Deutschland im Merz

Der Kanzler gibt bekannt: Die Wirtschaft beginnt wieder Fahrt aufzunehmen, wir sehen „Fortschritte beim Bürokratieabbau und in der Migrationspolitik“ und sogar für Reformen in der Pflege gibt es schon einen „klaren Fahrplan“ – Bürgender, was willst du mehr?

Im Ausland sind wir übrigens längst wieder wer, meint der Fritz. Da werden wir deutlich positiver wahrgenommen als im eigenen Land. Das haben ihm Macron, Starmer und Selenskyj mehrfach bestätigt.

Das Schöne an „unserer Demokratie“: (Fast) jeder kann laut heraussagen, was ihm so spontan durch den Kopf geht und er/sie/es findet bei den demokratischen Medien Gehör und einen gespitzten Griffel. So meint der alte Holzmichel der SPD, Franz Müntefering im Staatsfunk, alle Demokraten müssten dem Kanzler helfen. Immerhin habe der seine Rolle doch „gut angenommen“. Der alte Franz meint wahrscheinlich Merzens Satz: „Ich nehme die Wahl an“. Grüne fordern eine Freistellung oder flexible Arbeitszeitgestaltung für Muslime an islamischen Feiertagen – nicht in Bagdad oder Bangladesch, sondern in Köln und Schleswig-Holstein. Und CDU-Kiesewetter sagt… aber das wissen sie ja selbst.

Natürlich ist nicht alles eitel Sonnenschein. Ein CDUler fordert gar, gegen Merzens polnische Wirtschaft (sprich: Haushalt) vor Gericht zu ziehen, und bei den Tagesthemen fiel manches Schlafschaf vom Sofa, als es einen Kommentator sagen hörte, Merzens Geldverschwendung „riecht nach politischem Betrug„. Und aufrechte Demokraten verschluckten sich am achten Bier, als sie in ihrem Lieblingssender ARD hören mussten, der Betrug sei nur „der ausgesprochen dreiste Teil der Sache. Der dumme Teil besteht darin, zu glauben, dass die Sache nicht auffliegt“.

Auch mit unserem Ansehen im Ausland ist es so eine Sache. Trump hat den Fritz inzwischen als Mogelpackung erkannt und nennt ihn nicht mehr beim Namen, sondern nur noch spöttisch das „Oberhaupt der Deutschen“. Was wiederum grundsätzlich unseren Linken gefällt – dass Donald ihn nicht mehr mag und Fritz keine Schiffchen in den Nahen Osten schickt – aber die Kirchgänger irritiert.

Weil sich die Zeiten ändern, und Freund und Feind kaum mehr auseinanderzuhalten sind, sinniert Nato-Generalsekretär Mark Rutte laut darüber, wie man „gemeinsam“ die Straße von Hormus wieder öffnen könnte. Also Nato, Israel und Amis? Oder Israel, Amis und Nato ohne Europäer?

An der Front läuft alles nach Plan (sagen die Planer), außer dass Amerikas Stolz der sieben Meere, der Flugzeugträgers USS Gerald R. Ford, vorübergehend in die Reparatur muss. Dabei wurde er gar nicht getroffen, aber 80 Prozent der Toiletten seien ausgefallen, und ein Brand in der Wäscherei zwang die Besatzungsmitglieder enger zusammenzurücken, nachdem viele Unterkünfte zerstört wurden. Nun rätselt das Pentagon: Sabotage, Meuterei oder Blödheit, denn die Toiletten wurden angeblich „mit T-Shirts, Kleidungsstücken, ganzen Toilettenpapierrollen und sogar meterlangen Seilstücken“ verstopft.

Er ist jedenfalls wieder da. Das hat Benjamin Netanjahu selbst gesagt. Und Grok (KI) sagt: Stimmt.

Und jetzt zur Kultur: Die OSCAR-Quoten sind da: 1996 – 45 Millionen Zuschauer, 2006 – 36 Millionen, 2016 – 34 Millionen, und dieses Jahr: 17 Millionen. And the Audience goes to… Netflix.

Verwandte Artikel

3 Gedanken zu „Deutschland im Merz“

  1. „…Tagesthemen … Merzens Geldverschwendung „riecht nach politischem Betrug„. … der Betrug sei nur „der ausgesprochen dreiste Teil der Sache. Der dumme Teil besteht darin, zu glauben, dass die Sache nicht auffliegt“…“
    Na ja, was sonst als solch — aus abgehobenbeit, arroganz, machtbesoffen- und weltfremdheit, unangreifbarkeitsglauben (zu recht?) bestehende — dummheit ist von unseren reGIERenden zu erwarten ?
    Das nur nebenbei. Der eigentlich interessante punkt ist aber, ob sich die regGIERenden da vielleicht sogar strafbar gemacht haben könnten ?
    95(!)% zweckentfremdung (lt. dem sicherlich NICHT regierungskritischen ifo-institut) duftet doch ganz gewaltig nach untreue … Bin gespannt auf diesbezügliche juristische bewertungen (UND aktivitäten) seitens Vosgerau, Steinhöfel & co. …

  2. Endlich wurde uns verkündet,
    dass der Aufschwung nun stattfindet …

    … solche Parolen hört man sich an und denkt sich seinen Teil. Man könnte z.B. an das alte DDR-Bonmot denken: „Gestern standen wir vor dem Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter …“

    … Gute Nacht!

    Mehr von Kater Moritz –
    SATIRE • KRIMI • FANTASY – gibt’s auf:
    https://www.katermoritzspricht.de

Antworten Sie auf den Kommentar von weihnachts... Antwort abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

SPAET-Nachrichten abonnieren

Wenn Sie bei neuen Beiträgen benachrichtigt werden möchten, können Sie Ihre E-Mail-Adresse hier eintragen.

Nach oben scrollen
Consent-Management-Plattform von Real Cookie Banner