Die Kluge und der Reul

Wagenknecht gg. Reul – Desaster-Scheuer – Der getreue Haseloff

Um in dieser Woche nicht immer mit Dr. Angela Merkel anfangen zu müssen, wenden wir uns heute ihrem Gegenentwurf zu: Sahra Wagenknecht, dem Oskar sin Fru. Bei Illner traf sie auf den Merkelianer Herbert Reul, den ehemaligen Pädagogen und jetzigen Innenminister vom Homeland NRW. Der Mann ein einziges Trauerspiel.

Plattitüden-Reul folgt eisern dem Trampelpfad seiner Merkel-Truppe, wohl auch mangels eines einzigen eigenständigen Gedankens. Natürlich hätte man mehr diskutieren können vor den Maßnahmen, die massiv in Grundrechte eingreifen, räumt der Herbert konziliant ein, „aber in einer solchen Situation muss man schnell Entscheidungen treffen“. Das hören viele Zuseher sicherlich gern, die Geschichte vom Kapitän, der das Schiff sicher durch schweres Gewässer führt. Leider ist es Nebbich. Beispiel? Unterm Weihnachtsbaum dürfen je nach Bundesland mal fünf, mal zehn Personen hocken, bei einer Trauerfeier hingegen 30 vor dem Sarg. Das gewitzte Volk lädt daher am Heiligen Abend zur Trauerfeier für die Ente Henriette ein.

Reul gewährt sogar Einsicht in die Entscheidungsprozesse im Hause Merkel, der Gebenedeiten. Man lasse sich von der Wissenschaft treiben. „Die Wissenschaftler bestimmen sehr stark die Debatte. Davon lassen wir uns lenken, weil wir in vielen Fällen ja auch keine andere wissenschaftliche Meinung haben.“ Keine andere wissenschaftliche Meinung als die von Dr. Drosten, Dr. Karl und Merkels Rasputin? Wie dumm ist der Mann?

Sahra Wagenknecht ist „unter den aktiven Politikern immer noch die beste Analytikerin des Zeitgeschehens“, schreibt Frank Lübberding in der FAZ. Wohl wahr. „Wir haben keine Corona-Diktatur, aber wir haben auch keine funktionsfähige Demokratie“, sagt sie. Und ein „schwammiges Infektionsschutzgesetz“ wird erst „danach im Parlamenten debattiert“.

„Wer ist denn verantwortlich dafür, dass so viele Leute wütend sind? Das ist in dem Fall nicht die Rechte, die AfD, die regiert ja nicht.“

„Warum bricht so vielen die soziale Existenz weg?“, fragt sie dann schlau. Die Großen kriegen die Riesenkohle, die vielen Kleinen kriegen so gut wie nichts. Verzweifelt ruft Reul „die Großen sichern viele Arbeitsplätze“ und schon haut ihm Wagenknecht um die Ohren: „Die Lufthansa wirft Leute auf die Straße, obwohl sie Geld vom Staat kriegt. Die sind 60 Jahre alt und haben überhaupt keine Chance mehr.“

Treffer. Versenkt.

Da kann Reul nur noch „die Sorgen der Menschen ernst nehmen“ – im Fußball nennt man sowas den Stinkefinger zeigen.

Ach wäre diese Frau doch nur in einer anderen Partei! Und welch’ ein Unterschied zu den Abgeordneten der Kategorie „jung, weiblich, digital“, mit denen wir derzeit medial überschwemmt werden.

 

Die Waschfrau und ihre Helferlein

Ganz kommen wir an Merkel nicht vorbei, wenn sie schon wieder einmal einen Einblick ins Private gewährt. In Bild lesen wir, bei Merkels macht der Herr Sauer die Wäsche. Und die schmutzige Wäsche wäscht mal dieser und mal jener. Zuletzt Reiner Haseloff (geh mir wech mit freedom) aus Sachsen-Anhalt:

Deshalb begrüßen wir zunächst im Saal der Helden Holger Stahlknecht, der von jenem Haseloff feige gemeuchelt wurde. Stahlknecht, CDU-Innenminister von Sachsen-Anhalt hielt bis zuletzt am Wahlversprechen seiner Partei fest, nicht für eine Erhöhung der Zwangsgebühren (Restle-Hayali-Kleber-Pensions-Soli) um 400 Millionen Euro für die große Staatsfunk-Krake zu stimmen.

Wahlversprechen halten? Wenn man damit erst mal anfängt! Kein Wunder, dass für CDU-Haseloff das Vertrauensverhältnis zu Stahlknecht so schwer gestört war, dass er seinen Innenminister entließ. Ein paar sachsen-anhaltinische CDU-Blockflöten haben sofort gemeinsam mit Kadern von SED, SPD und Grünen eine Solidaritätsadresse an Haseloff geschickt.

