Rotrotgrün: Ein Häufchen Elend

Wenn der Reiner mutig wäre…

Der Chef des Meinungsforschungsinstituts INSA fand das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt „überraschend“, und wer wollte ihm da nicht zustimmen? Noch am Freitag lag INSA um 10 Prozentpunkte daneben, berechnete für die CDU 27%, für die AfD 26 – herauskamen am Sonntag dann 37 zu 20. Upps.

Im Netz, außerhalb der roten Twitterblase, überwiegten Erstaunen bis Ungläubigkeit, selbst der Manipulation wurde das Wort geredet. Aber das ist natürlich ausgeschlossen. Noch im Januar machte sich die Tagesschau lustig über die „Mär von der gestohlenen Wahl“. AfDler würden, „wie Trump“, einen „großangelegten Wahlbetrug wittern“, um damit „das Vertrauen in die demokratischen Prozesse zu zerstören“. Das AfD-Argument: Wegen der Pandemie würden die Menschen zur deutlich betrugsanfälligeren Briefwahl gedrängt.

Von den knapp 1 Million Wählern (61% von 1,8 Millionen Wahlberechtigten) entschieden sich 29,1% für die Briefwahl, aber das allein heißt ja noch nichts. Zum Betrug gehört noch eine gehörige Portion krimineller Energie. Zwar hat der sogenannte „Stendaler Wahlbetrug“ von CDUlern in Sachsen-Anhalt einen eigenen Wikipedia-Eintrag, aber da hat es sich nach mehrheitlicher Überzeugung um Machenschaften „einzelner schwarzer Schafe“ (CDU-Landeschef) gehandelt, und nicht, wie die SED behauptete, um „eine strukturierte, geplante, kriminelle Handlung“.

Weshalb will die Unionsgeführte Regierung nun unbedingt die Ausgangs- und Versammlungssperren grundsätzlich bis zur nächsten großen Wahl aufrecht erhalten? Na, wegen der Gesundheit, nicht wegen der Briefwahl!

Gewonnen hat jedenfalls Reiner Haseloff – wen hätten die Sachsen-Anhaltiner denn sonst wählen sollen? Haben Sie etwa je von der dortigen Spitzenkandidatin der SPD gehört? Ist es überhaupt eine Frau? Und wie heißt die Frontfrau der Grünen ebenda? Trösten Sie sich: Selbst Annalena, die Blitzbirne, musste sich deren Namen auf die HandInnenfläche schreiben, um ihn parat zu haben. Wer ist Sachsen-Anhalts Ramelow? Wer Magdeburgs Höcke oder Gauland? So blieb für die Wähler eben nur Reiner, sonst keiner.

Man muss den Menschen zwischen Brandenburg und Niedersachsen, oberhalb von Sachsen und Thüringen, ein Kompliment machen: Die rotrotgrünen Spinner (wohlwollende Beschreibung) kamen zusammen auf nur noch 25%. Obwohl die SPD (8,4%) geradewegs in die Unterwelt rauschte, rief Saskia Antifa Esken ihren bedröppelten Genossen zu: „Ihr habt die Themen gesetzt, die Bedeutung haben für die Menschen in Sachsen-Anhalt.“ Drogen? Alkohol? Eine Staatsfunk-Reporterin stellte die gemeine Frage: Macht das eigentlich noch Spaß, Sozialdemokrat zu sein? Saksias männliches Beistelltischchen, ein Gewisser Norbert, fand jedenfalls, dass „die Demokratie im Land gestärkt ist“, und damit hat er sogar Recht.

Die Grünen waren mit 5,9% knapp über dem, wo sie eigentlich hingehören und nach dem Auszählen dermaßen von der Rolle, dass sie in die vorgeschriebene „Berliner Runde“ nur noch die gegen alles resistente Kathrin Göring-Wählerschreck vom Verein Verfolgter Grüner Frauen schicken konnten. Erst spät am Abend traute sich dann Robert Habeck zu Anne Will, wo er seinem Gefolge im Westen wieder Mut gab, indem er das mit der Energiewende noch mal ganz in Ruhe erklärte, damit es bei der Bundestagswahl nicht auch noch eine böse Überraschung gibt. Das klang ungefähr so:

„Das Geld wird den Menschen zurückgegeben..., (es) wird genommen, durch Kopf geteilt und ausgezahlt. Was heißt das? Man kann, anders als heute, mit Klimaschutz Geld verdienen. Man kriegt Geld, das hat man erstmal, am Anfang des Jahres 75 oder 100 Euro pro Person, je nachdem, wie hoch der CO2-Preis ist, das hat man, vierköpfige Familie knapp 400 Euro, und dann kommt der CO2-Preis. Und wenn man dann anfängt, seine Mobilitätsform zu ändern, dann hat man ein Geschäft gemacht...“

 

Was demnächst geschieht...

