Wenn Saskia demokratisiert
und zusammenführt...

Eine Frau will nach oben

Eigentlich eine schöne Karriere-Geschichte aus dem Ländle: Frau mit „diskontinuierlicher Erwerbsbiografie“ übernimmt mittelständischen Hidden Champion. Leider kann es für uns alle ungemütlich werden, wenn ihre Karriere weitergeht...

Die neue Chefin der Gerechtigkeitspartei (abgekürzt SPD) weiß auf jeden Fall schon mal gegenüber unbotmäßigen Untergebenen den richtigen Ton anzuschlagen. „Wenn Du das möchtest“, mailte Sakia Esken einer in Ungnade gefallenen Sekretärin, „dann können wir danach noch gemeinsam in Dein Büro gehen, und Du kannst dort persönliche Dinge mitnehmen (...).“ Weil die nicht mochte, hat Esken ihr das Kündigungsschreiben persönlich in den Briefkasten geworfen.

Umstritten ist nun, ob Esken zuvor unerlaubt den Email-Account der Entlassenen „gehackt“ hat, beziehungsweise sich Passwörter von Mitarbeitern der Geschäftsstelle geben ließ. Unstrittig hingegen ist, dass Esken überhaupt nicht zu einer Kündigung der Mitarbeiterin berechtigt war, denn diese stand auf der Gehaltsliste des SPD-Kultusministerium, nicht des Elternbeirats, bei dem Esken ihre Führungsfähigkeiten trainierte.

Esken verteidigt ihr Verhalten heute mit ähnlichen Worten, die ihr damaliger Eltern-Obervorstand, der Neurobiologe Carsten Rees, für den Fall schon 2014 sinngemäß verwendete: „Wir haben den Landeselternbeirat Baden-Württemberg als Vorstandsteam ab 2012 demokratisiert und zusammengeführt.“

Ober-Elter-1 Carsten Rees, dem laut Stuttgarter Zeitung „Kontroll- und Profilierungssucht“ im damaligen Elternamt vorgeworfen worden war, steht bis heute fest zu seiner Saskia: „Die SPD hat mit Saksia Esken echt Glück!“ Vielleicht kann aus dem Mann ja politisch auch noch was werden.

Menschenführung gehört wohl nicht zu den Grundkompetenzen der neuen SPD-Chefin. Von daher wird es unterhaltsam, wie sie demnächst ihre Partei „demokratisiert und zusammenführt“.

Natürlich will manch ein Genosse nun genauer wissen, wer ihn da „in die neue Zeit“ führt neben all den Kevins und Norberts, und da können wir ihm ein buntes Bild malen. Nach dem Abitur machte Saskia 7 Jahre lang mal dies, mal das und mal nichts, schnupperte in die Germanistik (wie Nahles) und in die Politologie (wie viele Genossen) hinein – ihre akademischen Irrwege finden sich komischerweise nicht in Eskens Bundestags-Biographie –, bis sie sich 1990, also nach fast zehn Jahren, entschloss, eine Berufsausbildung zu machen zur „staatlich geprüften Informatikerin“. Was eine feine Sache ist, aber nicht mit einem Informatikstudium verwechselt werden darf. Die „Akademie für Datenverarbeitung Böblingen“ führt Esken jedenfalls neben einem Grünen-Politiker Müller stolz als „bekannte Absolventin“.

Bis jetzt finden wir also bei der neuen SPD-Chefin das vor, was Fachleute eine „diskontinuierliche Erwerbsbiografie“ nennen, die direkt in die Altersarmut führt. Aber wir sind ja auch erst mittendrin. Direkt nach ihrem Abschluss tritt Esken in die SPD ein, was sich später als Jackpot herausstellt. Nach drei Jahren Fachinformatikerin, die sie bei nicht nachprüfbaren Stellen verbringt, wird sie 94 zum ersten Mal Mutter, insgesamt hat sie drei Kinder. Laut Wikipedia arbeitet sie nicht „nebenbei“ weiter, wie es ihre Partei allen Müttern streng nahelegt, sondern „verzichtet wegen der Kinder“ auf eine Berufstätigkeit. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Das ist absolut in Ordnung, aber SPD ist das nicht!

Im Jahre 2013 kommt sie über die Landeslisten endlich in den Bundestag und ihre Rente ist sicher. Puuh. Schon ein Jahr vorher begann ihr Führungstraining im Landeselternbeirat, siehe oben. Und jetzt geht die Geschichte erst los... (Fortsetzung folgt in ein paar Wochen)

Unser Musiktipp – nicht aus Bordesholm – zum Thema:
Janis Joplin „Freedom is just another word for nothing left to lose“

(Detaillierteres zur unappetitlichen Führungsaffäre hier)

 

Schlechte Verlierer

So schreibt der wegen seiner unaufrichtigen Texte berühmt gewordene Spiegel über den Sieg von Boris Johnson: „Verloren haben Anstand, Aufrichtigkeit und Integrität.“ Die müssen’s ja wissen an der Relotiusspitze. Ein anderer Vorspiegler falscher Tatsachen schreibt: „Er ist der unbeliebteste Premier der Geschichte und hat die Wahl trotzdem klar gewonnen.“ Blöde Demokratie aber auch! Gut, dass wir so was nicht haben.

