Islamisten-Anschlag auf den CSD in Berlin. Und jetzt alle: Wir lassen uns das Singen nicht verbieten, Das Singen nicht und auch die Fröhlichkeit. Singen und Fröhlichkeit bitte wahlweise ersetzen durch „unsere Art zu leben“ (Wegner, CDU), „Liebe, Respekt und ein freies, buntes Land“ (Schwesig, SPD) „unsere offene & vielfältige Gesellschaft“ (Wüst, CDU), „unsere Freiheit“ (alle Politiker).
Während die Polizeiführung (links unterwandert) noch zwischen Persönlichkeitsrecht des Attentäters – darf man ein Foto für die Öffentlichkeitsfahndung verwenden oder nicht? – und der Frage, wie weit darf ein terroristischer Gefährder überwacht werden – reicht eine Überwachungskamera vor seinem Wohnsitz? – herumlavierte, ersparte das SEK der Justiz weitere Arbeit.
Apropos Justiz. Ein guter Richter vom LG-Tiergarten (Name aus guten Gründen geheim gehalten) hatte den Mörder gerade erst freigelassen, im Namen einer sogenannten Vorbewährung. Wenn der verurteilte Terrorfreak sich in den nächsten sechs Monaten nichts zuschulden kommen lässt und er außerdem an einem Deradikalisierungsprogramm teilnimmt, würde seine bereits beschlossene Verurteilung (22 Monate Knast) zur Bewährung ausgesetzt. Vier Monate nach der Entscheidung hatte sich die Angelegenheit dann mit dem bekannten Ausgang erledigt. Wie? Ja, die Ermordete könnte noch leben, die Verletzten sich ihrer Gesundheit erfreuen, wenn es diese Vorbewährung nicht gegeben hätte.
Schwamm drüber, die Kirche am Alexanderplatz waren beim Trauergottesdienst jedenfalls voll (Bild), und schon vor der Kirche herrschte Superstimmung bei den anwesenden Politikern. Kai Wegner musste herzlich lachen wie einst Parteifreund Laschet angesichts der Flutkatastrophe, selbst SPD-Trauerkloß Esken zeigte sich gelöst wie selten.
SED und SPD haben den Terroristen schnell und unbürokratisch ihrem neuen Feindesraster angepasst, und der Erschossene kann sich nun nicht mehr dagegen wehren: Die queere Community wird schließlich „von rechts und von konservativen Kräften“ (CDU?) angegriffen, und für den Berliner Queerbeauftragten Alfonso Pantisano (SPD). zählen zu den konservativen Kräften auch Islamisten.
Friedrich Merz hat andere Probleme. Sein Personen-Karussell – Details aus fachlicher Sicht uninteressant – ist bereits entgleist, bevor es seine erste Runde drehen konnte. Die Geschassten schimpfen, die Neuen fühlen sich irgendwie fehl am Platz, so dass ein Bremer CDU-Strohmann, pars pro toto, motzte: „Sie leiten hier eine Partei und keine Firma.“ So schön das klingt, so falsch ist es allerdings auch. Eine auf Merz-Art geführte Firma dürfte nicht lange existieren.
Merz verklickerte seinem Vorstand dann, das Revirement habe er sich „wohl überlegt“, aber da widersprach sein Kandidat für das Verkehrsministerium, Güntzler, der rechtzeitig abgesagt hatte: „Wir hätten uns mehr Zeit nehmen sollen für die Entscheidung.“ Der Verkehrsminister auf Abruf, Schnieder reichte inzwischen per Twitter seine Kündigung selbst ein. Fritz setzt nun auf eine Frau Hoppermann, Hamburg, als neue Generalsekretärin, weil die „hat das ganze Land fest im Blick.“ Na denn.
3 Kommentare zu „Same procedure as every day“
Die weiteren Ereignisse nach Gewährung der Vorbewährung gehen dem Richter der sich das trotz der bekannten Vorgeschichte ausgedacht hat vermutlich am Allerwertesten vorbei. Wie sagte der Grüne Benedikt Lux doch 2022: „Wir haben die gesamte Führung fast aller Berliner Sicherheitsbehörden ausgetauscht und dort ziemlich gute Leute reingebracht.“ Gilt das auch für die Gerichte, Herr Lux?
So, zum Anschlag in Berlin ist genug geschrieben und geredet worden. Ich spare mir deshalb einen Kommentar hierzu, und mein Blick geht nach vorne. „Am 9. August soll in Berlin der erste „World Naked Bike Ride“ stattfinden. Es ist ein Novum in Deutschland: Noch nie zuvor gab es eine nackte Fahrraddemo in der Republik. Doch nun steht es fest: Die Polizei genehmigte die Veranstaltung ohne Einschränkungen. Ralf Sprenger, der Pressesprecher des Ereignisses, betitelte dies als „historischen Meilenstein der Freikörperkultur“.“ Das könnte lustig im negativen Sinn werden….
Gibt es eigentlich schon Wetten, wie lange Merz noch Kanzler sein wird??? Irgendwie rieche ich eine Endstimmung, zumal schon zwei Landesverbände der CDU sich von Merz distanzieren.
Es gibt keine „ Islamisten“. Es gibt Moslems, die den Koran speziell gegen die Ungläubigen konsequent umsetzen; die Mehrheit tut es ( noch) nicht.Alles eine Frage der demographischen Entwicklung…