Hubertus Heil
und seine falsche #Metoo-Geschichte

Die Legende vom armen Hubert. Giffey #nodoctor. Die Angstmacher von der Relotiusspitze

Wenn Schamlosigkeit gepaart mit Selbstmitleid und einer Prise Dummheit die große Bühne betritt, dann trägt sie meistens das Parteiabzeichen der SPD, wie zuletzt ein gewisser Hubertus Heil in der ARD bei „Hart aber Fair“ bewies. Dort wurde unter anderem das Schicksal einer alleinerziehenden Mutter beklagt, die als Lageristin (10,64 Euro/Stunde) bei einem Online-Händler arbeitet.

Da konnte der immer ein wenig herausgefordert wirkende Heil nicht an sich halten und wollte das Klagen „einmal ganz persönlich machen: Ich kann das ‚alleinerziehende Mutter‘ mit meiner nachvollziehen. Sie war voll berufstätig, in den Siebzigern und frühen Achtzigern, als es die Kinderbetreuung noch nicht gab.“ Und weiter zitiert Bild den „sichtlich bewegten“ Bundesarbeitslosenminister: „Mein Vater ist abgehauen, hat keinen Unterhalt gezahlt und sie mit Schulden dagelassen.“

Das Schwein! Schnief. Schluchz. Heul. Wir waren nicht mehr so ergriffen, seit Siggi seinen Vater im TV als unverbesserlichen Nazi beschimpfte. Aber zurück zum armen Heil, der gar nicht mehr einhalten konnte:

„Meine Mutter war im Schuldienst, aber da war kein Unterhalt, da war in Vollzeit Arbeit angesagt.“ Da gab’s keine SPD-Kita-Gesetze, kein Hartz 4, keine dieser segensreichen Eingriffe der Spezialdemokraten in die proletarische Wohlfahrt, die Mutter Heil das Leben leichter gemacht hätten. Obwohl... halt!... wahrscheinlich brauchte Mutter Heil die Spezialdemokraten auch gar nicht. Denn die fleißige Frau war eine toppbezahlte Studienrätin in Hildesheim, die, wenn sie nur etwas rechnen konnte, auch ohne Spezialdemokratie ganz gut über die Runden gekommen sein müsste.

Wenn die Lageristin die wahren Verhältnisse nicht gekannt hat, ist sie vielleicht sogar auf die peinliche Metoo-Kampagne vom Minister der SPD hereingefallen.

 

Und jetzt zu einer anderen peinlichen Spezialdemokratin. Wie Business Insider aus Kreisen der Hochschule für Zauberei (Selbstbezeichnung: Freie Universität (FU) Berlin) erfuhr, soll sich die Prüfungskommission der FU für die Aberkennung des Doktortitels von Franziska Giffey (SPD-Ministerin für Kitas, (Links-) Radikalenförderung und Gedöns) ausgesprochen haben.

 

Sogar Jens Spahn empfiehlt SPAET-Nachrichten (wenn wir ihn nicht völlig falsch verstanden haben)

Sehr gerne geben wir eine wichtige Empfehlung unseres verehrten Herrn Gesundheitsministers weiter, nämlich schon aus gesundheitlichen Gründen – weil die tägliche Nachrichtenflut „belastend sein und zu Verunsicherung führen“ kann – bei der Medienauswahl besondere Vorsicht walten zu lassen. Ganz konkret spricht sich der Minister dafür aus:

* Vermeiden Sie es, sich übermäßig mit verunsichernden oder ängstigenden Nachrichten über das Coronavirus zu beschäftigen.

* Konzentrieren Sie sich auf Fakten und überprüfen Sie bei vermeintlich „sensationellen Nachrichten“ genau die Quellen.

* Suchen Sie hauptsächlich Informationen, die Ihnen helfen, sich auf die derzeitige Situation einzustellen.

