Corona-Entertainer Lauterbach
sucht liebevollen Partner (m/w/d)

Plus: Merkel merkelt weiter, Büchsenspanner Brinkhaus, Null Bock auf Impfen

So, Kinder, jetzt ist auch mal wieder gut. Dr. Merkel hat sich ja entschuldigt. Irgendwie. Wolfgang „der Trixxer“ Schäuble eröffnet die heutige Plenarsitzung und schafft es mühelos, den Bogen vom ersten deutschen Reichstag vor 150 Jahren und der damaligen Impfdebatte („wegen Pocken“) bis heute zu spannen. Dr. Merkels Regierungserklärung können wir uns da direkt sparen.

Auch Ralph Brinkhaus ist eine komische Type. Angeblich gegen Merkels Willen zum Unions-Fraktionschef aufgestiegen, fungiert er längst als treuer Büchsenspanner wie der abgelöste Kauder, und teilt die Welt brav in Merkel-Feinde und Merkel-Treue. „Das Gift der Wut sickert ein“ rief er pathetisch in den Plenarsaal, und damit meint er die Kritik an der völlig versemmelten Corona-Politik. Das Gift, also die Kritik, sei am Ende viel schlimmer als das Virus. Quasi Wehrkraftzersetzung.

Und dann stolpert er auch noch ins Philosophische: „Wir brauchen eine neue Philosophie für den nationalen Katastrophenschutz.“ Dass da der TV-Fühlosoph Precht noch nicht drauf gekommen ist! Brinkhaus ist gar nicht mehr zu stoppen. Es brauche „keine Reform, sondern eine Revolution“: „Auf diesem Staatswesen liegt der Staub von 200 Jahren.“ Gott im Himmel! Steuerberater, bleib bei deinen Leisten. 1821 gab es „dieses Staatswesen“ noch nicht einmal in Ansätzen. Sein Gütersloh gehörte zu Preußen. Napoleon war gerade dabei zu sterben. Vielleicht wollte sich Brinkhaus aber auch nur bei den Linken einschmeicheln, die der Satz an „Unter den Talaren, der Muff von 1.000 Jahren“ erinnern könnte. Oder er hat einfach nur so daher geredet. Aber, wir verplaudern uns.

Ach ja, falls Sie Zweifel haben wegen der 750 Milliarden „Wiederaufbauhilfe“ für Italien, Spanien, Frankreich und die anderen Rechenkünstler der EU – das ist ein Instrument mit „Ausnahmecharakter“, sagte Brinkhaus, und „nicht der Einstieg in eine dauerhafte Fiskal- und Schuldenunion“.

 

Ob es einem nun gefällt oder nicht, Bild (online und gedruckt) ist immer noch die Bibel der Politiktreibenden und des Staatsvolks. Was da nicht drinsteht, existiert eigentlich nicht. Deren „Gift der Wut“ trieb Merkel zur Rücknahme ihrer Osterüberraschungen, vor niemandem hat sie mehr Angst. Und auch innerhalb der Bild-Redaktion verlaufen dieselben Gräben wie draußen im Land. Dass ein Chef aus der zweiten Reihe nun Merkel „Respekt“ für ihre angeblich gezeigten „Gefühle“ zollte, signalisiert ein vorübergehendes Patt.

Der zuletzt als Merkel-Kritiker aufgetretene Chefredakteur Reichelt war auf wundersame Weise (wegen „Machtmissbrauch“) kurzfristig aus dem Verkehr gezogen, nun verlautbart der Verlag seine Rückkehr. Aber: „Für die inhaltliche Ausrichtung aller Produkte der Bild-Gruppe sind Alexandra Würzbach und Julian Reichelt gemeinsam verantwortlich.“ Honi soi qui mal y pense.

