Merkel & Will:
Zwei Hosenanzüge, eine Meinung

Plus: Das Große Geldverbrennungsgesetz, Gleichstellung? Nä, Hauptsache Anstellung.

Man muss doch auch mal loben können! Ganze 38 Minuten brauchten die Abgeordneten des Bundestages, dann waren alle Punkte des 750 Milliarden-Pakets für den „Wiederaufbau“ der EU (Leitung: Leyendarstellerin Dr. Röschen) abschließend besprochen. Also: Hau wech, die Kohle!

Erschrecken Sie nicht, weil dieser „frühere AfD-Chef“ (Presse) Bernd Lucke in Karlsruhe einen Eilantrag einreichte und Frank-Walter das Große Geldverbrennungsgesetz nun doch noch nicht unterschreiben darf. Wozu hat Merkel schließlich den Parteigänger Harbarth als Verfassungsgerichtspräsidenten installiert? Alles in trockenen Tüchern.

 

Zwei Hosenanzüge, eine Meinung

Immer, wenn sich das Volk besonders dumm anstellt, und die wichtigen Entscheidungen der weisen Führung partout nicht kapieren will, nimmt sich Dr. Angela Merkel die Zeit und erklärt jedermann noch mal ganz langsam, dass sie nur sein Bestes will. 2015 etwa machte sie den bockigen Bürgern weis, dass nur die Einwanderung von unzähligen Untergebildeten den Bildungsstandort Deutschland retten kann, weil ja deswegen viele, viele neue Lehrer eingestellt werden müssen. Außerdem wäre die Sorge, dass die Migranten Arbeitsplätze wegnehmen könnten, völlig unbegründet, weil viele ja gar nicht arbeiten können, bei den vielen Kindern und Gattinnen, die sie zu betreuen haben. Auch der Wohnraum wird nicht knapp, wenn die Alten endlich ihre viel zu großen Wohnungen räumen und in eine Studentenbude ziehen. All das sagte sie natürlich in der ihr eigenen Art, so dass sich ein jeder seinen eigenen Reim machen kann.

Und wie 2015, zum Höhepunkt „der sogenannten Flüchtlingskrise“ (wie der Spiegel das nennt – gab nämlich gar keine), spricht Dr. Angela Merkel am Sonntag zu den Impfmuffeln, Xavier-Naidoo-CD-Hörern, Biergartenfreunden, Osterkirchgängern, Restaurantbesitzern und Ladeninhabern über dieses Corona, und wie sie das mit Horsti, Andi, Jensi, Karl und Dr. Drosten in den Griff bekommen hat, aber jetzt die brasilianische Variante alles wieder kaputt macht. Übrigens – neuester Hit in den Corona-Charts: die Doppelmutante aus Indien.

Derzeit übt Merkel mit Diplomjournalist(klack)in* Anne Will schon mal die richtigen Fragen ein, damit die Zuschauer(Klack)innen* am Sonntag nicht von Misstönen abgelenkt werden.
(*Klicksprache der Buschmänner und Feminst(Klack)innen)

Sie merken schon, verehrte Leser, es war nix los heute. Meistgelesen beim Spiegel war ein Beitrag über den anscheinend humorvollen wie namenlosen Kapitän des Ozeanriesen „Ever Given“ (bepinselt ist der Pott mit „Evergreen“). Der – wir vermuten mal, es ist ein Herr – Kapitän malte mit entsprechenden Kursmanövern einen Penis ins Meer, bevor er den Suez-Kanal versperrte.

 

Gleichstellung? Papperlapapp! Hauptsache (Fest-)Anstellung.

Der tapfere Söder versucht zwar noch seine nicht einmal begonnene Kanzlerkarriere zu retten und will jetzt „aus dem Kamillentee-Modus raus und wieder in den Red-Bull-Modus kommen“, aber so ganz traut ihm in der Führungsriege der Union kaum mehr einer zu, als roter Ochse premiert (kein Schreibfehler!) zu werden. Deshalb ernennen die schwarzroten Minister noch Staatssekretäre und Ministerialdirektoren am laufenden Band, um die Ihrigen durch die kommende schwere, dienstwagenfreie Nachwahlzeit zu bringen.

