Die Umfallerin

Merkel macht rückgängig, Journos & Politicos trauern, Opposition wacht auf

Trotz allem, was wir heute im Folgenden schreiben werden: Der meistgelesene Beitrag in der Welt um 17.30 Uhr dreht sich nicht um La Merkel, sondern um die Sängerin Nena, die auf Instagram mit einem herzlichen „Danke Kassel“ den Querdenkern Mut macht.

Aber natürlich ist heute zu allererst Merkels schwarzer Tag, an dem sie ihre gerade erst verkündete „Osterruhe“ rückgängig machte, weil die „in der Kürze der Zeit nicht gut genug umsetzbar“ sei. Welch’ ein Unsinn! Die Polizeitruppen stehen bereit, die meisten Bürger folgen brav den Anweisungen der Obrigkeit, warum also soll die Ausgangssperre „in der Kürze der Zeit“ nicht umsetzbar sein? Aber wer Logik sucht, sollte nicht bei Merkel lesen.

„Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger um Verzeihung“, sagte sie dann larmoyant in einer Pressekonferenz. „Qua Amt“ trage sie „die volle und alleinige Verantwortung“. Und wieder Unsinn! Denn „qua Amt“ sind allein die Ministerpräsidenten für die Maßnahmen zuständig, Merkel lädt nur regelmäßig zur digitalen Therapiesitzung, um den überforderten Damen und Herren die Hand aufzulegen. Merkels Berufung zur Reichsoberärztin erfolgte allein durch sie selbst und die Merkelbegleitpresse.

Entsprechend erschüttert ist der polit-mediale Komplex – so wie es Pfaffen wären, wenn der Herrgott plötzlich sagen würde, die zehn Gebote nehme ich zurück.

Verzweifelt jammert der gottverlassene Spiegel nun: „Erst ringen Kanzlerin, Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten ... stundenlang um den Umgang mit Urlaubern auf der P1-Mutanteninsel Mallorca, um geschlossene Supermärkte an Gründonnerstag und Ferienwohnungen an der deutschen Küste, ... und dann zieht Merkel zurück.“

Die treudoofe FAZ findet ein wenig Trost darin, dass „eine so deutliche Entschuldigung etwas Entwaffnendes“ habe.

Los Politcos.

Der Benjamin unter den Ministerpräsidenten, Günther aus Schleswig-Holstein, meint, es schaffe Vertrauen, „wenn man Dinge auch mal zurücknimmt“, Anpacker Laschet aus dem Homeland NRW glaubt, man müsse jetzt „entschlossen handeln“, und Söder hält gleich ein Rede im bayerischen Landtag. Er will weiterhin wild entschlossen „Corona in die Augen schauen“, verteufelt die Inzidenzleugner und hat sogar Reformvorschläge für die Ministerpräsidentenkonferenzen: „Mehr Dransbarenz und schon am Namiddag anfangen.“

So ganz nebenbei will er übrigens in mehreren Städten nach der Tübinger Methode des Boris Palmer verfahren: Testen und Öffnen. Immerhinque. Palmer hat beim Schutz der Alten und Schwachen die besten Ergebnisse erzielt.

 

Die schlicht-ehrliche Malu Dreyer, SPD, wäscht, wie in der Parteischule gelernt, die Hände in Unschuld. Die „Osterruhe“ war doch die Idee von Angela Merkel! Sie, Malu, habe immer Zweifel gehabt. Sie hat ja nur mitgemacht, weil die Federführung für die Umsetzung beim erfahrenen Spahn gelegen habe und sogar Innenminister Seehofer diesen hätte unterstützen sollen. Aber nicht einmal die Musterverordnung für die nötigen rechtlichen Änderungen habe sie erhalten.

Musterverordnungen aus dem Hause Spahn? Das ist wirklich großartig. Und seit wann interessieren die Herrschaften Gesetze? Nahezu täglich scheitern unsinnige Verordnungen vor anständigen Richtern.

 

Nanu? Die Opposition aus dem Tiefschlaf erwacht? Linke und FDP fordern Merkel auf, die Vertrauensfrage zu stellen. Die erlauben sich was! Wo doch die AfD das gleiche fordert. Nur die Grünlackierten machen da nicht mit. Schließlich sind sie keine Opposition, sondern Regierungspartei im Wartestand, wie beflissene Umfrageinstitute soeben melden. Jetzt bloß nicht frech werden auf den letzten Metern...