Und als wäre das noch nicht deutlich genug:

* Informieren Sie sich höchstens ein bis zwei Mal pro Tag, idealerweise zu bestimmten Zeiten des Tages und nur in einem begrenzten Umfang. 

Also wir hören da klar und deutlich heraus: Täglich gegen Acht die SPAET-Nachrichten lesen, das genügt und ist bekömmlich. Am Sonntag noch die Blackbox, mehr braucht der Mensch nicht zur Resilienz in Corona-Zeiten. Danke, Jens. (Deswegen heute auch kein Beitrag zur möglichen Verwicklung von unserem Jens in die unappetitlichen Maskengeschäfte)

 

Die Angstmacher von der Relotiusspitze

Was unter verunsichernden und verängstigenden Nachrichten zu verstehen ist, zeigt wieder einmal vorbildlich der Spiegel, dessen Bericht vom 1. April (sic!) wir nach damaliger Lektüre extra auf Wiedervorlage gelegt hatten:

„Intensivstationen könnten in vier Wochen überfüllt sein“, titelten die Verunsicherer von der Relotiusspitze 1 in Hamburg vor sechs Wochen. „Noch 1500 Betten – dann sind die deutschen Intensivstationen voll. Und das könnte laut den verantwortlichen Ärzten schnell gehen“, raunten die Verängstiger, und der Kronzeuge – nein, nicht Karl der Sch(w)ätzer, sondern ein Christian Karagiannidis, versicherte hoch und heilig:
„Wir malen keine Schreckensbilder, unsere Warnungen sind von den Zahlen gedeckt.“

Die vier Wochen sind längst um, und wir stellen fest:

Im Jahresdurchschnitt waren vier Prozent aller Intensivbetten mit Corona-Patientinnen und -Patienten belegt. [...] Die Mitglieder des Beirats betonten, dass die Pandemie zu keinem Zeitpunkt die stationäre Versorgung an ihre Grenzen gebracht hat. (Bundesgesundheitsministerium 30. April)

Außerdem: „Seit zwei Wochen fällt die Sieben-Tage-Inzidenz rapide.“ (Welt, Anfang Mai)

 

Und was macht Söder so? Grillen. Hauptsächlich grillen (laut Bunte). Außerdem öffnet er die Landesgrenze zu Österreich für „Geimpfte, Genesene und Getestete“. Ein bisschen Laschet steckt wohl in jedem Mann.

 

Illustration: adborsche

9 comments

  1. Krufi 11 Mai, 2021 at 21:22 Antworten

    „* Informieren Sie sich höchstens ein bis zwei Mal pro Tag, idealerweise zu bestimmten Zeiten des Tages und nur in einem begrenzten Umfang.“ Ach du meine Güte, ich habe gar nicht geahnt, dass ich der Empfehlung von Herrn Spahn teilweise nachkomme. Ich informiere mich tatsächlich höchstens ein bis zwei Mal pro Tag auf TE, Spaet-Nachrichten, achgut.com, EIKE, Jouwatch, KenFm, Rubikon und den abonnierten Kanälen. „Vermeiden Sie es, sich übermäßig mit verunsichernden oder ängstigenden Nachrichten über das Coronavirus zu beschäftigen“, das mache ich auch, indem ich Nachrichten, Talkshows etc. auf ARD und ZDF vermeide.

    „Intensivstationen könnten in vier Wochen überfüllt sein“. Na gut, der Zeitpunkt stimmte nicht ganz. Aber die Aussage könnte sich noch erfüllen, aber anders als man denkt. Hierzu ein Auszug eines Berichts einer Ärztin auf dem Blog „Pflege- und Krankenhauspersonal für Aufklärung“: „Ich bin Kinderärztin und arbeite zur Zeit noch in einer Klinik. …Ich bin extrem enttäuscht von meiner Berufsgruppe, wir hätten aufstehen und das aufhalten müssen, aber auch bei uns Ärzten macht dieses Phänomen der Angst nicht halt. Mittlerweile habe ich fast mehr Patienten in der Notaufnahme der Erwachsenen mit Impfnebenwirkungen als mit Covid gesehen.“ Die Impfnebenwirkungen werden wahrscheinlich das Gesundheitssystem überlasten. Meine persönliche Prognose!