Sorgen um FDP-Wolfgang

Wolfgang Kubicki fordert eine zweite Amtszeit für Frank-Walter, den Spalter, unseren Genossen Präsidenten. Weil der ein „Fels in der Brandung“ in unsicheren Zeiten sei, zitiert der Spiegel. Gestatten Sie eine besorgte Zwischenfrage eines neugierigen Journalisten, Abgeordneter Kubicki? Nehmen sie Drogen?

 

7 comments

  1. Tobi K. 13 Dezember, 2019 at 22:10 Antworten

    “Ist der Ruf erst ruiniert …” Die Causa Esken wird vermutlich bei den Sozen ausgesessen, so wie die Christen-Uschi trotz der Bundeswehrskandale jetzt in Brüssel weiterurseln darf. Und mal ehrlich: Juckt das eigentlich noch jemanden, wer nach Nahles als Weibchen bei der SPD noch etwas zu sagen hat? Die könnten auch eine Nanma Brandy Big Boob (bitte nicht googlen) als Parteispitze aufstellen, die Außendarstellung wäre nur wesentlich besser. Aber selbst wenn sich der Norbert von der Saskia scheiden lassen sollte, dann wird seine Ex ganz sozentypisch irgendwo weich ins Nest fallen. Vielleicht mal bei der AWO nachfragen?

  2. Jörg Plath 14 Dezember, 2019 at 03:37 Antworten

    Ich wollte eigentlich vermeiden, irgendetwas von der Hetze von Spiegel und Co über Johnsons Sieg zu lesen… Hab ich jetzt hier. Ich hab mich gestern früh total gefreut für Großbritannien. Und mir mal die Mühe gemacht, Leserkommentare zur Wahl auf welt.de zu lesen, Von den fast 500 Beiträgen waren fast alle eindeutig begeistert über den Sieg Johnsons. Alles Rechtspopulisten? Es ist Zeit, dass sich etwas ändert in diesem Land. Gerade auch gegen die Hegemonie der linken Spalter in den Medien.

  3. Giesbert Gram 14 Dezember, 2019 at 11:23 Antworten

    Zweite Amtszeit für Steinmeier… puh… das hätte uns gerade noch gefehlt in all dem Elend. Hat die Qual denn NIE NIE NIE ein Ende? Aber es steht wohl zu befürchten, dass seine nächste Präsidentschaft wieder genauso ausgekungelt wird wie beim letzten Mal. Und wenn’s Steinmeier nicht wird, labert uns ein irgend ein anderer Bundesprediger (wahlweise: Bundeserzieher) von morgens bis abends die Hucke voll. Noch schlimmer geht bekanntlich immer. Es ist zum…
    Herr Kubicki gibt hin und wieder auch mal etwas Vernünftiges von sich, aber in diesem Fall hätte er mal lieber seinen Senf bei sich behalten. Aber das wäre wohl zu viel verlangt von einem (selbstverliebten) Politiker.

  4. Armin V. 14 Dezember, 2019 at 12:23 Antworten

    Wow, die Esken ist ja ein echte rote Blendgranate. Also wie geschaffen für den Posten der zukünftigen “sonstige” Partei.
    Wahrscheinlich wurde der Kurs in Böblingen noch vom Jobcenter finanziert? Hiess der früher nicht mal Internetführerschein?

    Kubicki ist so überflüssig wie seine Partei.

  5. Ignaz Lichtl, Ministerialrat 14 Dezember, 2019 at 18:42 Antworten

    Es wird höchste Zeit, dass die Volkshochschulen für absolvierte Drei-Tages-Kurse führbare Titel und Berufsbezeichnungen verleihen dürfen, damit endlich die Peinlichkeit aufhört, dass schlimme Boykotthetzer wie Herr Paetow hochrangige und verdienstvolle Politiker*?+’#%$”!§Innen wegen fehlender Berufs- oder Studienabschlüsse diffamieren.

    Das leitet doch nur Wasser auf die Mühlen der Rechten.

    Die Kultusminister sind am Zug!

    Ignaz Lichtl, Ministerialrat

    (mit gleicher Post als Leserzuschrift an SZ, FAZ und ZEIT)

  6. Walter W e r n e r 14 Dezember, 2019 at 19:11 Antworten

    Sehr geehrter Herr Ministerialrat Ignaz Lichtl, wo haben Sie denn Ihren 3 Tage Hochschulabschluss erworben und in welchem Fachgebiet ?
    Übrigens Ihre Post an SZ, FAZ, und Zeit, hätten Sie sich sparen können.Die dortigen
    Redaktionen werden Sie nicht verstehen. Ist intellektuell einfach zu hoch!

  7. Zwerg Hübich vom Hübichenstein 18 Dezember, 2019 at 22:48 Antworten

    Sollte Steini nicht wieder antreten wollen, würde ich gern Kubicki vorschlagen. Seit Scheel war keiner von der FDP mehr Bundesgrüßaugust. Es wird also Zeit. Auch Gysi käme in Frage, der ist so schön eloquent. Seine DDR Vergangenheit spielt keine Rolle, Hauptsache er ist nicht Rechts. Der Joint heute war richtig klasse.

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