Die Corona Papers
und der schwarze Medien-Montag

Das Schweigen der Belämmerten

Wie gut, dass es noch die alternative und freie Presse gibt. Denn ohne sie, von Tichys Einblick bis achgut, stünde das Land uninformiert bis desinformiert da, allein gelassen im Wüten Merkelscher Maßnahmenorgien. Die meisten Presseausweisträger und Staatsfunker dienen nur noch als Überträger von Staats-News, die – je nach Wunsch der Regierung als Sedativum oder Blutdruckpeitscher verpanscht – weitergegeben werden.

Wieder einmal erlebt Deutschland einen schwarzen Medien-Montag, an dem sich von Spiegel bis Focus, von Welt bis Bild, von ARD bis ZDF die systemrelevanten Journos bis auf die Knochen blamierten. In einer Zeit, in der die gesamte Wirtschaft des Landes zwangsweise stillgelegt wird, 10 Millionen Menschen in die Kurzarbeit geschickt werden, die Finanzen des Landes zusammenbrechen – und all das aufgrund von Schätzzahlen des RKI und der Panikmache von ein paar Virologen, die sich schon öfter getäuscht haben –, taucht die Analyse des Referatsleiters des BMI nur als Geschichte eines Corona-Leugners auf. Obwohl diese detailliert belegt, dass es sich bei den Corona-Maßnahmen um einen Fehlalarm handelt.

Gibt es eine größere Story in diesen Tagen? Gibt es eine wichtigere Gelegenheit für die Presse zu beweisen, dass sie verdient, die Vierte Gewalt zur Kontrolle der anderen Gewalten genannt zu werden?
Gegen die Corona Papers sind die Panama Papers, mit denen sich unsere Investigativ-WGs aus Privat- und Staatsfunk einst (inzwischen längst vergessen) brüsteten, obwohl diese keinerlei Brisanz für Deutschland hatten, eine Bagatelle. Bei den Corona Papers aber schwiegen die Investigativos stille. Es war die Redaktion von Tichys Einblick, die am Sonntag die Thesen der „Corona Papers“ veröffentlichte.

Das Schweigen der Belämmerten

Der große Tross geht mit keinem Wort auf die inhaltliche Kritik des Verfassers der Corona Papers ein, stattdessen stellt man diesen in die Nähe von Verschwörungstheoretikern und „rechten“ Demonstranten, bezeichnet ihn als „offensichtlichen Corona-Leugner“. Manning oder Snowdon will man ihn nicht nennen, weil das sind ja im Journo-Framing die guten Whistleblower. Bei den Corona Papers schließt man sich vorschnell den Ausreden des Ministeriums des Inneren vollumfänglich an. Es ist das Schweigen der Belämmerten.

Der Mitarbeiter der Abteilung „Kritische Infrastruktur“ und Verfasser der Untersuchung (die er mit Wissenschaftlern und Fachleuten erarbeitete) hatte zunächst versucht auf dem Dienstweg auf den falschen Weg der Corona-Bekämpfung hinzuweisen. Für erste Zwischenberichte vom 23. März bekam er sogar Lob, weil sie „zutreffend und gelungen“ seien. Einen Monat später, am 25. April, schrieb er schließlich an den sehr geehrten Herrn Minister Seehofer:

... Unter anderem baten Sie die Beschäftigten ausdrücklich um ihre eigene Meinung, auch wenn sie abweichend sei. Das sei gewollt und nur das führe Ihrer Erfahrung nach zu guten Entscheidungen. ...

... Ich beschreibe Fehlentwicklungen und gebe Hinweise für ein Gegensteuern.

... Ich habe in den letzten Wochen mit vielen Kolleginnen und Kollegen in den Referaten des BMI, in den Ressorts und in nachgeordneten Behörden wie dem BBK gesprochen, sowie mit Mitarbeitern von Unternehmen und Verbänden. Dabei habe ich erfahren, dass meine fachliche Position keine esoterische Einzelmeinung ist. Ich habe bisher keine einzige Person getroffen, die die Grundprobleme anders gesehen hat, als ich sie in meinem Papier beschreibe. (Das vollständige Schreiben und weitere Details zum Fall finden Sie auf der Achse des Guten)

Seehofers Büroleiter Christoph Hübner antwortete, dass er den Brief gelesen habe, aber nicht weitergeben werde. Er habe keine Zeit, die ganze Analyse (mit Daten und Tabellen) zu lesen. Man könne sich aber gerne darüber unterhalten, die „Gedanken in einen erfolgversprechenden Prozess einmünden zu lassen“. Wie von der Merkel-Linie abweichende Gedanken in erfolgversprechende Prozesse einmünden, findet man dann später unter der Ablage M: „Diskussionsorgien“.

