Wenn schon, denn schon:
Mit Zwei Tüten gegen Corona

#allesdichtmachen. Bernd und das blaue Wunder. Olafs Daten

Der Focus hatte, wie so oft, die Chose nicht ganz verstanden. Prominente empört über Corona-Aktion „allesdichtmachen“, schreibt er gesinnungsfest und zitiert als Prominente Jens Spahn und den bandscheibengeplagte Florian David Fitz, während auf der Seite sofort die Werbung aufpoppt: „Wie schützt die Bundesregierung eigentlich das Klima?“ Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Eigentlich war es umgekehrt. 53 Schauspieler, viele einem breiten Publikum bekannt, also damit Prominente, verspotteten, mitunter gekonnt, in Kurz-Clips die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung. Am gelungensten ist dabei wohl der Spot von Richy Müller (u.a. Tatort-Kommissar), in dem er als Schutz vor Corona die Zwei-Tüten-Nummer vorführt: in einer Tüte einatmen, in die andere ausatmen. Dass da Karl Aerosol Lauterbach noch nicht drauf gekommen ist! Jedenfalls ist davon auszugehen, dass unter Maskenfreunden auch diese Posse schnell für bare Münze genommen worden wäre, wenn das Imperium nicht sofort zurückgeschlagen hätte.

Prominente, die sich empörten, waren Elyas M’Barek, Christian Ulmen und Nora Tschirner. Noch schneller empörte sich Igor Levit, aber den kennt ja kaum einer, sowie der ZDF-Humorbolzen vom Dienst, dessen Name, ein Mann mit „ö“, uns auf die Schnelle nicht einfällt.

Auch beim polit-moralischen Komplex schrillten die Sirenen, nachdem Bild die Aktion breitgetreten und somit auch die Regierung aufmerksam gemacht hatte. Die partei*ische (Kennen Sie noch das alte Wort „Ische“?) Presse trat unverzüglich an und verdammte. Die Bundesregierung bot sofort „Gespräche an“, schon am Dienstag soll ein solches mit Angela Merkel und „14 Kunst- und Kulturschaffenden“ (Regierungsdeutsch) stattfinden.

Kulturverbände geißelten die Clips wunschgemäß und in original Merkel-Deutsch als „wenig hilfreich“. Und der Vorstand des Bundesverbandes der gleichförmigen Denker in der SPD, ein gewisser Duin, forderte in seiner Eigenschaft als nebenerwerblicher WDR-Rundfunkrat, die Zusammenarbeit mit Schauspielern, die bei der Aktion mitgemacht haben, zu beenden.

Ja gut, also, das wollte man nun auch nicht. Wegen des unerwarteten Wasserfalls auf die Mühlen von Sie-wissen-schon, distanzierten sich vollumfänglich Heike Makatsch, Kostja Ullmann, Meret Becker und andere. Jan Josef Liefers distanzierte sich zumindest von seinem Publikum, also dem falschen wie Hans-Georg Maaßen. Ob das reicht, darüber sollte dann Verfassungsschützer Thomas Haldenwang entscheiden. Oder Bayerns Innenmister Joachim Herrmann, der bereits die Querdenker in Bayern von seinem Geheimdienst überwachen lässt.

In der hippen Münchner Klenzestraße dürften die Herrmänner wohl schon aufgelaufen sein, denn dort sitzt die Firma Wunder Am Werk GmbH, die #allesdichtmachen ins Leben gerufen hatte. Deren Chef, Bernd K. Wunder, laut RTL „mit bürgerlichem Namen Bernd Katzmarczyk“, war schon früher als eigenständiger Denker aufgefallen, wie die Schlapphüte ebenfalls bei RTL erfahren können. Der überführte Staatsfeind flehte zwar ausgerechnet bei der strammen Presse um Gnade – er räumte ein, Corona anfangs fälschlicherweise als eine Art Grippe verharmlost zu haben. Aber „das hat sich geändert. Ich halte Corona mittlerweile für eine gefährliche Krankheit“ – doch das dürfte kaum nützen. Auch der Klassiker „Das ist Kunst“ hilft nicht, denn Kunst ist in Söderland nur was mit Rahmen.

Schauen Sie, solange es noch geht: Die Zwei-Tüten-Maßnahme und andere Sketche.

