„Man hätte sich entschuldigen müssen!“

Die Rückkehr der Kaltgestellten, unsere genialen Innenminister

Da ist dem Tichy mit seinem Ausblick eine feine Sendung gelungen. Gleich drei Verfemte und Kaltgestellte aus dem Inneren des Corona-Systems werden zu einer ersten Aufarbeitung des skandalösen Corona-Managements gebeten. Ergebnis: Das kannste dir nicht ausdenken.

Zum ersten Mal erlebt man die Drei, die jeder für sich vor einiger Zeit durch die Färb-Presse gingen, mal selber im Gespräch. Unaufgeregt, nachdenklich, Leute vom Fach.

Da sitzt der Philosophie-Professor Christoph Lütge, den Söder im Februar per einstimmigem Kabinettsbeschluss aus dem Bayrischen Ethikrat abberufen ließ, um sich seine Corona-Geschichten nicht durch Fakten und Nachfragen versauen zu lassen.

Dann der Verwaltungswissenschaftler Stephan Kohn, Oberregierungsrat in der Abteilung Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz im Bundesinnenministerium, der einen Auswertungsbericht zur Corona-Politik auf Grundlage verschiedener Fachgutachten verfasst hatte und daraufhin von Seehofer suspendiert wurde.

Außerdem: Der Arzt und Epidemiologe Dr. Friedrich Pürner, der seine Stellung als Leiter des Gesundheitsamts Aichach-Friedberg (Söderland) verloren hatte, nachdem er sich kritisch zum Umgang mit der Pandemie äußerte.

Die Top of the Pops. Dr. Pürner erklärt noch einmal den Unterschied von Inzidenz und gemeldeter Inzidenz, und dass die Maßnahmen nur auf gemeldeten Inzidenzen basieren, was aber kaum jemand weiß, die meisten Politiker schon gar nicht. Die alte Regel „Symptome + Labordiagnostik = Krankheit“ spielte keine Rolle. Was dazu führte, dass, wenn etwa zwei Personen „positiv getestet“ wurden, aber keinerlei Erkrankungssymptome zeigten, unter Umständen hunderte Kontaktpersonen in Quarantäne mussten. Krank.

Verwaltungsmann Stephan Kohn kann offensichtlich immer noch nicht nachvollziehen, dass „wenn im ersten Halbjahr 2020 genauso viel Leute gestorben sind wie immer, (sogar Untersterblichkeit!) dann ist die Bilanz eindeutig. Die Befürchtungen waren nicht berechtigt, der Schaden ist nicht eingetreten, man hätte sich entschuldigen müssen“.

Lütge: Die erste Panik kam nach den Bildern aus Bergamo. Dann ein Lockdown, der ein Lockdown light wurde „wegen Weihnachten“ – absurd... absurd.

Anhand des vierten Gastes, dem FDP-Bundestagsabgeordneten Gero Hocker, sollte wohl herausgefunden werden, wie „die Politik“ zu ihren Entscheidungen kam. Er habe dem ersten Infektionsschutzgesetz zugestimmt, „weil ich es als Nichtmediziner nicht einschätzen konnte“, so Hocker, aber dann habe er nicht mehr alles abgenickt.

„Aber auf welcher Grundlage haben Sie denn zugestimmt“, will Dr. Pürner wissen.
Der FDPler: „Es wurden Experten eingeladen... daraus bezieht ein Abgeordneter seine Expertise.“

Kohn hakt nach und will wissen, wie Abgeordnete reagiert haben, als sie die Flut von Zuschriften von Experten bekamen, die anderer Meinung waren. Leider geht die Antwort unter, aber man ist sich einig, dass ohne das mediale Panikorchester der ganze Corona-Unsinn wohl an uns vorübergegangen wäre wie eine normale Grippe.

Ja, sagt der Abgeordnete der FDP, die Angstspirale Tagesschau führe dazu, dass die Hälfte der Leute Maske tragen würden, selbst wenn sie nicht müssen.

