... bis sich die Balken biegen

Europa und die Welt

20 Jahre lang war der Weber Mampfred* Gitarrist und Einheizer der niederbayerischen Drei-Mann-Band ‚Peanuts’, bevor er als EU-Sängerknabe mit dem CSU-Chor endlich den Durchbruch schaffte. Jetzt ist er sogar als Nachfolger des lustigen Luxemburgers Schonklod Juncker („Wenn es ernst wird, muss man lügen“) als EU-Kommissionspräsident im Gespräch, und zeigte den Polen schon mal, was er vom Schonklod gelernt hat.

 

„Als Chef der EU-Kommission werde ich alle möglichen Rechtsmittel anwenden, um Nord Stream 2 zu verhindern." „Jak proszę?” (Wie bitte?) fragten daraufhin verwirrt die polnischen Journos. Die Bundesregierung sei doch für NS2. „Ja mei”, sagte der Mampfred*, „Aber schaun’s, ich bin nicht der deutsche Kandidat für die Spitze der EU-Kommission, sondern ein Kandidat der EVP."

Warum aber steht dann auf den Wahlplakaten vom Mampfred* in Bayern „CSU – Die Volkspartei für Europa“ und nicht EVP? Uns ist, als hörten wir den Mampfred* lachen: Ja, schaun’s, man muss halt in jedem Land anders lügen, wenn es ernst wird.

+++ Apropos Europa! Die Werbekampagne der SPD und ihre Plakate mit der Aufschrift „Europa ist die Antwort“ scheint vor allem vor der mazedonischen Grenze einen durchbrechenden Erfolg zu haben. Da wollten sogenannte Flüchtlinge schon wieder die Grenzen stürmen.

+++ Auf nach Niedersachsen zum Kriminologen Christian Pfeiffer (Pfeife mit drei „f“), der schon viel zu lange nicht mehr in den Talkshows die Migrantenkriminalität verharmlosen durfte und deshalb eben der Zeit ein paar Dönekes aus seiner Vergangenheit erzählte. So sollte Pfeiffers Institut für die Katholische Kirche ein „unabhängiges Gutachten“ über die Missbrauchsfälle in der Kirche erstellen und Pfeiffer muss wohl das mit dem Wort „unabhängig“ falsch verstanden haben, jedenfalls meinten die Bischöfe, es sei noch besser, wenn Pfeiffer das Thema nicht weiter verfolge und er noch ungenutzte 120.000 Euro für andere sinnvollere Studien nach Gusto verwende. (Wenn wir den Fall richtig verstanden haben.) „Ich lasse mich nicht kaufen“, will der todesmutige Pfeiffer dem Bischof daraufhin entgegengeschleudert haben, woran der Bischof wiederum erkannt haben dürfte, dass er selber das Wort „unabhängig“ falsch interpretiert haben muss.

Zum Mampfred* und Pfeiffer passt folgendes Nach-Ostern-Dankgebet: Gott schütze uns vor Sturm und Wind,
Und vor Gesellen, die langweilig sind.

+++ Nachdem sich die deutschen Parteien (alle, bis auf eine) entschlossen haben, die deutsche Automobilindustrie entweder abzuschaffen oder zum Bau von Bobbycars zu zwingen, hat sich der erste Automobilkonzern (Daimler) entschlossen, auf jegliche Parteispenden in Deutschland zu verzichten. Daimler will lieber Projekte „aus den Bereichen Bildung, Naturschutz, Wissenschaft und Kunst“ unterstützen. Ein forscher CDU-Staatsekretär des Ministeriums für Wirtschaft und Energie namens Bareiß, der auch nach längerem Nachdenken komplexe Zusammenhänge wie „So was kommt von so was her“ nicht zu entschlüsseln vermochte, twitterte daraufhin beleidigt, die Daimler-Entscheidung sei „verantwortungslos, demokratiegefährdend und dumm“. Ob Daimler-Manager die Wirtschafts- und Energiepolitik des Landes ebenso als „verantwortungslos, demokratiegefährdend und dumm“ bezeichneten, ist leider nicht bekannt.

+++ Wenn wir schon die Islam-Politik der Europäischen Union nicht mehr verstehen, wie soll es dann das meilenweit entfernte Brunei? Terroranschläge gegen Christen werden von europäischen Politikern, vor allem aber deutschen, als Verbrechen gegen „Betende“, nicht Christen, verschleiert, während nach einem ähnlichen Anschlag auf eine Moschee die EU alle Muslime solidarisch in den Arm nimmt. Da dachte sich die Regierung von Brunei, es sei an der Zeit, die Todesstrafe für Homosexuelle, gemäß den Worten des Propheten einzuführen, und das auch öffentlich kundzutun, aber das war der EU auch wieder nicht Recht. Vielleicht, dachten sich die Herrschaften von Brunei, muss man das den Ungläubigen einfach nur ruhig und sachlich erklären, und sie verfassten einen vierseitigen Brief, in dem sie deutlich machten, Steinigungen als Strafe für gleichgeschlechtlichen Sex würden sowieso nur äußerst selten durchgeführt, weil für ein solches Urteil zwei Männer von „hohem moralischem Rang und Frömmigkeit“ als Zeugen erforderlich seien. Die seien auch in Brunei nicht leicht zu finden. Es handele sich also eher um ein theoretisches Recht mit eigenwilliger Auslegung, etwa wie Merkels Grenzsicherung, wo auch Männer mit Mumm nötig gewesen wären, dem Recht zur Geltung zu verhelfen. Und die hatte Deutschland ja auch nicht. Außerdem nahmen die Brunei-Vertreter die gerne auch von der deutschen Justiz bei Bewährungsstrafen verwendete Begründungsformel, es sei notwendig, anderen Ländern „Toleranz, Respekt und Verständnis“ entgegen zu bringen, extra in ihr Schreiben auf. Aber nix! Jetzt versteht der Sultan die EU nicht mehr. Mit den Saudis sind die EU-ler dicke, obwohl die regelmäßig Köpfe abschlagen, mit dem Iran noch dicker, obwohl die Imame ebenfalls die Todesstrafe gegen Homosexuelle verhängen. Und warum darf Sultan Hassanal Bolkiah das nicht? Weil die Iraner nicht steinigen?

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