 

Erstaunlich, dass ausgerechnet RTL zur besten Sendezeit so ausführlich über Wirecard berichtete, obwohl 90% des Stammpublikums kaum etwas verstanden haben dürfte. Wir fassen zusammen: Eine solche Gangsterposse wäre nicht mal einem talentierten Drehbuchautor eingefallen, weil der sich die versammelte Doofheit in unserer Bananenrepublik gar nicht vorstellen könnte. Kleiner Scherz aus der Berichterstattung: Ein englischer Journalist, der bei der Bafin anrief, berichtete, der Finanzbeamte habe aufgelegt, weil er kein Englisch konnte.

Olaf Scholz erklärte vor dem Untersuchungsausschuss, er könne sich an vieles nicht erinnern. Außerdem würde er seine private Emails und SMS regelmäßig löschen. Daher seien diese nicht mehr da. Hm. Müsste der Ausschuss doch nur bei den Amis, Chinesen oder Russen nachfragen, die haben die Daten bestimmt noch.

Merkel sagte ebenda, über ihren Kontakt zu Wirecard-Lobbyist Guttenberg, der sei „im Augenblick erstorben“.

 

Trotz gelegentlicher Fortschritte und Milliardeninvestitionen kommen wir nicht umhin auch über Rückschläge bei der Integration zu berichten.

In Hamburg wurde Hamdi A., laut Presse stets ein „netter, hilfsbereiter Nachbar“, festgenommen, nur weil der Kokain und Marihuana verkaufte. „Hamdi A., der beliebte Haus-Bewohner (25)“ und seine zehn Freunde (21 bis 67) sollen sogar eine Bande gebildet haben.

In Berlin wurde ein 19-Jähriger angehalten, der noch besser in unser Wirtschaftssystem integriert war. Der junge Geschäftsmann gab seiner Kundschaft zum Marihuana-Tütchen auch noch eine Stempelkarte dazu mit dem Versprechen: Ab zehn Bestellungen gibt’s eine Überraschung. Aber leider: „Rabattgutscheine gibt’s bei uns nicht“, schrieb die Berliner Polizei zum Fall auf Twitter. Woher sollte der junge Mann das wissen? So wird das nix mit der Integration...

 

17 comments

  1. Putzi 23 April, 2021 at 20:51 Antworten

    Elyas M’Barek empört sich über alles was ihm nicht links genug ist, wenn man seine Aussagen und Kommentare in vergangenen Jahren mitbekommen hat!

  2. Cloudy 23 April, 2021 at 22:09 Antworten

    Humor in Deutschland… haha… hier kann doch nicht jeder… einfach so… lustig finden, was er so denkt dass es lustig ist… neiiiiiin, was Satire, Humor oder lustig ist, bestimmt mindestens das Männchen mit “ö” im Namen, oder der Pianist…. , wo kommen wir denn sonst hin?
    Deutschland hat fertig…, schade eigentlich

    • Stefan Lanz 24 April, 2021 at 11:15 Antworten

      M’Barek ist bei mir im Fitnessstudio – selten einen so humorlosen Menschen getroffen, da passen seine bisher getroffenen Aussagen gut dazu…

  3. Reinhard Westphal 23 April, 2021 at 22:32 Antworten

    Ich möchte nicht unhöflich sein, muß aber aus gegebenem Anlaß eine wichtige Ergänzung zu den Tagesereignissen anfügen: in einer Berliner ALDI-Nord-Filiale hat sich laut dpa-Meldung/t-online.de ein schrecklicher rassistischer Vorfall ereignet:
    Ein älterer Herr mit Schokoküssen in der Hand habe seinen Sohn gefragt, “ob sie sich heute nicht “N….küsse” gönnen sollten”. Daraufhin habe der Deutsch-Ghanaer Prince Ofori “ihn darauf hingewiesen, dass dieses Wort nicht mehr verwendet werden dürfe”.

    Es kam dann zu einem Wortgefecht, der ALDI-Nord-Filialleiter wollte schlichten, allerdings hat er falsch gehandelt, er hätte wohl den älteren Herren sofort enthaupten müssen, denn ALDI -Nord gibt in der Meldung bekannt:
    “Als ersten Schritt haben wir uns von dem im Video handelnden Mitarbeiter aufgrund seines Fehlverhaltens getrennt”.

    Gut so, besser allerdings wäre gewesen, man hätte den ALDI-Nord-Filialleiter sofort enthauptet.

    Gottlob – und so können alle SPAET-Nachrichten-Leser weiterhin bedenkenlos bei ALDI-Nord einkaufen gehen – gottlob ist dieses Unternehmen voller Herzensgüte und aufrichtiger Empathie. In dem Artikel werden all die wundervollen Dinge aufgeführt, welche die saubere politische Haltung von ALDI-Nord bestätigen:
    “ALDI-Nord hat nach einem rassistischen Vorfall in einer Berliner Filiale um Entschuldigung gebeten und personelle Konsequenzen gezogen. “Die Ereignisse in unserem Markt in Berlin werden aufgearbeitet, um weitere Schlüsse daraus ziehen zu können”, teilte ein Unternehmenssprecher am Freitag mit. “Die Unternehmensgruppe ALDI Nord spricht sich unmissverständlich gegen Rassismus und Gewalt aus”, stellt das Unternehmen auf Anfrage von t-online klar.”