 

Dieses war der dritte Streich, doch der vierte folgt sogleich...

Nachdem die Alpha-, Beta- und Gamma-Varianten ihre Schuldigkeit getan haben, kommt nun in der Corona-Berichterstattung Delta zu seinem Recht. Und das Orchester spielt dieselbe Melodie. Sogar die Solisten sind dieselben wie bei den ersten drei „Wellen“, trotz DIVI-Schwindel, Lauterbach-Schätzungen, Merkel-Hysterie. Derzeit in Presse, Funk und Fernsehen: Corona-Melanie und der alte Montgomery. Dazu der Physiker und Modellierer Brockmann.

Übrigens: Es bleiben noch 21 Buchstaben im griechischen Alphabet.

 

Wie hältst du’s mit deinen „Syrern“?

„Die Menschen auf dem Mittelmeer dürfen nicht mehr ertrinken“ ruft eine Aktivistin vor dem Europapark Rust – na, dann sollten sie nicht aufs Meer fahren, mag man ihr zurückrufen, aber das hilft da wohl nichts – weil drinnen die Innenminister tagten, die nun mit der „Seenotrettung“ eigentlich nicht primär befasst sind.

Nein, die Innenminister der Länder hatten bemerkt, dass seit Ende des Jahres der Abschiebestopp nach Syrien ausgelaufen ist, und nun wissen sie immer noch nicht weiter. Rückführen von Kriegsflüchtlingen, weil der Kreig vorbei ist? Aber was sagt die linke Presse dazu? Und will man Frau Dr. Merkel aufregen, wo die doch bald weg ist? Und braucht man die Polizei nicht für diese Querdenker und GEZ-Verweigerer? Fragen über Fragen, die Lösung, wie üblich parteiübergreifend genial:

Die Innenminister wollen nun „gemeinsam vorgehen“ gegen „Antisemitismus, Pressefreiheit und Gewalt gegen Frauen“. Problem gelöst! Gut, beim Kleingedruckten gibt’s noch offene Punkte.

Wenn Gewalt gegen Frauen noch genauer erfasst wird – ist das dann womöglich fremdenfeindlich? Und haben wir denn nicht Pressefreiheit? Zahlt die Regierung denn nicht schon dreistellige Millionenbeträge an die Medienhäuser, damit die weiterhin dermaßen frei über die Regierung berichten lassen können, dass die Regierung schon bald selbst nicht glauben kann, wie großartig sie in der Presse „rüberkommt“? Irgendwo stand die Begründung „zunehmende Angriffe auf Journalisten“. Was überrascht, denn wir erinnern uns sofort an den DJV-Funktionär und Pressevertreter, der einen „Querdenker“-Demonstranten zu Fall brachte, damit die Polizei diesen festnehmen konnte (Quasi DJV aktiv). Aber wahrscheinlich sind damit die „Haut ab, haut ab“-Rufer bei den großen Massendemos gegen die Corona-Maßnahmen gemeint. Das tut so nem aufrechten Reporter natürlich weh.

 

Schönheiten im Auge des Betrachters

„Die neuen „Victoria’s Secret“-Models sind divers und passen bestens zum Zeitgeist, während perfekte Instagram-Beautys wie Bella Hadid oder Candice Swanepoel langsam ein Relikt veralteter Schönheitsideale sind“ hat die Bild-Zeitung festgestellt, und das passt auch zur letzten Germanys next Topmodel-Staffel, wo eine 20-jährige Heidi Klum als Model keine Chance mehr hätten.

Jedenfalls setzt Victorias Secret nun mehr auf den Typ Merkel oder Baerbock, „Frauen, die was geleistet haben“.

