Der Traumschiff-Kapitän

Ohne den Irankrieg müsste sich unsere Journaille mit den Taten und Versprechungen unserer politischen Eliten befassen, und da sieht es mau aus. Bei Taten gibt es überhaupt nichts zu melden, und selbst die Versprechungen werden bescheiden. Fritz etwa will „dann auch im Laufe dieses Jahres ganz konkret einige Reformen“ machen. Welche, ganz konkret, weiß er aber leider selbst nicht.


Wo aber die Drohnen und Raketen fliegen, da sieht der Außenkanzler seine Chance. Er erklärt den Pressbengels, Trumps Ankündigung, er werde den Iran vernichten, und „eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben“, habe er, unser Rhetoriker des Äußeren, als „rhetorischen Teil von Trumps Strategie“ empfunden. So wie „Wollt ihr den totalen Krieg…“? Nun kündigt Friedrich Merz „direkte Gespräche mit Teheran an“. Das hat auf der internationalen Bedeutungsskala in etwa den Wert der Forderungen vom Schah-Sohn Pahlavi, der „auf einen politischen Umbruch im Iran pocht“.

Inzwischen sind angeblich noch 20 Prozent der Deutschen „mit der Arbeit von Bundeskanzler Merz zufrieden“ – was mögen das für komische Leute sein?


Immerhin dürften wir bald erfahren, wer die 300 zutiefst Unzufriedenen sind, die Merz mit Beleidigungsklagen überzogen hat. Denn das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat das Kanzleramt aufgefordert offenzulegen, welche Staatsanwaltschaften wegen der Anzeigen des Bundeskanzlers ermitteln und unter welchen Aktenzeichen diese Verfahren laufen.

Während der Kanzler kurz durchblicken ließ, er könne sich durchaus vorstellen 80% der Syrer in Deutschland in ihre Heimat zurückzuschicken, wenn die Winde gehen und die Sterne richtig stehen, meldet die Presse, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im vergangenen Jahr (seit der Machtergreifung unseres neuen Freundes, des Halsabschneiders Ahmed) nur noch 5,3 Prozent der syrischen Immigranten als Flüchtlinge anerkannt hat. Bleiben dürfen sie natürlich trotzdem. Bis die Winde wehen und die Sterne richtig stehen.

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5 Gedanken zu „Der Traumschiff-Kapitän“

  1. Steffen Lindner

    Aha, laut Umfrage nur 20 Prozent zufrieden mit Merz und seiner Regierung. Mich würde eher interessieren, was die achtzig Prozent der Wähler so zufrieden gemacht hat, trotz der katastrophalen Politik in den letzten 15 Jahren bei jeder Wahl mit „ weiter so „ zu stimmen..,

    1. Eine sehr gute Frage….lernen (auch aus den eigenen Fehlern) scheint in Deutschland nicht jedermanns Sache zu sein. 67,5 Mill. Westdeutsche sind aktut davon betroffen.

  2. Bei seiner Ansprache an die Nation sieht Merz aus wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Saft und Kraftlos wie eine Nudel die zu lange gekocht wurde. Für mich die Nachricht des Tages: Rechtsextremistin Liebich nach Flucht in Tschechien gefasst. Nicht wegen der Nachricht an sich sondern, daß der Kerl durchgehend als Rechtsextremistin bezeichnet wurde. Ein Kerl ist ein Kerl.Punkt!! Gute Nacht!

  3. Mit den 20 Prozent, die ihm vertrauen,
    kann der Kanzler an der Zukunft bauen …

    … vielleicht orientiert er sich am Mongolenherrscher Dschingis Khan, der gesagt haben soll, dass er lieber mit 10 000 Kriegern in die Schlacht reitet, denen er 100-prozentig vertrauen kann, als mit 100 000, von denen er nicht weiß, wie sie sich im Ernstfall verhalten. Zumindest wäre es doch mal was, wenn sich die 20 % in dieser Form schönreden ließen …

    … Gute Nacht!

    Mehr von Kater Moritz –
    SATIRE • KRIMI • FANTASY – gibt’s auf:
    https://www.katermoritzspricht.de

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