Vizekanzler Olaf Scholz, SPD, freute sich im Deutschlandfunk, dass Urlaubs-Rückkehrer nach Deutschland nun allesamt zwangsgeimpft werden sollen. Aber da hat er mal wieder Plan mit Wirklichkeit verwechselt. Zunächst soll ein negativer Coronavirus-Test vor Flugreisen nach Deutschland Pflicht werden. Das gilt natürlich nicht für die, die wegen des bedingungslosen Grundeinkommens einreisen.

In Berlin haben auf rund eine Million Impfeinladungen mehr als 600.000 Eingeladene nicht reagiert. Wahrscheinlich haben die doofen Berliner Behörden die Einladungen auf deutsch verschickt.

Und jetzt zum heiteren Teil, damit Sie nicht allein auf die Süddeutsche als heiteren Begleiter angewiesen sind. Nachdem sich Dieter Bohlen krankgemeldet hat (geht in Corona-Zeiten auch telefonisch und kinderleicht, ein Dr. Drosten-Test reicht gegebenenfalls aus. Kleiner Tipp: Testen Sie einfach mehrmals, einer passt dann schon) – konnte RTL Thomas Gottschalk, 70, für die Liveshow am Samstag reaktivieren. Der hatte eh „nichts Besseres vor“.

Dank Bunte wissen wir, dass Karl Lauterbach, SPD-TV-Star mit gutem Einkommen und sicherlich einigen Rücklagen, mal wieder auf Freiersfüßen wandelt, denn, so der Corona-Entertainer: „Zum kompletten Glück fehlt mir eine liebevolle Frau.“

Das geht so natürlich nicht, das weiß der Karl inzwischen auch. Wo heute jede Hausmeisterstelle m/w/d ausgeschrieben werden muss, damit sich niemand diskriminiert fühlt. Also: Es kann sich selbstverständlich auch ein liebevoller Herr melden oder etwas liebevolles Nicht-Binäres mit Sternchen aus dem Queer-Lexikon.

Volkshochschule

Zur gestrigen Colorado-Frage: Leser Krufi hat Recht. Antwort C.: Weil eine genauere Beschäftigung mit dem Fall weite Teile der Bevölkerung selbst hierzulande verunsichern könnte. Nachtrag und ebenfalls nicht in Ihrem Programm: Der „21-jährige Mann“ hat sich absichtlich ein Geschäft mit koscheren Waren ausgesucht, wie es seine ISIS-Propheten empfohlen haben.

Die Frage heute:
Eilmeldung oder Witz: „US-Präsident Joe Biden kündigte seine Kandidatur für 2024 an.“

 

Illustration: adborsche

4 comments

  1. Helmut Roewer 25 März, 2021 at 20:45 Antworten

    Natürlich weiß ich, dass A.M. (und ihre anonymen Gespielinnien + Helge B.) nicht wissen müssen, was die Bundesregierung so Tag um Tag ins Netz stellt. Deswegen ist es ihr sicher auch unbekannt, dass man als Deutscher seit vielen, vielen Wochen nach D. nicht einreisen kann, ohne zuvor ein entsprechendes Ersuchern + Neg.-Zertifikat dem Robert-Koch-Institut oder dem BMI elektronisch übermittelt zu haben. Fluggesellschaften, die darauf bestehen, dass man zuvor das Flugticket bezahlt, nehmen einen sonst nicht mit. Nur mal so.
    PS. Danke für den Beitrag. Ich war wie stets erheitert. Ehrlich.

  2. Luisa Nemeth 25 März, 2021 at 21:20 Antworten

    Ja,Joe, der “fitteste” aller Präsis, möchte gerne erneut 2024 antreten. Nun ja, jeder sollte eine zweite Chance haben. Nur ich möchte mir das Theater nicht noch einmal anschauen. Luisa

  3. Max Media 26 März, 2021 at 08:26 Antworten

    “Eilmeldung oder Witz: „US-Präsident Joe Biden kündigte seine Kandidatur für 2024 an.“

    Witz. Bis dahin ist längst Harris am Drücker.

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