Wir müssen über Urlaub reden...

Grüne Reiselust • Frank-Walters Reisefrust • Besser warm als frieren

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen, weiß der Volksmund seit dem Gedicht von Matthias Claudius (*1740 in Schleswig-Holstein), und das gilt auch für unseren Genossen Präsident Frank-Walter, der gerade mit Gattin in Polen weilte. Und wie war’s? Ach Gott, Flüchtlinge treffen, Reden halten, lecker essen, das Übliche halt, würde er sagen, wenn er gefragt würde. Aber dummerweise reden alle nur über eine Reise, die er nicht getan hat.

Ist dieser Selenskij ein unhöflicher Rüpel, weil er zwar täglich Milliarden und Waffen von Deutschland fordert, aber den Besuchswunsch des deutschen Präsidenten uncharmant abblitzen ließ? Oder wurde es ihm einfach „zuviel“ (Anne Spiegel)? Schließlich gaben sich zuletzt Ursula von der Leyen (EU), Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Michael Roth (SPD), Anton Hofreiter (Grüne), Frank Schwabe (SPD), Annalena Baerbock (Grüne), Boris Johnson (GB), Mateusz Morawiecki (Polen), Petr Fiala (Tschechien), Janez Jansa (Slowenien) und Karl Nehammer (Österreich), die Kiewer Klinke in die Hand.

Hat Selenskij womöglich vorher im Weißen Haus nachgefragt, wie mit Steinmeier umzugehen sei? Hat ihm der embedded Bild-Kriegsreporter Paul Ronzheimer den Tipp gegeben, damit die Kollegen in Berlin ein bisschen Stimmung machen können? Wir wissen es nicht, aber wenn er nicht, wie Anne Spiegel, hoffnungslos überfordert war, dürfte das alte Cui-Bono-Prinzip Anwendung finden: Genutzt hätte Selenskij Frank-Walters Stippvisite nichts (außerdem sind Steinmeier-Reden als schrecklich anstrengend und langweilig bekannt). Und wie soll Selenskij diplomatisch sein, wo das nicht mal sein Berliner Chef-Diplomat Melnyk ist?

 

Ganz anders, wenn der Boris vorbeikommt, wie die Londoner Satirezeitschrift Private Eye (falls Sie sich fragen – sowas gibt’s bei uns nicht) in einem Satz zusammenfasste. Auf einem Foto schütteln sich Johnson und Selenskij die Hände und beide sagen in einer Sprechblase den gleichen Satz: „Thank you for my rescue.“

Ohne sein lautstarkes Kriegs-Engagement wäre Boris wohl über sein Party-Gate gestürzt worden. Johnson hatte mitten im Lockdown Geburtstag gefeiert, mit billigen Crackers und lauwarmem Bier (englische Delikatessen).

 

Apropos Reisen. Vielleicht haben Sie es gar nicht so genau mitbekommen, aber es war die grüne Spitzenkandidatin des NRW-Landtagswahlkampfs Monika Neubaur, die in einem Interview mit der „Rheinischen Post“ befand, der Mallorca-Urlaub der NRW-Umweltministerin Heinen-Essers (CDU) während der Flutkatastrophe zeuge „von einem desaströsen Amtsverständnis“. Der Bumerang erwischte dann neben Heinen-Esser gleich auch noch die grüne Parteifreundin Anne Spiegel wegen des gleichen „desaströsen Amtsverständisses“.

 

Und nun gesteht auch noch die grüne Fraktionschefin des Berliner Landesparlaments Antje Kapek, über die letzten Ostertage Urlaub im „Corona-Hochrisikogebiet“ Mallorca gemacht zu haben, obwohl doch der Resignierende Bürgermeister Müller extra... aber das ist eigentlich auch egal.

Es wäre durchaus unterhaltsam, demnächst im Rahmen von „metoo“ über weitere ungehörige Vergnügungsreisen unserer politischen Verantwortungsgemeinschaft zu erfahren. Nicht, dass das am grundsätzlichen Befund des Personals etwas ändern würde, den Oswald Spengler („Der Untergang des Abendlandes“) 1917 beinahe vorausschauend so in Worte kleidete:

„Wie kommt es, dass die bloße Vorstellung, einer von ihnen (unser politisches Personal; SP) sollte seinen geistigen Rang als Staatsmann, als Diplomat, als Organisator großen Stils, als Leiter irgendeines mächtigen, kolonialen, kaufmännischen oder Verkehrsunternehmens beweisen, geradezu Mitleid erregt?“

(Verzeihen Sie die Prahlerei, verehrte Leser)

 

Nicht dass es irgendeine Rolle spielte, schließlich ist Dr. Angela Merkel, die gerne nach Umfragen regierte, nicht mehr im Amt. Aber unterhaltsam ist es doch, was Allensbach herausgefunden haben will. Demnach können sich 74 Prozent der Bundesbürger nicht vorstellen, dass es möglich sein wird, bis 2050 die komplette Stromversorgung aus erneuerbaren Energien zu gewinnen.

Wohl deshalb sprechen sich nur 30 Prozent für ein vollständiges Energieembargo gegen Russland aus, und dem Vorschlag von Pastor Gauck, für den Frieden „auch mal frieren“ stimmen gerade mal 24 Prozent zu.

Warum haben dann fast 40 Prozent für die rotgrünen Phantasten gestimmt?

 

Haben Sie des gwusst? Gehören Sie auch zu den „politischen Kreisen in München und in Berlin“, die des gewusst haben wollen?
Dabei ist des alles „Hass, Hetze, und Fake-News“, jawoll! Das hat der Söder selber der Süddeutschen gesagt.

Zum Ausklang des Tages nun noch etwas Ersprießliches, Humor aus Saudi-Arabien über die amerikanische Außenpolitik. Da lacht nicht nur der Ölarbeiter von Aramco.

 

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