Erstaunlich, dass manche Medien noch Leserdiskussionen zulassen. Unter „Corona skeptischer Mitarbeiter nach Bericht aus Dienst entlassen“ gibt es ordentlich Haue für die Journos.

 

Veritas liberabit vos

Rechtsradikale Verschwörungstheoretiker gibt es überall, weiß der Dauer-Konsument systemrelevanter Medien. Und zwar bis in die Mitte der Gesellschaft. Das sagt, brav medial übertragen, auch der Innenminister der Thüringer SED-Regierung Maier von der SPD, und der muss es schließlich wissen.

Nun gibt es die Verschwörungstheorien sogar auf lateinisch! „Veritas liberabit vos“ überschreiben Bischöfe ihre Warnung:
„Wir haben Grund zu der Annahme – und das auf Grundlage offizieller Daten der Epidemie in Bezug auf die Anzahl der Todesfälle – dass es Kräfte gibt, die daran interessiert sind, in der Bevölkerung Panik zu erzeugen. Auf diese Weise wollen sie dauerhaft Formen inakzeptabler Freiheitsbegrenzung und der damit verbundenen Kontrolle über Personen und der Verfolgung all ihrer Bewegungen durchsetzen. Diese illiberalen Steuerungsversuche sind der beunruhigende Auftakt zur Schaffung einer Weltregierung, die sich jeder Kontrolle entzieht.“

Das ganze Schreiben finden Sie nicht bei Dan Brown, sondern hier.

 

8 comments

  1. Frank Danton 11 Mai, 2020 at 20:43 Antworten

    Es ist traurig, so wie es passiert und so wie Sie es berichten. Man kann den Zustand dieses Landes beleuchten wie man will, man kann wissenschaftlich, politisch, philosophisch oder ganz einfach unbedarft den Blick auf die Dinge werfen, aber es ergibt sich immer ein Bild von unsagbarer Verzweiflung. Man wird aus seiner Welt gerissen in der eigentlich das Schöne, Gute und Wahre Regie führt, man wird bombadiert mit solch kruden, amorphen Zeugs das es einem den Magen umdreht. Man versucht zu verstehen, einen Ansatz zu finden dem Ganzen ein Stück näher zu kommen, aber der Verstand versagt dabei. Aber man ist nicht alleine. TE, Achgut, und auch Sie Herr Paetow sind nicht nur Ventil, sondern ‘für schon immer Interessierte’ auch die bekannteste Form von kritischem Journalismus. Eine Kritik die vorallem eines ist, Selbstkritisch. Aufgeklärte Menschen sehen in gutem Journalismus eine Inspiration, er fungiert als Muse des Freigeistes. Überhaupt war die sprachliche Ästhetik bereichernd. Die deutsche Realität ist aber trist, grau, sozialistisch, ordinär, dumm und hässlich. Rien ne va plus.

  2. Libkon 11 Mai, 2020 at 20:45 Antworten

    Herr Paetow, mit Ihrem Zitat:“ Wie gut, dass es noch die alternative und freie Presse gibt“, sprechen Sie uns kritischen Lesern aus dem Herzen.

    Ohne Sie und Tichy, Achgut, Reitschuster und Wendt u.a. wären wir aufgeschmissen. Die sog. Systempresse/TV ist in Wahrheit längst eine gesteuerte(?) Einheitspresse des Wahrheitsministeriums (WM), ehem. bekannt als Bundeskanzleramt. Oder?

    Wer diffamiert denn ständig Andere und recherchiert nicht mehr, weil des das WM vermutlich so erwartet? Ganz sicher nicht die noch wirklich freien Medien.