    • Frank Torzinski 14 Mai, 2021 at 08:42 Antworten

      Meine Mutter bezeichnete ihren Beruf als Lehrerin immer als den “bestbezahlten Halbtagsjob” den es geben könne.

  2. reinerB. 11 Mai, 2021 at 23:11 Antworten

    Ich bedanke mich wieder bei Herrn Paetow über die allumfassenden und sehr erhellenden Tages-Informationen, aus den Mehlbehafteten Backstuben und von den Grillrosten dieses Landes, pünktlich wie jeden Tag. Tatsächlich brauch man wirklich nix anderes, ok die „Blackbox“ und die „Einblicke“ noch, aber sonst kann ich mich wieder, wunschgemäß unserer „Dirigentin Johanna-Jasmine-Spahn“, meiner Briefmarkensammlung widmen und falls mich das Gruseln überkommt, einfach zu Bett gehen und die Decke über den Kopf ziehen.

  3. Putzi 11 Mai, 2021 at 23:47 Antworten

    Sie haben heute den neuen “Heiko der Woche” vergessen.

    “Alle Seiten stehen in der Pflicht, weitere Opfer unter Zivilisten zu verhindern.”

    Herr Maas hatte heute einfach mal einen schlechten Tag, nicht gut geschlafen oder so. Er hatte nur kurz vergessen, warum er in die Politik gegangen ist. Das kann ja mal vorkommen.

  4. Barbara Blume 12 Mai, 2021 at 01:55 Antworten

    Ich habe gestern nur Auszüge von “Hart aber Unfair” gesehen, aber gerade der beschriebene “Heil-Part” war dabei. Abgesehen davon, dass seine Mutter Studienrätin gewesen sein soll, was er aber scheinbar immer (habe ich schon einmal eben nicht von ihm gehört) “vergisst zu sagen, gab es auch schon vor 70 Jahren ebenso wie vor 50 J. Kindergärten. Ok, war vielleicht nicht immer so leicht einen Platz zu bekommen, aber
    ich war schon 1950 im Kindergarten und unser Filius, nur 2 Monate älter als Herr Heil, ebenso.
    Man erinnert sich vielleicht an die Diskussion kürzlich über die SPD-Dame, die sich als Kind gewünscht hatte, ein Indianer zu sein … ? Der mir unverständliche Shitstorm blieb natürlich nicht aus.
    Hubertus Heil meinte gestern: “Es gibt ja nicht nur Häuptlinge sondern auch ganz viele Indianer….”. Pöser Hubbi !
    Komisch, ich habe heute noch nirgendwo von einem Shitstorm gelesen…
    ok, bin auch nicht bei den asozialen Medien, wo man so etwas wohl zuerst lesen kann… 😉

  5. 89 erlebt Horst Schlömmer 12 Mai, 2021 at 08:29 Antworten

    Heil ist doch eines der Serien-Modelle “SPD”. NIE wirklich gearbeitet, außer sich von Parteigenossen *innen, die schon an den Trögen von “Parlamenten” hingen den Rahm abgeschöpft – sieht man bei ihm auch deutlich – und dann wie immer die belügen, für die die Genossen vorgeben, sich aufopferungsvoll einsetzen zu wollen. Widerlicher kann Lüge nicht personifiziert werden.

  6. W. Hoffmann 12 Mai, 2021 at 08:39 Antworten

    Dr. ex. Giffey. Superklasse. Kann man diesen Titel nicht allen unserer Top-Akteure (m,w,hybrid) anhängen – ääähh – voranstellen. Das spricht sich so schön, vor allem wenn diejenigen mehrere haben.

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