 

11 comments

  1. Reinhard Westphal 18 Juni, 2021 at 21:58 Antworten

    Wenn ein Oberregierungsrat sagt: “Die Befürchtungen waren nicht berechtigt, der Schaden ist nicht eingetreten, man hätte sich entschuldigen müssen”, dann bin ich wirklich gerührt, wie feinfühlig, höflich und liebevoll ein Mensch sich darüber äußert, wozu ich vulgär, polemisch und hasserfüllt sagen würde: eine völlig verkommene, bösartig skrupellose Verbrecherbande von charkterlosem Abschaum hat unsere Freiheitlich demokratische Grundordnung verraten, verkauft und zerstört. Auf den Scheiterhaufen mit diesem Pack!

  2. Armin V. 18 Juni, 2021 at 21:58 Antworten

    Ohne FDP wäre die Tichy-Runde vielleicht wirklich fein gewesen?
    Mir reichen die schon in den Bundestagsdebatten. Deshalb habe ich auch nicht eingeschaltet.

    • Friedrich Drösel 19 Juni, 2021 at 11:34 Antworten

      Wenn Sie – im Gegensatz zu mir – psychisch noch in der Lage sind, sich Bundestagsdebatten anzuschauen, müssten Sie doch eigentlich einen einzigen FDP-ler in einer Tichy-Runde locker ertragen können. Die FDP wird eine große Rolle bei der BT-Wahl spielen und von bisherigen Wählern der CDU/CSU/SPD, AfD und Nichtwählern garantiert einen großen (!) Zulauf erhalten. In der Hoffnung, mit der Stärkung der FDP vielleicht ein desaströses grünschwarzes oder rotrotgrünes Bündnis verhindern zu können. An dem, was der Bundestagsabgeordnete – lt. Paetow – geäußert hat, habe ich nichts auszusetzen. Natürlich würde ich mir wünschen, dass in der Tichy-Runde auch mal ein AfD-ler sitzt, denn in der AfD gibt es auch ganz vernünftige Abgeordnete, vielleicht sogar mehr als in den anderen Parteien. Aber das wäre wohl zu viel verlangt, weil die Feinde von Tichys Einblick ja nur darauf warten, TE in die “rechtsextreme” Ecke stellen zu können. Und dafür würde sicherlich schon die Einladung eines AfD-Abgeordneten völlig ausreichen. Die AfD ist und bleibt halt ausgegrenzt, auch in vielen alternativen Medien. Und genau deshalb werde ich sie wählen. Ich verachte die zutiefst freiheitsfeindliche und grundgestzwidrige Arroganz der Altparteien aufs Tiefste und verurteile die Ungleichbehandlung und Dämonisierung der AfD aufs Schärfste.

      • Ostfale 20 Juni, 2021 at 13:57 Antworten

        “””Und genau deshalb werde ich sie wählen. Ich verachte die zutiefst freiheitsfeindliche und grundgestzwidrige Arroganz der Altparteien aufs Tiefste und verurteile die Ungleichbehandlung und Dämonisierung der AfD aufs Schärfste.”””
        Könnte sein. daß wir uns ‘über den Weg’ laufen.
        “””Die FDP wird eine große Rolle bei der BT-Wahl spielen und von bisherigen Wählern der CDU/CSU/SPD, AfD und Nichtwählern garantiert einen großen (!) Zulauf erhalten. In der Hoffnung, mit der Stärkung der FDP vielleicht ein desaströses grünschwarzes oder rotrotgrünes Bündnis verhindern zu können.”””
        Diese Hoffnung wird bereits am Abend des Wahltages zerstieben, wenn der Herr Ober-FDP Lindener – feist in die Kamera des Staatsfernsehens strahlend -verkündet, daß seine Partei für eine Koalition der Verantwortungslosen ohne Wenn und Aber zur Verfügung steht.
        Sei’s drum und sagen wir’s mit Herrn Sieferle: Finis Germania. So oder so.

        • @Friedrich Drösel 20 Juni, 2021 at 21:26 Antworten

          @Ostfale: “Finis Germania.” So ist es. Ich habe mittlerweile auch jede Hoffnung aufgegeben, dass sich durch die nächste BT-Wahl etwas zum Besseren wenden könnte. (Stimmt nicht ganz, denn ich finde alles besser als Merkel.) Ich wähle einfach die Partei, die ich für am wenigsten durchgeknallt halte. Und das ist aus meiner Sicht die AfD. Mehr kann ich nicht tun.

