„Unabhängige“ Journalisten

Man weiß inzwischen gar nicht mehr, wo man anfangen soll. In Ungarn vielleicht, wo der neue Chef Péter Magyar alle Nachrichtenprogramme des Staatsfunks abschalten will, bis der ausreichend mit „unabhängigen“ Journos aus dem Medienunternehmen seiner eigenen Partei (unter Leitung seines Bruders) besetzt ist.

Wie? Natürlich kriegt Ungarn jetzt auch den Teuro. Wäre ja wohl noch schöner!

Wir könnten auch in der deutschen Provinz anfangen. In Frankfurt etwa, wo „Erikas Lesben-Bar“ schließen muss, seit 1971 „Zufluchtsort für lesbische Frauen“ (Bild). Gute Nachrichten hingegen aus dem mit Milliarden verschuldeten München, wo der erste grün-schwule OB gleich mal 150 Bäume pflanzen lässt für 75.000 und 95.000 Euro pro Stück. Geld spielt halt keine Rolle für den, der nicht rechnen kann. Die größte Aufregung allerdings verursacht das 1.000-Euro-Geschenk der Bundesregierung für Arbeitnehmer (bezahlbar vom Arbeitgeber). Mancher Arbeitgeber kann nicht, der andere will nicht, und die Beamten meinen, sie seien schließlich auch Arbeitnehmer.

Aus dem fernen Washington erreicht uns die Nachricht, dass „die Weltwirtschaft wankt“ (unsere Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, SPD), und wir dachten schon, es läge an unserem Kreislauf, dass uns so plümerant ist. Verhandelt wird in Washington ein Krisenfonds der Weltbank für knapp 100 Milliarden Euro für die ärmsten Länder der Welt. Wie? Sicherlich, auch uns gehts nicht gut angesichts des Krieges mit dem Iran, aber wir haben immerhin den Lars, SPD. Der hat versprochen „diesen Krieg und die Auswirkungen des Krieges weiter zu beobachten“, er will „analysieren und auch immer wieder überprüfen“, und gegebenenfalls „weitere Maßnahmen ergreifen“.

Das ist das Schöne an Religionen: Jeder macht sich sein eigenes Bild. Nehmen Sie nur die Frage: Ist Christus der Fürst des Friedens? Das kommt ganz drauf an, welchen Papst Sie fragen. Leo (meint ja) oder Urban II (meint: nicht unbedingt)? Nun ist Urban schon knapp tausend Jahre unter der Erde, aber der amerikanische Kriegsminister hat seine Segnung eines Heiligen Krieges (Deus vult – Gott will es) auf dem Arm tätowiert.

Apropos: Haben Sie mitbekommen, dass die Union den 1. Mai, den höchsten Feiertag der Sozialisten seit 1933, streichen wollte? Pfui!

Es gibt natürlich, wie sollte es anders sein, auch ein paar schlechte Nachrichten. So entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe, dass die Bezeichnung von Marie-Agnes Strack-Zimmermann als „Adolfine die Kriegstreiberin“ „zulässige Machtkritik“ ist. Und Russlands Außenministerium lässt wissen, dass in Europa hergestellte und für „terroristische Angriffe“ gegen Russland genutzte Drohnen nicht als „ukrainisch“ betrachtet werden. Verdammt! Vielleicht könnte der Markus Söder die zwei wichtigsten Drohnenunternehmen von München in die Berge verlegen. Wäre doch schade um die schönen, neuen Bäume, die der OB in München pflanzen lässt.

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6 Gedanken zu „„Unabhängige“ Journalisten“

  1. Des Ungarn Staatsfunk-Visionen
    würden sich auch hierzulande lohnen …

    … natürlich ohne dabei auf Schwestern und Brüder irgendwelcher Regierungsoberhäupter zurückzugreifen. Wenn in den Staatsmedien plötzlich unabhängige/alternative Koryphäen, von denen es zum Glück genügend gibt, das Sagen hätten, würde es sich sicherlich auch wieder lohnen, den 20-Uhr-Nachrichten zu lauschen.
    Der gute Peter von der Donau wird seine Ankündigung allerdings leider nicht so interpretiert haben wollen …

    … Gute Nacht!

    Mehr von Kater Moritz –
    SATIRE • KRIMI • FANTASY – gibt’s auf:
    https://www.katermoritzspricht.de

  2. Ich weiß auch nicht, wo ich anfangen soll. Am bemerkenswertesten finde ich die Entscheidung des Oberlandesgerichts Karlsruhe, dass die Bezeichnung von Marie-Agnes Strack-Zimmermann als „Adolfine die Kriegstreiberin“ „zulässige Machtkritik“ ist.
    Respekt für das Urteil, auch wenn ich die Äußerung als solche ziemlich bescheuert finde. Im Zweifel FÜR die Meinungsfreiheit. So soll es sein. Meistens urteilen die Gerichte ja genau andersrum oder kommt mir das nur so vor (Vorurteil)?
    Besonders beknackt finde ich diese erzwungenen 1000 Euro-Geschenke für Arbeitnehmer, bezahlt von den Arbeitgebern. Wie kommt man auf sowas? Sind die Herrschenden jetzt von allen guten Geistern verlassen?

  3. München will 150 Bäume pflanzen. Hat München eigentlich schon ein „Baumgesetz“ und hat München die Absicht ein „städtisches Bauamt“ zu gründen analog wie in Berlin?? Der neue Bürgermeister sollte demnächst in dieser Angelegenheit mal eine Dienstreise nach Berlin machen und sich in dieser Thematik intensiv briefen lassen. Tipp: den Englischen Garten könnte man komplett aufforsten.

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