    Wie gut, dass Deutschland immer liebenswerter und Tag für Tag vielfältiger, bunter und toleranter wird! Heil Dir, du wundervolle GröKaZ!

  4. Krufi 23 April, 2021 at 22:34 Antworten

    Igor Levit, den Pianisten und Anti-rechts-Aktivisten, sollte eigentlich jetzt jeder kennen. Er erhielt das Bundesverdienstkreuz wegen seiner Corona-Hauskonzerte und für sein politisches Engagement. Der Star-Pianist gab auch ein Konzert im Dannenröder Forst gegen die Abholzung. „Levits Klavierspiel wurde per Lautsprecher zu den letzten Baumhäusern übertragen. Auch wenn der Anlass traurig sei, er sei dankbar und glücklich, hier zu sein, sagte Levit. Auch Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer war anwesend und bezeichnete die Aktion als “großartige Wertschätzung”.

    „Olaf Scholz erklärte vor dem Untersuchungsausschuss, er könne sich an vieles nicht erinnern.“ Das ist doch eine weit verbreitete „Krankheit“ unter Spitzenpolitikern, wenn sie Dreck am Stecken haben. Wer war das nochmal mit dem Blackout“?? (Meine Demenz wird auch von Tag zu Tag schlimmer :-(() „Außerdem würde er seine private Emails und SMS regelmäßig löschen. Daher seien diese nicht mehr da.“ Einfach nur lächerlich. Er soll sein Handy mal einer richtigen Stelle (ich kenne da mindestens eine Behörde mit entsprechender Fachkompetenz) zum Auslesen geben, die machen alles wieder sichtbar! Aber das ist politisch wohl kaum gewünscht!

  5. Schieberwalzer 23 April, 2021 at 22:43 Antworten

    Nach Jahren haben es diese Knallchargen endlich bemerkt, dass auch diese Revolution ihre Kinder frißt und jetzt Ernst macht. Jahrelang haben sie in allen TV-Formaten von Tatort bis zum Fernsehfilm jeden erdenklichen ideologischen Müll brav runtergespielt und abgeliefert was bestellt wurde und jetzt das große Gejammer.

    Die Ersten sind ja auch schon wieder aus den viel zu großen Latschen, die sie sich dabei angezogen haben, beim ersten lauen Widerstandslüftchen wieder rausgekippt und wälzen sich im selbstkritischen Staub. Was für eine erbärmliche Mischpoke.

  6. Michaelangelo 23 April, 2021 at 22:57 Antworten

    #allesdichtmachen: Auch wenn unter den (nur noch) 42 Youtube-Videos die Kommentare deaktiviert sind: Der Kanal verfügt aktuell über 48.100 Abos und Millionen Aufrufe, außerdem tummeln sich in der Spalte “Diskussion” mittlerweile über 1.500 (meist dankbare!) Kommentare. Tendenz steigend (solange der YT-Löschdienst nicht eingreift).
    Hey, wo sind die “berufsmäßigen” Comedians und Satiriker? Gab’s keine Staatsknete für die Aktion? Nix mehr im Bundestopf für “Humorschaffende gegen Impfkraftzersetzung” oder so?

  7. ETIAM SI OMNES, EGO NON 24 April, 2021 at 00:31 Antworten

    Jan B. ? Ist das nicht der Heikodarsteller, der unter Satire versteht, Erdogan ungestraft der Sodomie beschuldigen zu können? Ich teile die Meinung von Schieberwalzer und “vermisse” daher die staatssubventionierten Haltungskünstler wie Lindenberg oder Grölemeyer und anderer lupenreiner Demokraten, die Kind des gleichen Ungeistes sind, aber die Kritik dieses selbsternannten Politclowns adelt sogar diese gutgemachte, aber letztlich politisch widersprüchliche Aktion.

    Zusammengefasst: Ein Schüsschen vor den Bug der sozialistischen Politik und des beleidigt aufjaulenden Haltungsmainstreams von den falschen Leuten.

