Wo ist Ben?

Man hört so gar nichts mehr von Benjamin Netanjahu. Offiziell zumindest. In den sozialen Netzwerken wird hingegen hundertfach sein Tod gemeldet. Videos werden analysiert, auf denen der israelische Kriegsherr 6 Finger hat oder einen Kaffee trinkt, ohne dass sich der Füllstand der Tasse ändert. Ein Hochamt der Verschwörungskirchen. Vielleicht sollte Benjamin doch mal wieder in Berlin oder Washington vorbeischauen und in Kameras winken…

Gänzlich unter dem Nebel des Krieges verschwunden ist auch die aktuelle Lage in Iran und Israel. Die stets treue Welt zeigt lediglich ein kaputtes Fenster in Tel Aviv, Facebook, Insta und X legen nahe, dass die Iraner doch nicht mit Platzpatronen schießen. Haben die Amis sich verkalkuliert? Kommt drauf an, wen sie fragen. Jedenfalls waren die 2.500 Marines, die Kharg Island besetzen sollen, wohl woanders und müssen erst mal eine Woche anreisen. Und dass der Donald,  Chef der allergrößten Weltmacht der Geschichte (Eigenlob) NATO-Hilfe gebrauchen könnte, verwirrt selbst die Zuversichtlichsten.


Ein reicher Mann findet an vielen Orten der Welt ein passendes Zuhause, für arme Schlucker gibt es indessen nur ein Paradies auf Erden: Deutschland. Das sagte niemand so deutlich wie der Palantir-Milliardär Alex Karp, der ein Jahrzehnt hier, damals noch ohne einen Pfennig (gabs damals noch) in der Tasche, verbachte. Für alle Hungerleider der Welt zum Mitschreiben: Being poor in Germany is better than being rich here (wir vermuten mal Florida).

Es hat schon etwas Trauriges, wenn sie bei uns Trump oder Putin nachspielen wollen. Unvergessen die Szenen, als Putin Donbass-Oligarchen zusammenfaltete, die ihre Arbeiter nicht anständig bezahlt hatten. Da stand die Drohung im Raum: Zahlt oder fahrt ein in die Hölle auf Erden (sprich Gulag). Auch Donald liebt das Vorführen der mächtigen Bosse, die einen Stupser vertragen können. Da saßen die Pharmachefs und versprachen hoch und heilig, die Preise für Medikamente zu senken. Nicht um 10 Prozent, sondern auf „den tiefsten Stand weltweit“. Und selbst der sonst störrische Apple-Chef versprach, die Handyproduktion in heimische Gefilde zu übertragen.

Mit ähnlichen Bildern will nun auch unsere Propaganda-Abteilung vermitteln, unsere Regierung täte was für uns. Überschrift: „Hier kommen die Öl-Multis zum Rapport“. Grins.

Dass aber ein Chef unseres Geheimdienstes BND auf den ältesten Internettrick hereingefallen ist – ein angeblicher Support-Mitarbeiter der Messagingplattform Signal bittet um die Eingabe seines PINs. Und der Oberspion gibt den Betrügern seine PIN und verliert damit den Zugriff auf sein Konto – lässt uns doch betroffen zurück. Anscheinend sind auch schon länger hier gut gerne lebende Fachkräfte nicht das Gelbe vom Ei.

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