Die FDP (6,4%) hat direkt Oberwasser bekommen und sucht sich schon mal eine passende Koalition aus. Mit den Grünen gerne, sagte deren Ortsvorsitzende, aber mit der SPD auf keinen Fall. Obwohl doch Lindner (im Bund) eine Regierungsbeteiligung der Grünen verhindern will – aber was verstehen wir schon von liberaler Politik?

Würde sich Haseloff zu Schwarz-Gelb trauen – mit Duldung von wem auch immer – hätte die Wahl sogar für die Wähler Sinn gemacht. Denn eine überwältigende Zweidrittel-Mehrheit will Rotrotgrün so weit wie möglich weg von jeder Regierungsmöglichkeit, klarer war ein Votum selten.

Zwischen Union und SPD hat nun endgültig der Rosenkrieg begonnen. Die ersten Haue kriegt Jensemann, weil der angeblich Schrottmasken an Behinderte und Obdachlose verteilen wollte, was aber den Grundsätzen der entsprechend empörten Gerechtigkeitspartei (SPD) widerspricht. Von der geplanten Freveltat erfuhr Saskia Antifa Esken übrigens aus dem total überparteilichen Spiegel und dem abgrundtiefehrlichen SPD-Arbeitsministerium, also weg mit dem Jens!

Da musste schließlich sogar Dr. Angela Merkel, der eigentlich alle Parteien in gleicher Weise zuwider sind (außer die Grünen vielleicht), den Spahn in Schutz nehmen: „Wenn ich sehe, was mit Jens passiert: Das entbehrt wirklich jeder Sachgrundlage.“ Und Jens, gleich wieder keck: „Es war übrigens eine Idee des Arbeitsministeriums selbst, mit einem Sonderkontingent an Obdachlose und Eingliederungshilfe Masken zu verteilen.“ Er wollte den Schrott für uns alle einlagern bis zur nächsten Pandemie.

 

Weil es so gut geklappt hat, Annalena Baerbock mit ihren vielen Flunkereien im Lebenslauf den Wind aus den Segeln zu nehmen, haben sich nun rotgrüne Medien-Parteigänger Armins lange Liste der Tätigkeiten und Meriten vorgenommen, und siehe da: Der Laschet ist gar nicht mehr Direktoriumsmitglied der „Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen“, da ist er bereits am 31. Oktober 2020 ausgeschieden. Na gut, etwas mau vielleicht, die Attacke. Erfolgversprechender dürfte da das Abholzen von Armins Stammbaum sein – von wegen Karl der Große ist mein Opa!

 

13 comments

  1. Maida van der Straat 7 Juni, 2021 at 20:25 Antworten

    Wie? Wie ist Krl der Große nicht Armins Opa? Wessen Opa soll er denn sonst sein? Und übrigens: Annalena ist zur Beichte (protestantisch) und hat versprochen, das Bundesnebenverdienstkreuz zurückzugeben. Ist das etwa nichts?

  2. Franck Royale 8 Juni, 2021 at 08:09 Antworten

    Ich schlage eine kleine Innovation vor: Die mit der Regierungsbildung beauftragte Partei kann eine bei den Zweitstimmen an der 5%-Hürde gescheiterten Partei zur Koalition einladen – und damit ins Parlament bringen – wenn diese Partei bei der Wahl über 5% der Erststimmen eingesammelt hat.

    Beispiel: die CDU (34,1/37,1%) könnte die Freien Wähler (5,4/3,1%) in eine Koalition mit der FDP einladen und ihr damit Sitze im Landtag bringen. Damit wäre nämlich jetzt schon eine liberal-konservative Regierung auch ohne die AfD möglich, CDU+FDP haben aktuell 47 Sitze, nötig sind 49 Sitze.

    Es ist einer Demokratie absolut unwürdig, daß die Wähler mit überwältigender 3/4-Mehrheit die rot-grünen Sozialisten abwählen, und sie am Ende die rot-grünen Sozialisten in der Regierung haben.

  3. Frank Danton 8 Juni, 2021 at 08:58 Antworten

    Also “überraschend”, Herr INSA, ist bei den Wahlen hier im Lande eigentlich nichts. Eher skurril, surreal, entgleisend, krude, amorph, verrückt, rektumisierend, penetrant und vom Gefühl her schleimig, schmierig, wurstig, eitrig mit einer modernden, faulen, schimmligen Geruchsvariante.