  3. Frank Danton 18 Juni, 2021 at 23:28 Antworten

    Tichys Ausblick hätte ruhig noch 2 Std. weiter gehen können. War doch bestimmt recht kühl im Raum. Nur bei Hocker stellten sich mir die Haare. Genau so stelle ich mir einen modernen Bundestagsabgeordneten einer liberalen Partei von. Da steht ein Infektionsschutzgesetz vor der Abstimmung, das so weitreichende Grundrechtseingriffe und Maßnahmen beinhaltet und mit dem man in naher Zukunft jeden Notstand rechtfertigen kann, ein Gesetz das beschlossen werden soll NACHDEM klar geworden ist, das die Regierung und ihre Berater Dinge tun die völligstens konträr gegenüber dem sind was man im allgemeinen in so einer Situation tut. Ruhe bewahren, kucken was passiert, diskutieren, vielfältigen Rat einholen, auf keinen Fall die Schulen schliessen, auf keinen Fall die Geschäfte schliessen, die Menschen selbst verantwortlich machen für ihr Verhalten usw. Hocker weiß aber davon kaum etwas. Er tappt noch im Dunkeln, holt sich von denen Informationen die eh um die Kanzlerin rutschen. Er vertraut nicht seinem Gewissen, ihn interessiert nicht was seine Wähler denken und wollen, er sitzt in seiner Blase und bellt wenn die Fraktion es will. Hocker gibt sich viel Mühe anders zu erscheinen wie er eigentlich ist. Aber er gibt sich nicht die Mühe für seine Wähler zu recherchieren, nachzulesen, sich überhaupt konzentriert mit dem Thema und der Politik dahinter zu beschäftigen. Es ist nicht schön einen Parteisoldaten dabei zu beobachten wie er das Armageddon, was er und seinesgleichen angerichtet haben versucht zu relativieren. Hocker ist und bleibt Teil des Problems, weil er nicht einsehen will das er trotz aller abrufbaren Informationen gar kein Interesse hatte diesen Wahnsinn zu hinterfragen. Diese Opportunisten sind es auf die sich Merkel, Lindner, Söder und viele weitere verlassen können. Wäre er kein Opportunist und wäre seinem Gewissen gefolgt hätte er sich der Stimme enthalten müssen. Er aber unterwirft sich der Hysterie und den daraus entstehenden Übergriffen des Staates. Und das im Namen seiner Wähler.

  4. Barbara Blume 19 Juni, 2021 at 02:32 Antworten

    “Jedenfalls setzt Victorias Secret nun mehr auf den Typ Merkel oder Baerbock, „Frauen, die was geleistet haben”. —-

    Ja, ist denn schon wieder der 1.April ? 🙂

  5. Markus Hlubek 20 Juni, 2021 at 10:07 Antworten

    Sehr gut auf den Punkt gebracht. Erschreckend wie oberflächlich die Entscheidungsfindung der Abgeordneten von statten geht.

  6. Libkon 20 Juni, 2021 at 13:47 Antworten

    Herr Paetow, Sie haben hier etwas unklar formuliert und ich versuche, es zu verschlimmbessern. Original: „Frauen, die was geleistet haben“. Richtig meinten Sie wohl eher: Frauen, die (sich) etwas “geleistet” haben. Stimmt`s ? (Man beachte die veränderten Anführungszeichen)

  7. weihnachtsmann*frau*lein 22 Juni, 2021 at 19:54 Antworten

    “…Innenminister wollen nun „gemeinsam vorgehen“ gegen „ … Pressefreiheit …“
    Eine art freud’scher lapsus ?

Schreiben Sie einen Kommentar zu Friedrich Drösel Antworten abbrechen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .

Wird häufig gelesen