes Deutschland, wurden fünf O-Töne für ein buntes Deutschland  gesendet, von der anderen Seite keines. „Das geht nicht!“

GNIFFKE: Es ist selbstverständlich Pflicht, beide Seiten zu hören. Aber da gehören auch immer zwei dazu. Und wenn bei der einen aufgerufen wird, nicht mit der Presse zu reden... Deshalb finden wir keine Gesprächspartner (Gelächter im Saal) Auch aus dem Bundestag kommen alle Parteien zu Wort. Sie zählen aus der AfD weniger Beiträge. Stimmt. Die Linken sind stark vertreten, das haben wir auch festgestellt. Weil die viele clevere parlamentarische Anfragen stellen. Die AfD wendete uns oft den Rücken zu. Jetzt habe sich die Partei professionalisiert. Aber sie verschicke immer noch zu wenig Pressemitteilungen. (Arbeitsaufforderung!) Jedenfalls habe die AfD dasselbe Anrecht auf Berichterstattung. (Beifall)

KLONOVSKYs ironische Einwürfe fanden leider nicht die nötige Beachtung. So wurde sein Verweis auf das ZDF-Mittagsmagazin  – „Der Beitrag lautete: Was tun wenn die beste Freundin mit der AfD sympathisiert? Keine weiteren Fragen.“ – übergangen.

FREY hatte stattdessen eine Auszählung parat, wer wie oft mit O-Tönen in den letzten 10 Monaten im Staatsfunk gelaufen sei: „AfD 171 mal, FDP 120, LINKE 160, GRÜNE 230 mal.“ (Gelächter im Saal, das Frey aber nicht verstand.)

Der MODERATOR wies dann darauf hin, dass die meisten Journos linksgrün seien. Der „Faktenfinder“-Redakteur sei gar Antifa-Sympathisant. Paritätisch?

GNIFFKE. „Was wir nicht wollen ist Gesinnungsschnüffelei“ (Gelächter). Selbstverständlich haben Journalisten eine persönliche Meinung, aber ich lasse sie nicht in meine Arbeit einfließen...

MODERATOR: Einer Ihrer Leute schreibt: „Wer gegen Gender ist, ist rechts.“ Ist das journalistisch?

FREY verwies dann darauf, früher sei das ZDF eher in rechte Ecke gestellt worden (Gelächter), aber er erwarte ncht, „dass Journalismus aus parteipolitscher Perspektive gemacht wird“. (Dabei werden alle Führungspositionen nach Proporz vergeben). „Wir achten darauf, wer sitzt in den Talkshows (Aha!) Aber da kann sich die AfD nicht beklagen. Ohne dieTalkshowauftritte 2013/14/15 wäre die AfD nicht, was sie heute ist...“ (Ein interessanter Aspekt, den wir ein anderes Mal aufgreifen werden!)

KLONOSVSKY: Ihre Journalisten wollen „belehren und erziehen“. „Gensing: Nicht Fakten, sondern Haltung zeigen. Restle, Monitor spricht von Neutralitätswahn. Sie leben von Steuergeldern. Das verlangt Fair Play. Sie sollten Ihre Kollegen ermahnen.“

GNIFFKE. „An der Stelle sind wir einig, dass Fakten und Meinung getrennt werden müssen, und wer das bei uns nicht beherrscht, der fliegt raus“. (Gelächter im Saal)

FREY. „Man spürt ja wie der Saal denkt, und das ist für uns bedrückend. Sie sind Beitragszahler. Freunde im Osten sagten, das erinnert uns an die DDR (besonders eine Moderatorin). Das bedrückt uns so, weil wir das überhaupt nicht intendieren. Ich spüre, das Sie nicht derselben Meinung sind, aber das ist unser Ziel: Herausforderung sich daran zu reiben.“ (Schade, dass er dann sagt: „Sie haben die Freiheit abzuschalten!“ Nun, zahlen müssen wir trotzdem.)

KLAUS KELLE brachte dann die Nichtberichterstattung zur Silvesternacht 2015.

GNIFFKE. Wir haben Feministinnen im Social Media Bereich. Die hätten doch Alarm geschlagen. Aber die haben das auch erst nach 4 Tagen mitgekriegt.“ Dann war ihm wichtig mitzuteilen: „Es gibt keinen Ukas, dass etwas nicht berichtet werden darf.“

MODERATOR: Bei Eurorettung Gender & Familie, Zuwanderung ist man im ÖR entweder bei den Guten oder Nazi. Warum sitzt nie Dieter Stein (Junge Freiheit) im Presseclub? Es fehlt die dritte Option, der gesunde Menschenverstand.

Dann wurde es unterhaltsam. GNIFFKE wurde einsichtiger, FREY aggressiver. „So wie Klonovsky über den Bundespräsidenten geschrieben hat, der sei eine Marionette des Systems, das sei populistisch! An der Grenze. Den würde ich nicht einladen ins ZDF. Und Sie von der AfD müssen entscheiden, mit wem sie marschieren. Wenn Sie Dialog wollen, müssen Sie Ihr Verhältnis zum rechten Rand klären.“

KLONOVSKY: „Das war eine Aschermittwoch-Rede! Ich hätte ihn auch Schädling nennen können wie das ZDF den Maaßen.“ KELLE gestand dem Bundespräsidenten „natürlich eine wichtige Rolle zu“, aber der lade immerhin zu Veranstaltungen mit der linksextremen Gruppe Feine Sahne Fischfilet ein. (Und war es nicht ein Präsident, der von Dunkeldeutschland sprach?)

FREY: „Ein Bundespräsident kann auch mal was falsch sagen. Aber Marionette!“

GNIFFKE hat inzwischen gelernt, dass „Pegida keine Nazis sind“, aber beklagte, dass „Kollegen angefasst, geschlagen, bespuckt würden“. Und FREY gab zu, dass „Mainz weit weg von Sachsen“ ist, aber seine Leute müssten inzwischen einen „Schutzhelm tragen“.

Das PUBLIKUM fragte nach, warum die Journalisten denn wohl angegriffen würden, und – brisant! – ob der ÖR im Vorfeld über die UN-Konferenz über das gefährliche Migrationspaket der UN in Marrakesch berichten werde.

GNIFFKE: (wohl unfreiwillig zynisch) „Der 11.12. ist das Datum, da bin ich sicher, dass wir darüber berichten werden.“ Überhaupt sei das mit der Zukunft schwierig. „In zehn Jahren schreibt ein Roboter die Fakten für die Tagesschau“. (Nur die Führungsfiguren werden weiterhin nach Parteienproporz besetzt.)

Das Schlusswort überlassen wir hier MICHAEL KLONOVSKY: „Weil ich vor dem Treffen einen ganzen Eimer Kreide gefressen habe, will ich mit dem österreichischen Kaiser sagen: Es war sehr schön, es hat mir gut gefallen.“

 

P.S.: Wenn sie es selber sehen wollen, googlen Sie "25.10.2018 ""Medien & Meinung"

 

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