  4. Krufi 8 Juni, 2021 at 10:02 Antworten

    Da Frau Wiebke Binder von der ARD bei einer Wahlanalyse sagte, dass die Grünen ihr Wahlergebnis deutlich verbessern konnte, kommt eigentlich für mich nur eine Minderheitsregierung von Grünen, Linken und der SPD in Frage, zumal der Wille des Volkes unter allen Umständen missachtet werden muss. Bleibt dann nur noch die Frage, was passiert, wenn CDU und AFD in der Opposition gemeinsame Sache machen.

  5. D. Morgenfrust 8 Juni, 2021 at 10:19 Antworten

    Statt 27:26 nun 37:21. Das deutet in der Tat auf ein krasses Versagen von INSA hin. Die Meinungsforschungsinstitute haben sich anscheinend mal wieder ziemlich verhauen. Oder war es vielleicht sogar ihre Aufgabe und ihr Auftrag, ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und AfD zu simulieren, welches es in der Realität nie gegeben hat?

    Wahlbetrug in einem derart großen Ausmaß halte ich hingegen für völlig ausgeschlossen. Gerne würde ich glauben, dass die CDU-Wähler die Blockade gegen die Erhöhung der Zwangsgebühren honorieren wollten (und vielleicht auch noch einiges andere, was die CDU-Landesregierung von der CDU-Bundesregierung unterscheidet).

    Charmant finde ich die Idee einer “Minderheitsregierung” von CDU und FDP. Aber so viel Courage traue ich Herrn Haseloff dann doch nicht zu. Warum Risiko gehen und sich jede Menge Ärger einhandeln, wenn man es sich mit der verzwergten SPD oder den niedlichen Gelbgrünen bis zur Pensionierung gemütlich machen kann? Die Grünen aus der Regierung rauszuschmeißen, wäre jedenfalls aus meiner Sicht eine höchst begrüßenswerte Aktion. Hier bietet sich eine selten günstige Gelegenheit, die Grünen loszuwerden. Wird Haseloff sie nutzen?

    Apropos: Kann/darf Haseloff überhaupt selbst entscheiden, mit wem er koaliert, oder muss er seine Entscheidung in Hinblick auf die heraufdämmernde Bundestagswahl eng mit der Großen Führerin abstimmen, weil sonst womöglich ein “unverzeihlich” folgen könnte? Naja, eigentlich nur eine rhetorische Frage.

  6. luxlimbus 8 Juni, 2021 at 10:20 Antworten

    Wo hab ich das gelernt? – ach im Fernsehen wars: dass der Fehler einer Vorhersage den Wert von 1,5% max. nicht übersteigt. Nun liegt das Fehler-Ergebnis bezüglich der CDU mit 666% (sic.!) darüber.
    Ergo – kann nur ein Fall von gemeiner Wahlfälschung vorliegen!

  7. W. Hoffmann 8 Juni, 2021 at 14:02 Antworten

    Der Robert ist von wirtschafts-(politischer) Kompetenz soweit entfernt wie Ugur von einer Injektion mit seiner selbstgekochten “Impf”-brühe. Sie wissen schon, Ugur, der Milliardär von Biontech. Dass Karl der Große trotzdem Ahnherr von Armin ist, liegt nicht außerhalb von möglich. Rechnen Sie mal: jeder hat 2 Eltern, 4 Großeltern, 8 Urgroßeltern, 16 Ururgroßeltern usw. Sowas ist echtes exponentielles Wachstum, da kann sich der andere Karl eine Scheibe abschneiden. KdG liegt rund 1200 Jahre zurück, das sind etwa 400 Generationen. Das wären dann zwei hoch 400, da sagt mein Taschenrechner nur: eine 120stellige Zahl. Also: möglich.

  8. Ortwin Maffay 8 Juni, 2021 at 15:59 Antworten

    Na, Herr Hoffmann, Sie rechnen ja genau so gut wie Herr Habeck und Insa 😉
    1200 Jahre sind nur 40 Generationen à 30 Jahre.
    2^40 sind aber trotzdem schon eine ganze Menge Vorfahren 🙂

  9. Hansguckindieluft 8 Juni, 2021 at 19:10 Antworten

    Ich soll für einen Freund aus Thüringen fragen, ob dann die Wahl nun auch rückgängig gemacht wird…., oder wird der richtige MP in Sachsen Anhalt?

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