 

Wieso, weshalb, warum?

Die offiziellen Begründungen (Kürze der Zeit, rechtliche Bedenken) für die Rücknahme der „Osterruhe“ sind Mumpitz. Logischer ist, dass Merkel, die seit 16 Jahren nur nach Bild und Umfragen regiert (der Staatsfunk macht längst Männchen), die Schlagzeile „Proteststurm nach Corona-Gipfel. Planlos, ratlos, mutlos“ aus der Selbstgefälligkeit riss und an das Ende von Helmut Kohl erinnerte, den die Bild-Zeitung als „Umfaller“ beschimpfte, als der trotz gegenteiliger Versprechungen das Benzin durch Steuererhöhungen um 25 Pfennig verteuerte.

Da hat sie schnell im Buch der Sprüche geblättert und gleich diesen hier gefunden: „Mit Kopf durch die Wand, gewinnt immer die Wand – das ist meine lange Erfahrung.“

Na, wenn’s hilft. Das Verhältnis Merkel-Bild scheint nachhaltig gestört, wie allein das Foto (weiter unten im verlinkten Beitrag) mit der Bildunterschrift „Merkel bei ihrer Ankunft am Kanzleramt um kurz nach 7 Uhr“ nahelegt. Wenn da die schicken Dienstautos nicht wären, könnte man meinen, es handele sich um ein Szenenfoto aus Hartz und herzlich.

 

Ach, übrigens, Fußball-Merkel Jogi verspricht: Bei WM-Verschiebung bin ich weg. Merkel, verschieben sie!

 

Düstere Prophezeiungen der Wahrsager-Zunft:

CDU/CSU 26 Prozent, SPD 16 Prozent, FDP zehn Prozent, Grüne 22 Prozent, Linke acht Prozent, AfD zehn Prozent. Das heißt Patt zwischen Sozialisten (rot, grün, knallrot) und bürgerlichen Parteien (Union, AfD, FDP).

 

Volkshochschule, Medienkunde

Beantworten Sie folgende Frage: Warum wird vergleichsweise wenig über das Massaker von Colorado berichtet, für das „ein 21jähriger Mann verantwortlich sein“ soll (Deutschlandfunk) – obwohl der arme Joe ganz im Sinne unserer Presse sofort für schärfere Waffengesetze plädierte?

Weil die Behörden „zum Motiv des mutmaßlichen Täters noch keine Angaben“ machen konnten? (mdr) Oder weil der Staatsfunk niemanden hat, der englische Quellen übersetzen kann? Oder weil eine genauere Beschäftigung mit dem Fall weite Teile der Bevölkerung selbst hierzulande verunsichern könnte?

 

Illustration: adborsche

10 comments

  1. Krufi 24 März, 2021 at 21:16 Antworten

    Der meistgelesene Beitrag in der Welt dreht sich um die Sängerin Nena. Da sieht man mal, wo die Prioritäten bei den Welt-Lesern liegen: eindeutig beim Kampf gegen rääächts! Traurig.

    Zu Merkel darf man eigentlich hier nichts schreiben, denn bis der Leserbrief online gestellt wird, kann sich die Situation schon längst wieder geändert haben und mein Geschreibsel ist Schnee von gestern.

    Die Prophezeiungen der Wahrsager-Zunft sind in der Tat düster: ich habe das ungute Gefühl, dass die Grünen das Bundeskanzleramt erobern sollen. Und die MSM schreiben diesen Wechsel herbei.

    Bzgl. dem Massaker von Colorado ist eindeutig C die Antwort: eine genauere Beschäftigung mit dem Fall könnte weite Teile der Bevölkerung hierzulande verunsichern. Der Täter mit Migrationshintergrund passt definitiv nicht ins Narrativ der Migrationspolitik und auch nicht ins Weltbild der Linken. Weitere Einzelheiten zu dem Massaker sind auf dem Blog von Hadmut Danisch zu finden.

