Britischer Humor: „Wir pfaffen daf!“

Plus: Maybrit Illner, Hilde & Dierk

Der komische Spiegel mit seinem merkelozentrischen Weltbild fasst die jüngsten Antrittsbesuche des englischen Premierministers Boris Johnson so zusammen:

„Nach unfruchtbaren Gesprächen in Berlin hoffte Großbritanniens Premier Johnson auf Paris. Doch auch Präsident Macron lässt sich nicht erweichen.“ Diese Einschätzung mag daraus resultieren, dass bei uns in Zeiten von Frank-Walter, dem Spalter, diplomatische Höflichkeitsbesuche wie Gratulationen (außer dem Iran gegenüber) unüblich geworden sind. Und so glauben unsere Herrschenden* und ihre Hofschreibenden* (*geschlechtsneutrale Beschreibung) allen Ernstes, der Brite sei nach Berlin (und Paris) gekrochen gekommen, um um Gnade für seinen Brexit zu flehen.

Diese Narren! Dabei hat Boris mit Merkel fröhlich ein paar Gläser Wein geschlotzt, sich fürsorglich neben die ältere Dame gesetzt, als die Kapelle Einkeitnrechtheit und God save the Queen spielte. Und als Boris, der Schalk, auch noch „in gebrochenem Deutsch“ (Welt) Wirpfaffendaf zum Besten gab schlug der britische Humor die deutsche Betroffenheit mit einem klaren 1:0. (Beschämend: In Berlin haben die Herrschenden und ihre Umsieherumschreibenden den Gag nicht mal verstanden.)

 

+++ Heute abend fragt Maybrit Illner wie gewohnt haarscharf am Thema vorbei: Geht die GroKo im Osten unter? Das ist knapp daneben, denn die GroKo geht schließlich nicht nur im Osten unter, sondern – mit leisem pffffiiit – im ganzen Land.

So wie derzeit die Zahlen und die Winde stehen, entscheiden am Ende des Tages die Grünen allein, ob die Union noch mitspielen darf, oder ob auch im Bund zusammenwächst, was in Ländern und Gemeinden schon zusammengehört: Rot, Rosa und Grün. Überraschend ist da allenfalls, dass kein einziger Grüner (m/w/d) unter den Illner-Gästen sitzt.

 

+++ 9 Jahre, sechs Monate für den Mörder von Chemnitz, trotz einer in einschlägigen Kreisen als Star gehandelten, jedenfalls aber teuren Anwältin, die extra aus München angereist war. Abzüglich 1 Jahr U-Haft und ein paar Jahren wegen guter Führung dürfte Kurdenkämpfer Alaa (kein Schreibfehler) also bald wieder am Karl-Marx-Denkmal von Chemnitz herumgammeln.

 

+++ Donald twittert wütend: „Deutschland muss keine Zinsen zahlen und wird momentan sogar noch dafür bezahlt für seine Schulden, während die USA, ein viel stärkerer und wichtigerer Schuldner, Zinsen zahlen müssen.“ Beruhigen Sie sich, Mr. President. Deutschland haftet nämlich für die Schulden Italiens, Spaniens, Griechenlands, Frankreichs. Da haben Sie definitiv den besseren Deal!

 

Tag X der SPD-Chefsuche.

Da müssen Sie jetzt durch. Sind ja nur noch ein paar Tage. Also, heute zogen noch Hilde & Dirk, pardon Dierk, ins Sommerhaus der SPD-Stars. Dirk, pardon Dierk, ist von den Ver.dianern, und mit Hilde will er die Abschaffung von Hartz 4.

Wir wollen hier nicht Hartz 4 das Wort reden, aber einer der wesentlichen Gründe für die Verschlechterung der sozialen Absicherung war die Integration bettelarmer Staaten in die EU. Die Regierung Schröder wusste, was bevorstand und wollte den Anreiz der Armutswanderung reduzieren – mit geringem Erfolg. Leidtragende waren wie immer die, die schon länger hier leben. Eine Abschaffung von Hartz 4 hätte nach den Merkeljahren und der ungezügelten Armutsmigration aus Asien und Afrika nun katastrophale Folgen im Zeitraffer. Für die schon länger hier Lebenden. Außer für Hilde & Dierk natürlich.

1 comment

  1. Jörg Plath 23 August, 2019 at 17:14 Antworten

    Nun, ob mit oder ohne Hartz IV – in etwas mehr als einem Jahrzehnt hat sich der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund verdoppelt. Ich prognostiziere, dass eine weitere Verdopplung (und damit auf einen Anteil von 50 %) innerhalb kürzerer Zeit erfolgen wird. Wenn das keine gravierenden Folgen für die schon länger hier Lebenden hat… Aber die gibt es dank Merkel und Scholz und Kipping und Habeck und wie die Genossen noch alle heißen eh bald nicht mehr.

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