 

+++ Selbstdenkende Oppositionelle gegen den verbeiteten Corona-Unsinn – Masken hü, Masken hott, PCR-Tests untauglich, Friseure auf, Friseure zu, Unterstützung versprechen, aber nicht zahlen, undundund – heißen bei Boris von der Doris (SPD-Niedersachsen), einem gewissen Kramer (Schlapphut, Thüringen) und dem scharfen CDU-Thomas (Schäubles Schwiegersohn): „Reichsbürger“, „Selbstverwalter“, „Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker“. Und die müssen mit allen Mitteln bekämpft werden.

 

+++ Der Spiegel will seine „rentennahen“ Mitarbeiter loswerden und seine Produkte nur noch mit den jungen Hüpfern machen. Wieso fällt uns da spontan „Bravo“ ein? Mit Starschnitt von Merkel und Kamala Harris?

 

+++ Was dem Maggus seine Zukunft Corona 2021, das ist seinem besten Mann, dem Scheuer Andi, die „Zukunft Autobahn 2021“.

Schon jetzt wird beim Scheuer-Projekt eine Finanzierungslücke von insgesamt 2,7 Milliarden Euro für die ersten Jahre aufgedeckt. (Scheuer hat allein 38,4 Millionen Euro an externe Berater gezahlt.)

Dem Maggus seine Corona-Finanzierungslücke ist noch nicht mal berechnet.

 

Illustration: adborsche

11 comments

  1. Chris 4 Dezember, 2020 at 22:11 Antworten

    Mir erschien heute Söder plötzlich als Märchenkönig, schwebend in einer Parallelwelt. Völlig losgelöst von dem Teil des Volkes der nicht staatsalimentiert ist. Baut Luftschlösser, mit Fantasiekohle. Die er dann irgendwann alleine bewohnen muss. Denn die neue Normalität der Maske tragenden Massenzwangsgeimpften…ist eine extrem beschränkte Vision. Die temporäre Zerstörung von Gesellschaft und Wirtschaft hat er zwar schon hingekriegt mit seiner Freundin Angela. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen dass man diese Monströsität noch lange durchhalten kann, es ist einfach zu weit von der menschlichen Realität und Vernunft und Natur entfernt. Und sie haben nicht genug Zeit und Format, einen dystopischen perfekten Überwachungsstaat a la China auf die Beine zu stellen. Und sie könen die wissenschaftlichen facts (Sterblichkeit wie Grippe, Masken bringen nichts, PCR Tests sagen nicht viel aus, Asymptomatische sind nur zu 0.3% Überträger) nicht komplett unterdrücken auf Dauer. Ich schau jetzt zu wie dieses irre Kartenhaus langsam zum Einsturz gebracht wird, ich hab mir schon Popcorn geholt. Ich glaub es wird sehr lustig.

    • Gerhard 5 Dezember, 2020 at 11:49 Antworten

      Die Menschen in Bayern, das Volk, haben ja Erfahrung mit dem Sturz von Märchenkönigen. Ludwig II hat auch mit beiden Händen das Geld rausgeworfen und war vom Volk völlig losgelöst, genauso halt wie König Maggus Söter. Was wird vom Maggus übrig bleiben? Ludwig hat uns wenigstens schöne Schlösser hinterlassen!

  2. Rainer Berg 4 Dezember, 2020 at 23:57 Antworten

    “Ach wäre diese Frau doch nur in einer anderen Partei!” – Wie wahr! Mit der Linken kann die einfach nicht klarkommen, da müsste sie mehr mit Parolen als mit Argumenten kommen. Argumente können die nicht. Es war wieder toll, bei Ihnen zu lesen.

    • Hein Noog 5 Dezember, 2020 at 08:51 Antworten

      Ich vermute mal, es wird einstürzen, aber die Kollateralschäden werden immens sein. Deshalb wird man versuchen, den Einsturz noch so lang wie möglich hinaus zu zögern. Ein wegbrechender Pfeiler wird sein, wenn das wahre Ausmaß der wirtschaftlichen Schieflagen ans Licht kommt, wenn die Aussetzung der Insolvenzpflicht endet. Der zweite Pfeiler der brökelt ist wenn der Olaf zu einem Kassensturz gezwungen wird.

  3. Hasedubleibsthier 5 Dezember, 2020 at 04:52 Antworten

    Wagenknecht, so klug, so mutig. Aber leider auf dem komunistischen Weg verlaufen und verloren gegangen. Wirklich, wirklich schade.

    Frau Wagenknecht und Frau Weidel, die würden den Merkeltrupp ordentlich aufmischen, wenn sie mehr bewirken könnten. Vermutlich genau deswegen hält man sie mit allen Mitteln klein.