  2. 89 erlebt Horst Schlömmer 25 März, 2021 at 08:31 Antworten

    Ich wiederhole gern: ” Im großen und ganzen ixt nicht viel schief gelaufen.” Dieses letzte (hoffentlich) Kapitel einer Kanzler Katastrophe namens Merkel offenbart die endlose Reihe von Fehlern und Unverzeihlichkeiten im Amt. Von A wie Atomausstieg über E wie Energie Wende bis hin zu Z wie Zerstörung der industriellen Basis des Landes sind die “Fehler” Merkels und ihrer Helfershelfer aus dem Club der Unfähigen historisch. Corona hat die Unfähigkeit der Merkel Clique taggleich (ok, mit ein paar Stunden Versatz jeweils ) offenbart. Das Versagen ließ sich nicht mit viel frisch gedrucktem Geld überdecken und die gedungenen Medien kamen der Geschwindigkeit des Irrsinns nicht mehr schönredend nach. So ist nun die Kaiserin entzaubert und steht wie seit Jahren ohne ihre hübschen Kleider da.

  3. Frank Danton 25 März, 2021 at 08:34 Antworten

    Colorada-Fazit: Nicht der Jähzorn, die Mordlust, die Dummheit, die Herkunft, der Glaube, die gegebene Brutalität des Amokläufer waren Ursache für das Massaker, nein, nein, es waren die weißen Mobber die ihn als Waffe benutzten. So nachzulesen in der dt. Presse.

  4. Max Media 25 März, 2021 at 08:38 Antworten

    Kleine Korrekturanfrage.
    “Ach, übrigens, Fußball-Merkel Jogi verspricht: Bei WM-Verschiebung bin ich weg. Merkel, verschieben sie!”

    Ich hoffe doch, der Ober-Jogi meinte EM , nicht WM. Den ertrage ich nämlich nicht noch ein
    Jahr länger…

  5. J. Jedermann 25 März, 2021 at 10:47 Antworten

    Was wäre ich froh, wenn wir in einem halben Jahr dieses durchverlogene Wesen endlich los wären. Dafür würde ich sogar Habeck, Baerbock oder sogar Söder in Kauf nehmen.

    • Petra Eichler 25 März, 2021 at 19:57 Antworten

      Das war jetzt doch hoffentlich einfach so in Wut dahingeschrieben und eigentlich nicht so gemeint???
      Denn merke: Schlimmer geht immer. Von den 3 o.g. ist JEDER schlimmer.

      • J. Jdermann 25 März, 2021 at 22:41 Antworten

        Stimmt, ich bin wütend. Schon lange. Wir werden sehen, ob die 3 o.g. (noch) schlimmer sind als Merkel. Vielleicht läuft das bei denen ja genau umgekehrt wie bei Merkel: Erst hat man die allerschlimmsten Befürchtungen und dann ist man angenehm überrascht. Ja ich weiß, das ist zunächst nur ein Wunschtraum. Jedenfalls muss die bleierne Merkel erst mal weg sein, damit man überhaupt die Chance bekommt, wieder durchatmen und vernünftig miteinander reden zu können. Ob das Durchatmen und miteinander Reden unter einer grünen Regierung möglich sein wird, darf zwar bezweifelt werden, aber viel schlimmer als jetzt kann es doch gar nicht mehr kommen.
        Extrem wichtig wäre es, die Amtszeit von Bundeskanzlern auf 8 Jahre zu begrenzen. Ich glaube zwar nicht, dass grüne Kanzler oder Söder 16 Jahre an der Macht bleiben würden, aber das hätte man sich bei der zunächst so harmlos wirkenden Merkel ja auch nicht vorstellen können. Und doch haben wir sie seit einer gefühlten Ewigkeit an der Backe. Deshalb in Zukunft maximal 8 Jahre und keinen Tag länger!

  6. ETIAM SI OMNES, EGO NON 25 März, 2021 at 11:27 Antworten

    Eigentlich war als Trotzreaktion auf die milde MSM-Schelte am Vortag zu erwarten: “Wenn ich den Gründonnerstag nicht zum Ruhetag erklären darf, dann ist das nicht mehr mein Land!”

    Stattdessen jetzt die wachsweiche Bitte um Verzeihung für den “unverzeihlichen” (Merkelsprech Thüringen) Vorfall.

    Heute morgen im Bundestag: Einfalt statt Vielfalt as usual. Das unfassbare Versagen wird von den Altparteien schon wieder systematisch unsichtbar gemacht!

  7. Hannes 25 März, 2021 at 13:11 Antworten

    Merkel übernimmt die Verantwortung für Entscheidungen, deren Zuständigkeit Ländersache ist. Damit stellt sie klar, wer das Sagen hat und dass die Ministerpräsidenten nur ihre Marionetten sind.

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