  3. Tobi K. 11 Mai, 2020 at 21:46 Antworten

    “Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht.”

    Es werden immer mehr Menschen in diesem Land, die sich neue Informationsquellen suchen, weil auch sie langsam begreifen, dass sie von öffentlich-rechtlichem und auch privatem Rundfunk und Fernsehen sowie den Printmedien nicht nur einseitig informiert, sondern mittlerweile sogar frei und hemmungslos belogen werden. Nach der Politikverdrossenheit kommt jetzt die Medienverdrossenheit. Selbst ältere Menschen jenseits des Renteneintrittsalters wissen, dass man ARD, ZDF samt der Dritten aber auch RTL & Co. so gut wie kein Wort mehr glauben kann. Von den Schmutzblättern FAZ, SZ, Spiegel, BILD und der SPD-Madsack-Gruppe inklusive dem RND mal ganz abgesehen. Zu einheitlich sind die Haltungen, zu offensichtlich die Regierungstreue.

    Doch wohin andauerndes Lügen und Betrügen, Diffamieren und Stigmatisieren, Ausgrenzen und Mundtotmachen letztlich führen, haben wir 1989 gesehen. Damals ging es friedlich über die Bühne. Sollten jedoch abertausende Menschen in diesem Land aufgrund von korrupter und scheinheiliger Politik unter dem Deckmantel von Corona jetzt alles verlieren, dann kann ich mir auch im sonst verschlafenen Deutschland ein anderes Szenario vorstellen. Das Fass könnte so langsam beginnen überzulaufen. Wer alles verloren hat, hat nichts mehr zu verlieren. Das sollten Politik und Medien immer auf dem Zettel haben. Und die Menschen vergessen keine Namen …

    • Barbara Blume 12 Mai, 2020 at 02:02 Antworten

      Ich bekomme langsam Bauchschmerzen bei dem Wort “öffentlich-rechtlich” … das ist mir einfach zu “rechts” – ich finde “öffentlich-linkisch” irgendwie passender… 😉

      Ich hoffe, der Eimer läuft bald über !

    • treu 12 Mai, 2020 at 09:19 Antworten

      @Tobi K., Ihre Zuversicht in allen Ehren, aber ich pers. kann sie nicht teilen. Die Kinder und Jugendlichen schon seit Jahren durch einen entsprechend ausgerichteten Erziehungsapparat auf Staatsnähe und links-grüner Ideologie geimpft, ansonsten realpolitisch ungebildet und höchstens linken und naiven grünen Glaubenssätzen zugeneigt. Die Alten nach wie vor so obrigkeitshörig und blindgläubig wie zu Kaisers Zeiten und der feige Rest dazwischen macht dann großteils noch eifrig und im vorauseilenden Gehorsam beim immerwährenden und staatstragenden Kampf gegen Rechts mit, sei es aktiv, als Denunziant oder eben schweigend. Da bleibt nicht mehr viel an Freiheitlichen, Bürgerlichen und Konservativen, an Aufrechten und Mutigen.

      • Tobi K. 12 Mai, 2020 at 16:28 Antworten

        @Treu: Die Umstände und die Zeit werden es aber ändern. Ich kenne einige Leute in meinem persönlichen Umfeld, die jahrelang voll auf Merkelschiene waren, links-grünen Gedanken hinterher irrten oder nichts auf die Roten von der SPD kommen ließen. Die haben allesamt ihre Meinung mit der Zeit geändert. Vielleicht nicht um 180 Grad, aber immerhin soviel, um nicht mehr alles zu glauben, was einem verkauft wird. Und auch die Kinder und Jugendlichen werden spätestens dann umdenken, wenn der persönliche Wohlstand bzw. der der Eltern plötzlich am wegbrechen ist. Wenn Lehrstellen rar werden, weil massenhaft Firmen Pleite gehen oder sie sich Auszubildende nicht mehr leisten können. Wenn aus den 10 Millionen Kurzarbeitern nur 3 oder 4 Millionen reale Arbeitslose werden, wird bei denen Ideologie und Regierungstreue ganz schnell hinten anstehen. Die Deutschen lernen es nur, wenn es ans eigene Geld geht. Zu verwöhnt und verhätschelt war man jahrelang.

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