Markwort bei Maischberger über
Großkotz Schulz und grüne Verbieteriche

TV-Kritik

Wie passt der Rügenwalder Wurstverkäufer Johannes B. Kerner, der aus derselben TV-Clon-Werkstatt wie Markus Lanz stammt, ins politische Feuilleton? Mit rosaroten Socken und grünen Worten vielleicht als geistiger Zwilling von Politredakteurin Tina Hassel, ARD. So begeisterte sich Kerner, die Grünen hätten solch ein attraktives Personal, und die Kamera schwenkte auf Kathrin Göring-Eckart. Spaß muss sein, sprach Wallenstein... Die Bildtechnik, beziehungsweise die Beleuchter, waren offensichtlich keine Freunde der Grünen. Jedenfalls sahen alle im merkwürdigen Studio-Licht ziemlich alt aus – Hassel, Kerner, Göring, auch Maischberger. Nur der nun wirklich in die Jahre gekommene Helmut Markwort (82!) kam 20 Jahre jünger rüber, und bei Phillip Amthor, gerade mal Mitte Zwanzig, schadeten ein paar zusätzliche optische Jährchen nicht.

So hörten wir denn zur Linken Maischberger, Göring, Hassel, Kerner, zur Rechten Markwort und Amthor, der ein wenig wie der Lehrling vom alten Markwort ‘rüberkam, was keine Schande ist. Jedenfalls griff er blitzschnell markwortsche Formulierungen auf und verbuchte sie mit ein paar Extra-Adjektiven versehen auf seiner Habenseite. Das Thema des Abends, so alles wie nichts sagend. Das war 2018, nur ohne Humor. Ist Horst ein Sieger oder ein Verlierer? Wird Annekret Kanzler? Göring irrlichterte wie gewohnt zwischen Klima und Kirchentag, und die TV-Schaffenden Sandra, Tina und Johannes hörten gläubig zu und riefen die Grünen zu den Jahressiegern aus, zumindest, wenn man den Umfragen glaubt.

Markwort fasste das so zusammen: „Die Grünen werden geschont. Alle wollen die AfD halbieren, aber die Grünen haben der SPD und der Union genau so viele Wähler weggenommen.“ Nein, er „mag sie nicht, die Verbotspartei“. Phillip Amthor mag sie auch nicht, die Verbotspartei, der er noch das Adjektiv „kleinkariert“ hinzufügt. Bei ihm in MeckPomm seien die Grünen übrigens seit 1990 nie über 5% gekommen (und das ist auch gut so).

Unvermeidlich das Thema „Annekret“. „Annegret Kramp-Karrenbauer ist viel linker als Merkel“, so Markwort. „Die war 30 Jahre in den CDU-Sozialausschüssen und hat immer wieder Steuererhöhungen gefordert.“ Den neuen Generalsekretär der CDU, Paul Ziemiak, charakterisierte er kurz und präzise mit den Worten „erfahrungslos, berufslos“.

Einig war sich die Runde beim Verlierer des Jahres: Martin 100%-Schulz. Aber wieder war es Markwort, der die Erklärung auf den Punkt brachte: „Wenn ich den Schulz sehe mit seiner großkotzigen Art! Zusammen mit dem Juncker hat der die Engländer aus der EU getrieben.“ Andrea Nahles sei auch keine Verbesserung für die SPD, „Schreimonster“ würde die Vorsitzende von „Parteifreunden“ genannt.

Auch beim Thema AfD war keiner so differenziert wie Markwort. Das Schulz-Geschrei vom „Misthaufen“ beleidige 6 Millionen Wähler. Anstatt die AfD zu bekämpfen wäre es ratsam, „die Probleme zu lösen“. Auch wenn Amthor in einer anderen Partei ist als der Grandseigneur aus München, es war vielversprechend zu sehen, wie der junge Unionist versuchte, vom Alten zu lernen. Von einer Göring oder den meisten anderen, die in solchen Talkshows auftauchen, hätte er nichts lernen können.

Hört! Hört!

„Wir haben sehr genau nachgeforscht, und wir wissen jetzt, dass 2016 zwei Werbeaccounts mit Russland in Verbindung gebracht werden können. Die haben für 4.700 $ Anzeigen gekauft.“ (Google CEO Sundar Pichai vor dem Untersuchungsausschuss zur Russland-Einmischung in den US-Wahlkampf)

„Keine Ahnung.“ (Derselbe Pichai auf die Frage, warum die Suchmaschine bei der Eingabe „Idiot“ sofort Bilder von Donald Trump anzeigt.)

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