Ostalgie im Westen

Wenn der Ossi seinen Trabbi und seine Club Cola wiederhaben will, spricht man von Ostalgie, einer „idealisierten Erinnerung und Sehnsucht nach Lebensformen, Alltagsgegenständen und Produkten aus der ehemaligen DDR“. Von Ostalgie-Träumen befallen sind zunehmend auch Wessis. Vor allem Spezialdemokraten hätten gern ein Stück DDR zurück.


Nachdem der niedersächsische Verfassungsschutz wunschgemäß die niedersächsische AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft hat, dankte Niedersachsens SPD-Innenministerin Daniela Behrens den Genossen in den Sicherheitsorganen für ihren Einsatz und stellte bestätigend fest: Die AfD mache den Staat und die demokratischen Institutionen verächtlich. Geht gar nicht! Diese „Verächtlichmachung der demokratischen Institutionen“ hieß drüben übrigens „öffentliche Herabwürdigung“, und nach Paragraph § 220 StGB der DDR Abgeurteilte konnten fürderhin in Bautzen ihren Senf zur Entwicklung des Paradieses der Werktätigen dazugeben.

Übrigens. Auch Frommdemokraten leiden unter Ostalgie. Für seine Erfindung der „verfassungsschutzrelevanten Delegitimierung des Staates“ im Zuge der Anti-Corona-Maßnahmen-Proteste hatte sich schon Unionsbruder Haldenwang von der DDR-Oppositionsbekämpfung inspirieren lassen.

Die vieldiskutierte Künstliche Intelligenz ist endlich auch in unserem Staatsfunk angekommen. Und was man alles damit machen kann! Wenn Dunja Hajali für ihre heute journal-Vorträge beweisführende Videoschnipsel braucht – kein Problem für die KI. Trumps ICE-Agenten reißen Müttern ihre Kinder weg? Dafür braucht die KI weder Kameramann noch Schauspieler. AfDler unterm Hakenkreuz? Wie hätten Sie’s denn gern? In Uniform oder zivil?

Dumm nur, dass solche KI-Fake News in diesem Internet schnell als solche entlarvt werden, und das ZDF jetzt noch dümmer dasteht als ohne KI.

Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln kreuzt im Arabischen Meer, Trump entsendet einen zweiten Flugzeugträger in die Region, da denkt sich der Iran: Machen wir halt auch mal ein Manöver und sperrt einen Teil der Straße von Hormus. Uiuiui, so Freiwilligenminister Boris Pistorius, das berge nun ein „erhebliches Spannungspotenzial“. Aber, so der strategische Kopf der SPD, „auf die Sicherheitslage in Deutschland habe das keine Auswirkung“. Außer auf den Ölpreis vielleicht. Aber gute Genossen fahren elektrisch und heizen nach Habeck. Dann ist das auch wieder Pumpe.

Apropos SPD. Der Lieblings-Ökonom der Genossen, Fratzscher, darf schon mal vorangehen und eine Mehrwertsteuer-Erhöhung ankündigen. Schließlich klafft im Haushalt trotz Sondervermögen eine Lücke von 130 Milliarden Euro. Offiziell will die Regierung diese „über ein stärkeres Wirtschaftswachstum“ schließen. Und das bringt der Osterhase. Oder, allerspätestens, der Weihnachtsmann.

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2 Kommentare zu „Ostalgie im Westen“

  1. Der Deutsche denkt global, also muss das Wirtschaftswachstum auch nicht in Deutschland stattfinden. Und siehe da: Es gibt in der Tat Länder auf diesem einen Planeten (wir haben nur diesen einen, sagen grüne Geistesblitzer), die ein recht solides Wirtschaftswachstum aufweisen. Einzig negativ dabei ist, dass diese Länder nicht von Grünen regiert werden.

  2. Stasi und „Gelbes Elend“ waren fies,
    doch macht den Trabi mal nicht mies …

    … denn der war wirklich „wertvoll“. Schließlich mussten wir, wenn wir ihn nagelneu haben wollten, 15 Jahre auf ihn warten. Und wenn wir ihn dann hatten, brachte er uns auch meist zuverlässig in den Teil der Welt, den wir bereisen durften. Dann gelang mit dem Trabi auch das Kunststück, ihn, egal wie alt er war, mindestens für den Neupreis loszuwerden. Meistens kostete er sogar ein bisschen mehr. Eine solche Wertkonsistenz erzielt man heutzutage nur mit Nobelkarossen. Und nun Ende der Ostalgie …

    … Gute Nacht!

    Mehr von Kater Moritz –
    SATIRE • KRIMI • FANTASY – gibt’s auf:
    https://www.katermoritzspricht.de

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