Schreck in der Morgenstunde

Gestern noch für Armageddon vorgesorgt, heute wurde der Weltuntergang schon wieder abgesagt. Die Börsen jubilieren, der Ölpreis sinkt – Wie? Nein, nicht der Spritpreis bei uns, den verdanken wir unserer Regierung. Hat Donald gewonnen? Das kommt wieder mal drauf an, wen Sie fragen…

„Merz hat mit Trump telefoniert“, meldet Bild begeistert, als würde ein solches, dem Weißen Haus wohl eher lästiges Telefonat einem Friedensprozess dienen. Kaum wird offiziell nicht mehr geschossen am Golf, schon „pocht die Bundesregierung auf freie Hormus-Durchfahrt“ (Welt), und, mehr noch, unsere Superhelden verkünden tatsächlich, Deutschland werde „in geeigneter Weise dazu beitragen, die freie Schifffahrt in der Hormus-Straße zu gewährleisten“. Kein Wunder, dass unsere Repräsentanten niemand ernst nimmt. In der angelsächsischen Welt klingen die eher nach Monty Python.

Die US-Neocons (prominentester Vertreter Linday Graham) zweifeln am „Sieg“ der USA, und deren Freunde in Israel haben eh ihre ganz eigene Sicht auf die Dinge. Während der Vermittler der Friedensgespräche, Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif sagt, dass „Teheran und Washington auch einem sofortigen Waffenstillstand überall, einschließlich Libanon und anderswo, zugestimmt hätten“, will Israel im Libanon weiter bombardieren.

Offenbar gibt es ein 10 Punkte Papier (anderswo sogar 15 Punkte), bei dem uns nur ein Punkt wirklich irritiert: Der Iran soll „Kriegsentschädigungen“ bekommen. Solche zahlt nach Völkerrecht doch nur der Verlierer. Donald ist jedenfalls obenauf. Die Straße von Hormus könnte doch gemeinsam von den USA und dem Iran abgesichert werden (mit Maut-Station natürlich).

Am Sonntag wird in Ungarn gewählt, und unsere Bundesregierung wirft dem US-Vizepräsidenten J.D. Vance „Einmischung“ vor, weil J.D. Viktor Orban den Wählern wärmstens empfiehlt. Wahleinmischungen sind aber nur EU-Vertretern gestattet. Treue Leser der Springer-Presse werden womöglich irritiert durch den Hinweis „Orban gilt als russlandnah“, obwohl der US-Vize und nicht Medwedew in Budapest hilft.

Bei Wolfgang Kubickis Unternehmen Petticoat – Rettung der durch eigene Torpedos havarierten FDP – sollen Linda Teuteberg, Katja Suding, Maria Westphal und Susanne Seehofer Hauptrollen spielen. Nicht dumm. Ladies wie Strack-Zimmermann sind Wählergift.

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6 Gedanken zu „Schreck in der Morgenstunde“

  1. Die EU wird schon Mittel und Wege finden, um die Wahl bei einem Sieg von Orban für „ungültig“ zu erklären oder das Leben der Ungarn schwer zu machen. Der Grünen-Europapolitiker Anton Hofreiter z.B. dringt ja darauf, auf europäischer Ebene die Blockaden von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban in der Ukraine-Politik zu überwinden. Die anderen EU-Staaten hätten ihn „viel zu lange gewähren lassen“, sagte Hofreiter in einer Sendung „Frühstart“ von RTL und ntv. Orban sei „ein Gegner der Europäischen Union“ und „de facto ein Verbündeter Putins“.

    Wieso soll Strack-Zimmermann Wählergift sein?? Das kann man auch von einer anderen Seite betrachten. Angenommen, sie hängt von sich Plakate auf mit dem Slogan: „Ich trete aus der FDP aus“ hätte die FDP vielleicht noch eine kleine Chance.

  2. Am Sonntag werden die Ungarn entscheiden,
    ob Europas „Eliten“ jubeln oder leiden …

    … sollte Orbán erneut Ministerpräsident werden, wird Brüssel den Ungarn zwar weiterhin das Leben schwer machen, aber die Magyaren würden damit ihre Eigenständigkeit innerhalb Europas bewahren.
    Verliert er die Wahl, werden sich die bisher zurückgehaltenen Milliarden der EU über das Land ergießen. Aber mit ihnen auch alle Probleme, die Orbán bis jetzt von Ungarn fernhalten konnte.
    Mal sehen, wofür sich das Wahlvolk an der Donau entscheidet …

    … Gute Nacht!

    Mehr von Kater Moritz –
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    https://www.katermoritzspricht.de

    1. Rumpelstilzchen

      Verliert er die Wahl? Nur wenn EU-Komissare zur Auszählung anrücken. Gewinnt er? Dann folgt Merkel-Befehl: sofort rückgängig machen!

  3. Ladies wie Strack-Zimmermann? Kleiner verbaler Ausrutscher unseres hochgeschätzten SPAET-Nachrichtenverfassers;-) Die Stahlhelm-Haubitze eine Lady? Selten so gelacht!

  4. Da ich mich ja mit auswanderungsoptionen beschäftige — und H da auf einem der vorderen plätze rangiert –, drängt sich schon die frage auf, ob H ohne Orban ein lohnendes auswanderungsziel bliebe. Falls dort dann auch der ganze EU-sch… einziehen sollte, dann kann man auch in D bleiben. Denn ob der bevölkerungsaustausch in H ein oder zwei jahrzehnte später (als hier) durchschlägt, ist mir im grunde jacke wie hose.

    Am sichersten vor kulturfremden invasoren wäre wohl südamerika (uru-/paraguay, Milei-land), einfach, weil man als „flüchtling“ da nicht so einfach hinkommt.

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