Parallel dazu werden Stiftungen gegründet. Wie die „Gleichstellungsstiftung“ mit 33 Personalstellen für Direktoren, Referatsleiter, wissenschaftliche und andere Mitarbeiter. Wären 34 Stellen nicht leichter teilbar gewesen nach Geschlecht und Partei?

Dr. (ruhend?) Franziska Giffey erklärt akademisch („erstens, zweitens, drittens“) die Aufgaben der Stiftung. Erstens: „Zeigen, wo es noch mehr Gleichstellung braucht“, zweitens: „Wissen über Gleichstellung vergrößern“, drittens soll es die Stiftung „leichter machen, sich über Gleichstellung zu informieren“ – deshalb soll regelmäßig ein „Atlas zur Gleichstellung“ verbreitet werden. Der Teufel soll die Bande holen! (Entschuldigen Sie mein Luther-Deutsch)

 

Wie es zu den ganzen Corona-Mauscheleien in der Union gekommen ist, erklärt logisch wie keiner sonst unser Jens. Der Grund sei, „dass es wesentlich besser funktioniert, wenn das Angebot von jemandem kommt, den man kennt und einschätzen kann“. Oder haben wir ihn falsch verstanden?

 

Wir lassen auch immer die andere Seite zu Wort kommen. Wie leicht liegt man daneben in seiner Einschätzung. Gestern zitierten wir, dass in Berlin mehr als 600.000 von rund einer Million zur Impfung Geladenen nicht reagiert hätten. Jetzt sagt der Projektleiter der Berliner Impfzentren: „Das glaube ich nicht.“ Wissen tut er es auch nicht, aber bestätigen kann er die Zahl nicht. Wie auch, wo er sie nicht kennt. Aber die Zahl erscheint ihm nicht logisch, schließlich sei die Berliner Impfeinladungshotline „mit bis zu 200 Soldaten besetzt“.

 

Volkshochschule

Auflösung von gestern: Erstens: Kein Witz, Joe will noch mal antreten. Zweitens doch Witz, weil Joe noch mal antreten will. Capice? Über’s Wochenende aufgabenfrei.

 

Illustration: adborsche

9 comments

  1. Chrissie 26 März, 2021 at 21:39 Antworten

    Ist nicht seit jeher die Merkel-Raute ein Zeichen von manischer Geisteskrankheit gewesen, und wir wollten es einfach nicht wahrhaben? Wie dumm war das denn? Sie hat uns jahrelang schon gewarnt mit dem Zeichen des Irrsinns das sie wie eine Monstranz vor ihren Bauch gehalten hat. Sie wollte uns damit sagen “Seht her wie ich bin, kapiert es doch endlich, rettet mich, und uns.” Jetzt ist es zu spät.

  2. Putzi 26 März, 2021 at 21:44 Antworten

    Frau Merkel sollte lieber bei den Lach- und Sachgeschichten mit der Maus auftreten. Da ist sie erstens besser aufgehoben und zweitens wirkt es dann auch überzeugender und seriöser, schließlich ist die Maus ja schon 50 Jahre alt! Die Maus hat zwar keinen Magister wie Will, dafür aber Lebenserfahrung und jede Menge Auszeichnungen in ihrem Leben erhalten, wie z.B. den Bundesverdienstorden! Da beißt die Maus keinen Faden ab!

    • Max Media 27 März, 2021 at 08:35 Antworten

      Also Putzi….da MUSS ich intervenieren!
      Als jahrzehntelanger Fan der Maus, kann ich dies nicht unterstützen.
      Die Maus lehrt fürs Leben, bringt Freude und Lachen in die Wohn- und Kinderzimmer,
      ist lieb, treu, sympathisch und freundlich.
      Eine solche Strafe wie von ihnen vorgeschlagen, dass die arme Maus dieses Mensch gewordene
      Elend mit der Raute ertragen soll…das will ich nicht.

      FREIHEIT FÜR DIE MAUS!

  3. Krufi 26 März, 2021 at 22:30 Antworten

    Und hat Frau Merkel beim Bundesverfassungsgericht noch nicht angerufen? Diese Entscheidung muss sofort rückgängig gemacht werden! Der Fortbestand der EU steht sonst auf dem Spiel! Übrigens, diese Entscheidung zum Eilantrag eines AfDlers kann doch nicht so schlimm sein, denn heute gab es hierzu gar keine Sondersendung „Im Brennpunkt“!

