Babylonische Sprachverwirrungen

Großmacht Russland • Syrer oder nicht Syrer • Salvatore Ramos

Was man alles nicht sieht, wenn unsere woken Journos über Davos berichten: Das rege Treiben auf dem nahegelegenen Flughafen, wo die Privatjets eintrudeln oder die endlose Schlange von schweren Limousinen, die sich den Berg hochstauen (E-Autos sind offensichtlich zu riskant für diese Art Landpartie). Willkommen bei den „evil, plotting, polluting Globalists of Davos“.

Sind sie böse, diese Globalisten? Nun, dafür, dass dort „eine cartoonartige Kollektion von Bond-Schurken“ fiese Dinge ausheckt (plotting), die das Schicksal der Plebejer-Gesellschaft bestimmen sollen, lassen sich durchaus Belege finden.

Interessant: Statt Zuversicht und Aufbruchstimmung verbreitet mancher Stammgast nun Trübsal, ja apokalyptische Visionen. „Deshalb sage ich“, sagte der umstrittene (?) Philanthrop (?) George Soros, „dass unsere Zivilisation vielleicht nicht überleben wird“. Upps. Verzockt?

 

Babylonische Sprachverwirrungen

Eigentlich zitieren wir Soros hier nur, weil er auch meinte, Merkel-Nachfolger Olaf Scholz scheine „am Ende immer das Richtige zu tun“, was umso mehr verwundert, weil die Soros-freundliche Presse gerade unseren Olaf geißelt. Der habe ungehörigerweise dem Wladimir Putin nach dem Mund geredet. Bild entrüstet: „Scholz nennt Russland eine Großmacht.“

Dabei hat doch der Obama von Russland als Regionalmacht gesprochen, und seitdem „bemüht sich der Westen, nicht auf Putins Wieder-Großmacht-Streben einzugehen“, schimpft der Bild-Schreiber, der als Kronzeugen zwei Unionisten-Vertreter anführt. Wer soll dieser Westen sein? Joe? Bill? Norbert?

Selbst das Lexikon lässt keinen Zweifel zu: „Eine Großmacht ist ein Staat, der über große wirtschaftliche und militärische Macht verfügt und in der internationalen Politik seinen Einfluss entscheidend geltend machen kann“ – Obama hat seinerzeit wohl nur ein Späßchen gemacht, aus dem wurde Ernst, und der kann bei Bild schon laufen. „G8“ vergessen? Und selbst das woke Wikipedia weiß: Als Großmacht bezeichnet man einen Staat, der einen wesentlichen geopolitischen Einfluss hat. Einen Einfluss, den man Russland nicht einmal als Axel-Springer-Journalistenschüler absprechen kann.

 

Babylonische Sprachverwirrung II

Auch sonst muss man sich alles mühsam zusammenfischen. Also: Die „sechsköpfige Gruppe“ (oder waren es sieben?), aus deren Mitte ein Sudanese auf der Kirmes in Lüdenscheid erschossen wurde, waren – soweit herrscht mediale Einmütigkeit – „Jugendliche“ und „polizeibekannt“. Nur Bild lässt nicht unerwähnt, dass wegen des Mordes (oder wie immer das heute heißt) „ein Syrer in Untersuchungshaft“ sitzt. Alle anderen Quellen ließen, nach breitem Augenschein, diese Information weg.

 

Eine solche bösartige oder vermeintlich gutmeinende Vertuschung bei den Themenfeldern „Gender“ oder Zuwanderung führt schnell dazu, dass sich Vermutungen verselbstständigen, wie der Fall Salvatore Ramos zeigt. In Windeseile verbreitete sich ein Video, das angeblich den Todesschützen von Texas als Transe zeigt, und ein konservativer US-Politiker twitterte den Linken zu: „It’s a transsexual leftist illegal alien named Salvatore Ramos. It’s apparently your kind of trash.” Offenbar eine Ente.

Um mit George Soros zu sprechen: Mit einer dysfunktionalen, agitatorischen Presse „wird unsere Zivilisation vielleicht nicht überleben“.

 

Auch unsere Bundeswehr macht wieder Schlagzeilen. Nicht wegen Kampfkraft, Versorgungsschwierigkeiten oder ihrer Ministerin, sondern wegen Trans-Oberstleutnant Anastasia Biefang (Wikipedia: „Biefangs Eltern gaben ihr den Vornamen Marc.“) Biefang hatte sich auf Tinder als „auf der Suche nach Sex. All genders welcome“ annonciert. Nach einem Verweis vom Truppendienstgericht urteilte nun das Bundesverwaltungsgericht, Biefangs Formulierung „erweckten Zweifel an der erforderlichen charakterlichen Integrität“.

Freunde, da ist jetzt mehr los im woken Millieu, als damals unter Ursels Regime eine Soldatin für die Hetero-Kameraden an der Stange tanzen musste...

 

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