  4. Hagen Wolff 5 Dezember, 2020 at 14:14 Antworten

    Was zeitnahe, wissenschaftlich untermauerte und gebildete Politik in der Bundesrepublik bewirken könnte, das zeigt hin und wieder Sarah Wagenknecht auf. “Bewirken könnte”! Denn S.W. ist leider viel zu klug für die kognitiven Gartenzwerge der Blockparteien samt ihrer Quotenfrauen und insbesondere für die Genossinnen der R2 und der seicht-infantilen Grüninnen a la den Schul(t)zes und Annalenas. Nein, nein, für Sarah W. gäbe es in Absurdistan nirgendwo eine angemessene Partei. Überall lauern da die Svenjas, Katjas und Eskensfanten sowie die Sprechblasen- und Textbausteinaktivistinnen wie Greta und Gisela oder es taucht ein “Pädagoge” auf wie der Reul. Und Merkel die Große hätte- dem bayerischen Sprachgefühl nach – “niemals nicht” eine solche fachliche und kognitive Kompetenz neben sich geduldet, sondern sie spätestens 2015 einfach “weg gebissen”. Die Wagenknecht passt eben einfach nicht in dieses vermerkelte und “abgewickelte” Land. Basta!

    • alacran 6 Dezember, 2020 at 09:05 Antworten

      “Ach wäre diese Frau doch nur in einer anderen Partei! Und welch’ ein Unterschied zu den Abgeordneten der Kategorie „jung, weiblich, digital“, mit denen wir derzeit medial überschwemmt werden.”
      Wie wahr!
      Die linken und grünen männlichen Dummschwurbler und globalen Vorreiter, die dem, vom Merkel-Mehltau überzogenen Land, mit ihrem Worthülsengekleister den Rest geben, die wollen wir auch nicht vergessen.
      Wie angenehm fällt in diesem Umfeld die präzise Analyse und auch die Höflichkeit von Frau Wagenknecht auf, die einen Diskussionspartner nicht ständig unterbricht, sondern auch mal ausreden lässt.

  5. Chrissie 5 Dezember, 2020 at 19:15 Antworten

    Ich knabbere mein Popcorn grade zum livestream von den Bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Paris. Denen fliegt die Chose bald um die Ohren.

  6. BB-Leser 6 Dezember, 2020 at 11:57 Antworten

    Zur Blackbox KW 49…
    Eins muss man den Einflüsterern von Merkel ja lassen: Sie wissen, was das Volk von seiner Führerin hören und sehen will, nämlich schöne Bilder und rührende Geschichten in einfacher Sprache:

    Die Wäsche bei den Merkels „macht mein Mann“. Aber niemals in der Nacht, denn „da müsste meine Wand dicker sein, weil man möchte das Rumpeln nicht immer hören“.

    Dazu kann ich nur sahen: Wow! Wer erinnert sich nicht sogleich an Merkels heldenhaften Supermarkt-Einkauf zu Beginn der Corona-Krise, womit sie den Menschen draußen im Schlande bewiesen hat, dass sie möglicherweise auch nur ein Mensch ist wie Du und Ich, nur halt in Begleitung von jeder Menge Reportern und Security.

    Und nun diese erneut zutiefst anrührende Homestory: Ihr Herr Sauer wäscht ihre schmutzige Wäsche. Das muss wahre Liebe sein. Womit auch gleich das Gerücht aus der Welt geschafft wäre, dass ihr Herr Sauer und sie längst getrennte W… aschmaschinen benutzen.
    Und dann hat sie auch noch ein Herz für alle lärmgeplagten Menschen, die nachts schlafen wollen, statt sich in ihrer kleinen, dünnwandigen Mietshaus-Wohnung das Rumpeln eigener und fremder Waschmaschinen anhören zu müssen. Apropos Nachtwäsche:. War da nicht mal was mit “smartem Stromverbrauch” genau zu den Nachtzeiten, zu denen die Menschen (mit Ausnahme der Party- und Antifa-Szene) üblicherweise zu schlafen pflegen? Naja, auf ihrem nächsten Energie- und Strom-Gipfel wird sich die Führerin bestimmt auch dazu äußern, warum sie nachts unbedingt schlafen muss, während die Geführten dazu verdammt sind, smarten Waschmaschinen beim Rumpeln zu lauschen.

    So, jetzt werfe ich mal die Waschmaschine an (60 Grad).
    Einen schönen Sonntatg noch.

  7. Krufi 6 Dezember, 2020 at 15:05 Antworten

    „Selbstdenkende Oppositionelle gegen den verbreiteten Corona-Unsinn …. müssen mit allen Mitteln bekämpft werden.“ Lieber Herr Paetow, können Sie in einer der nächsten „Spaet-Nachrichten“ mal die Mittel näher beleuchten, damit ich mir schon mal eine Strategie zur Verteidigung zurechtlegen kann? Ich wäre Ihnen sehr dankbar. Vielleicht interessiert das auch andere Leser hier.

  8. weihnachtsfrau*erich 13 Dezember, 2020 at 23:48 Antworten

    „…Merkelianer Herbert Reul … Der Mann ein einziges Trauerspiel…“
    So sieht er ja auch aus …

    Was für eine wohltat dagegen Sahra Wagenknecht. Wär’ die nicht mit Oskar verbandelt, …

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