    • Ernst-Friedrich Siebert 24 April, 2021 at 09:42 Antworten

      So ähnlich argumentiert man auch gegen die AfD: “Es ist ja vielleicht, möglicherweise, oder doch vielleicht wahr und richtig, was sie sagen. Aber es sagen eben die falschen Leute.”
      Leuten mit Haltung kommt es immer darauf an, wer! etwas sagt, nicht was er sagt.

  8. Franck Royale 24 April, 2021 at 06:13 Antworten

    Der Mann heißt B*hmermann (m/w/d). Lässt sich einfach merken: das ist der, für den alles Böhmische Dörfer sind, sobald er die demilitarisierte „Zone der Freude“ (ZdF) verlässt. Manch nicht zu erfreudende Zeitgenossen verspotten diese ZdF auch als „Zone des Framings“.

  9. Joseph G. 24 April, 2021 at 09:37 Antworten

    “Die Bundesregierung bot sofort „Gespräche an“, schon am Dienstag soll ein solches mit Angela Merkel und „14 Kunst- und Kulturschaffenden“ (Regierungsdeutsch) stattfinden.”

    Ob sich unsere versammelte Reichskulturkammer wohl jemals von diesem defätistischen Attentat erholen wird?

  10. VHS-Streber 24 April, 2021 at 10:04 Antworten

    Kennen Sie noch das alte Wort „Ische“?
    Ja ich kannte es. Aber allen anderen in meiner VHS-Gruppe war es bis dato völlig unbekannt. Das Wort ist jiddischen Ursprungs und bedeutet:

    1) (aus der Sicht eines Jungen, eines jungen Mannes) Mädchen, junge Frau
    2) leichtlebige, junge Frau
    3) intime Freundin
    4) Frau, mit der ein verheirateter Mann außerhalb seiner Ehe eine sexuelle Beziehung hat; Frau, mit der ein Mann/eine andere Frau eine sexuelle Beziehung hat
    5) verheiratete Frau; Frau, mit der jemand verheiratet ist
    6) unsorgfältige, leicht überspannte, unvernünftige und daher den Spott anderer herausfordernde, bisweilen sonderbare Frau
    7) Kartenspiel: dritthöchste Spielkarte
    (zitiert aus: wortbedeutung.info)

    Numner 7) finde ich besonders witzig.

  11. Berliner 24 April, 2021 at 12:32 Antworten

    allesdichtmachen.de ist jetzt wieder online. Mit politisch korrekter Abgrenzung gegen Rechts und AfD oben und linker Antifa Propaganda unten (“#FCKNZS “).

    Für mich ist nun die Glaubwürdigkeit dieser Aktion dahin. Wäre ich einer der Akteure, würde ich mein Video JETZT zurückziehen.

    • Michel Schlotter 24 April, 2021 at 15:19 Antworten

      Die Deutschen spinnen total, sind einfach komplett irre geworden (schon wieder!). Wenn ich “die Deutschen” schreibe, deutet das auf eine gewisse Distanzierung hin, obwohl ich schon seit 70 Jahren Deutscher bin. Aber bei all dem Quatsch, der derzeit in Deutschland verzapft wird (insbsondere von Linksgrünen, zu denen ich natürlich auch die Kanzlerin zähle), kann ich nur sagen: Deutschland ist nicht mehr das Land, in dem ich gut und gerne lebe. Nochmal 70 Jahre halte ich das bestimmt nicht mehr aus in diesem politisch-korrekten Albtraum-Land. 😁

    • Tobi K. 25 April, 2021 at 11:18 Antworten

      Brot und Spiele. Diese “Aktionsleute” standen und stehen seit Jahren in Lohn und Brot derer, die sie hier angeblich verteufeln. Und immer waren sie politisch korrekt, haben unterschwellig Andersdenkende verhöhnt. Auch ein Liefers weiß ganz genau, wo sein Platz in der Nahrungskette ist. Ich weiß nicht, was diese Aktion bewenden sollte, aber für mich grenzt das eher an Heuchelei und als Ablenkung von anderen Dingen.

  12. G. Stammleser 25 April, 2021 at 10:26 Antworten

    Gratulation zur Blackbox KW17! Insbesondere den Beitrag über die 52 widerspenstigen Kulturschaffenden (die ihren “Fehltritt” teilweise schon bitterlich bereuen) habe geradezu atemlos verschlungen. Das ist einfach genial, Herr Paetow! Sie bringen es auf den Punkt. Besser geht’s nicht.

    Apropos Punkt: “Was ist Satire? Das wollen wir an einem kleinen Beispiel erklären (nein, nicht, was Sie meinen, verehrter Stammleser!).” Als Stammleser kann ich mir schon denken, was wir Stammleser meinen). 😁

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