    Der Jensi hat anscheinend mal einen lichten Moment gehabt. Es gibt Dinge, die kann man besser ohne irgendeine andere Behörde oder den vorgeschriebenen Dienstweg klären und umsetzen. Oft ist dann der “sogenannte Gefreitenweg” der schnellere und nicht selten der sichere Weg, um seine Ziele zu erreichen. Deswegen sind funktionierende Netzwerke für Karrieren unabdingbar. Da spreche ich aus Erfahrung!

  4. W. Hoffmann 27 März, 2021 at 08:04 Antworten

    Der Teufel soll die Bande holen? Die hat er doch schon längst in der Tasche. Allerdings ist in seinem Schwefelkreis momentan kein Platz frei, deswegen sitzen die immer noch in Berlin. Den Antrag auf Übertragung der Stadt in seinen Besitz hat er bereits gestellt, das wird aber schwierig, weil er a) keine Teufelin ist und b) im Antrag nicht richtig gegendert hat.

  5. H.F.Klemm 27 März, 2021 at 16:17 Antworten

    …als ob ein 400-Meter langes Schiff nicht Phallussymbol genug ist, als Feminist ist er somit überqualifiziert und muss als Demutsgeste demnächst auf einem Standesamt sein Geschlecht(protokollarisch) ändern; stehen ja genügend zur Auswahl.
    Über die restlichen Personen(klick)innen(klick) Diversen(Klick) LBQT dieses wie immer treffenden Artikels decken wir mal den Mantel der Verschämtheit..

  6. weihnachtsmann*frau*lein 27 März, 2021 at 22:42 Antworten

    “…Diplomjournalist(klack)in* Anne Will schon mal die richtigen Fragen ein, damit die Zuschauer(Klack)innen*…”
    Schlage vor, “plemplem” statt “klack” zu schreiben.

    “…Wären 34 Stellen nicht leichter teilbar gewesen nach Geschlecht und Partei?…”
    Ne, ne, das mit den 33 hat schon seine richtigkeit : 11 m, 11 w, 11 d.

  7. BBLeser 28 März, 2021 at 12:42 Antworten

    Die Blackbox 13 ist einfach großartig! Jeder, der wissen will (und dieses Wissen auch psychisch verkraften kann), wie weit der Große Wahnsinn in Deutschland schon gediehen ist, sollte unbedingt die Blackbox zu seiner regelmäßigen Pflichtlektüre machen. Ob die Große Führerin wohl auch klammheimlich auf’m Klo die Blackbox liest (Merkel kannst’ mich hör’n… hallihallöchenhallo)?

    Apropos Klo: Hat die Große Taktiererin eigentlich schon im Emmendinger Rathaus angerufen und ihr “Unverzeihlich!! Das muss sofort rückgängig gemacht werden!” in den Hörer gebrüllt? Sind Bürgermeister und Stadtrat schon zurückgetreten oder haben sie wenigstens unverzüglich untertänigst um Verzeihung gebeten? Wurden die Räume der Modebutike nächtens von Staatsanwaltschaft und Staatschutz heimgesucht, der Laden dicht gemacht und das Klopapier beschlagnahmt?
    Fragen über Fragen…

  8. BBLeser 30 März, 2021 at 11:26 Antworten

    Kleine Ergänzung: Ging auch ohne Anruf von Merkel ganz schnell zu Ende.

    “Nach zwei Wochen passt das Land die Regelung an – Unverständnis bei Stadt und Betreibern

    Zwei Wochen hatte er geöffnet, nun ist die medienwirksame Kampagne des Modegeschäfts Blum-Jundt in Emmendingen, als sogenannter Klopapier-Flagshipstore Kunden zu empfangen, zu Ende. Die Stadt reagiert auf die angepasste Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg, die seit Montag (29.03.2021) gilt…..
    Der Emmendinger Oberbürgermeister Stefan Schlatterer (CDU) kann die Entscheidung des Landes nicht nachvollziehen und moniert, dass Discounter und Ketten durchgehend ähnliche Produkte verkaufen dürfen, während kleine Einzelhändler wieder schließen müssen.”
    Siehe: https://www.baden.fm/nachrichten/klopapier-flagshipstore-in-emmendingen-muss-wieder-schliessen-731544/

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